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Uni­ons­füh­rung wirbt um Zu­stim­mung für Ren­ten­pa­ket - Wei­ter Kri­tik

Am Frei­tag ist es so­weit: Nach vie­lem Hin und Her soll der Bun­des­tag das Ren­ten­pa­ket der gro­ßen Ko­ali­ti­on be­schlie­ßen. Un­klar ist, wie vie­le Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te sich ver­wei­gern. Die Kri­ti­ker er­he­ben For­de­run­gen
Sparschwein mit Aufschrift Altersvorsorge Wie wird die Ab­stim­mung aus­fal­len?

19.05.2014. (dpa) - Vor der ge­plan­ten Ver­ab­schie­dung des schwarz-ro­ten Ren­ten­pa­kets am Frei­tag im Bun­des­tag gibt es wei­ter Un­mut in der Uni­ons­frak­ti­on.

Der Wirt­schafts­flü­gel for­der­te am Wo­chen­en­de ei­ne Auf­spal­tung des Pa­kets in meh­re­re Ge­set­ze.

Der Vor­sit­zen­de des Par­la­ments­krei­ses Mit­tel­stand, der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­an von Stet­ten, sag­te der "Wirt­schafts­wo­che", et­li­che Punk­te bei der ge­plan­ten Ren­te mit 63 sei­en nicht hin­nehm­bar.

Die Uni­ons­füh­rung warb hin­ge­gen nach­drück­lich für das Pa­ket. "Das schei­tert nicht. Es kommt frist­ge­recht zu­stan­de", sag­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung" (Sams­tag). Er zeig­te sich op­ti­mis­tisch: "Uni­on und SPD ha­ben dar­über ei­ne kla­re Ver­ab­re­dung im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ge­trof­fen. Wo es bei der Ren­te mit 63 be­rech­tig­te Ein­wän­de gibt, wird nach­ge­bes­sert." Auch CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt ver­tei­dig­te den Ent­wurf. "Auch wenn noch nicht al­le De­tails end­gül­tig aus­ver­han­delt sind, gilt: Das Ren­ten­pa­ket ist ein gu­ter Kom­pro­miss", sag­te sie der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Sams­tag).

Das Ren­ten­pa­ket be­steht aus Ver­bes­se­run­gen bei der Müt­ter­ren­te für vor 1992 ge­bo­re­ne Kin­der, der ab­schlags­frei­en Ren­te ab 63 so­wie Ver­bes­se­run­gen bei Er­werbs­min­de­rungs­ren­te und Re­ha-Leis­tun­gen. Es kos­tet pro Jahr zwi­schen neun und elf Mil­li­ar­den Eu­ro - fi­nan­ziert aus der Ren­ten­kas­se.

Der Zwist dreht sich um Be­fürch­tun­gen, die An­rech­nung von Ar­beits­lo­sen­zei­ten auf die er­for­der­li­chen 45 Ver­si­che­rungs­jah­re könn­te Früh­ver­ren­tun­gen Tür und Tor öff­nen. Dies wä­re durch ei­ne "rol­lie­ren­de Stich­tags­re­ge­lung" zu ver­hin­dern, über die der­zeit spe­ku­liert wird. Um den par­la­men­ta­ri­schen Fahr­plan ein­zu­hal­ten, wird ei­ne Ver­stän­di­gung über De­tails des Pa­kets bis Diens­tag­mor­gen an­ge­strebt. Am Diens­tag müs­sen die Frak­tio­nen dar­über be­ra­ten.

Stet­ten kri­ti­sier­te: "Es geht nicht, dass Ar­beits­lo­sig­keit bei der Ren­te mit 63 wie Bei­trags­zeit an­ge­rech­net wird. Ent­spre­chend wer­de ich ab­stim­men." Der "Wirt­schafts­wo­che" zu­fol­ge wol­len min­des­tens 62 Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te ge­gen das Pa­ket stim­men. Nach Stet­tens An­sicht ist die ein­zi­ge Mög­lich­keit für ei­ne teil­wei­se Zu­stim­mung des Wirt­schafts­flü­gels ei­ne Auf­tei­lung des Pa­kets in meh­re­re Ge­set­ze. Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) hat­te sich da­für grund­sätz­lich of­fen ge­zeigt. Aus der Uni­ons­frak­ti­on hieß es am Wo­chen­en­de, die Ge­sprä­che lie­fen, ent­schie­den sei noch nichts.

Der Vor­sit­zen­de der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung von CDU und CSU (MIT), Cars­ten Lin­ne­mann (CDU), for­der­te bei "Spie­gel on­line" Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te auf, dem Ge­setz nur dann zu­zu­stim­men, wenn im glei­chen Schritt die so­ge­nann­te Fle­xi-Ren­te ein­ge­führt wird. Die­se soll ei­ne be­fris­te­te Wei­ter­be­schäf­ti­gung von Ar­beit­neh­mern über das Ren­ten­al­ter hin­aus er­leich­tern. Der "Spie­gel" be­rich­te­te von Plä­nen der gro­ßen Ko­ali­ti­on, in die­ser Le­gis­la­tur da­für Re­ge­lun­gen zu schaf­fen. Ei­ne Ar­beits­grup­pe der Re­gie­rungs­frak­tio­nen sol­le im Herbst Lö­sun­gen su­chen. Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te sag­te da­zu: "Ei­ne Ar­beits­grup­pe reicht uns nicht."

Die IG Me­tall wies hin­ge­gen Kri­tik am Ren­ten­ent­wurf zu­rück. "Die Früh­ver­ren­tungs­wel­le kann man doch nicht bei Kar­stadt kau­fen, die ma­chen die Un­ter­neh­mer selbst!", sag­te IG-Me­tall-Chef Det­lef Wet­zel der "Welt" (Mon­tag). Das Pro­blem ent­ste­he, wenn Ar­beit­ge­ber Be­schäf­tig­te mit ei­nem Auf­geld ent­lie­ßen, um sie frü­her los­zu­wer­den. Um das zu ver­hin­dern, kön­ne die Bun­des­re­gie­rung die Ar­beit­ge­ber ver­pflich­ten, al­le Kos­ten, die der So­zi­al­ver­si­che­rung ent­ste­hen, zu er­stat­ten.

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Letzte Überarbeitung: 10. März 2015

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