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Größ­te Ren­ten­stei­ge­rung seit 23 Jah­ren - Mehr als 4 Pro­zent Plus

Mit­ten im Som­mer ist für Deutsch­lands Rent­ner die­ses Jahr Be­sche­rung: Die Ren­ten stei­gen so stark wie seit Jah­ren nicht. Mit ei­nem so kräf­ti­gen Plus ist dann erst­mal nicht mehr zu rech­nen
Münzen, Münzhaufen Wo­durch wird das ho­he Ren­ten­plus er­mög­licht?

22.03.2016. (dpa) - Die gut 20 Mil­lio­nen Rent­ner kön­nen sich in die­sem Jahr auf die stärks­te Ren­ten­er­hö­hung seit mehr als 20 Jah­ren freu­en.

In West­deutsch­land steigt die Ren­te zum 1. Ju­li um 4,25 Pro­zent, im Os­ten um 5,95 Pro­zent.

Das gab das Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um am Mon­tag in Ber­lin be­kannt.

Es ist die höchs­te Ren­ten­er­hö­hung seit 23 Jah­ren.

Bei ei­ner Mo­nats­ren­te von brut­to 900 Eu­ro bringt sie rund 38 Eu­ro mehr im Wes­ten und 54 Eu­ro mehr im Os­ten.

Die Er­hö­hung wird auch nicht durch die Preis­ent­wick­lung auf­ge­fres­sen. Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank er­war­tet ei­ne Teue­rungs­ra­te von nur 0,1 Pro­zent in die­sem Jahr.

Das ho­he Ren­ten­plus wird durch die gu­te Be­schäf­ti­gungs­la­ge und die ge­stie­ge­nen Ein­kom­men er­mög­licht. Für die al­ten Län­der wur­de ei­ne Lohn­stei­ge­rung von knapp 3,8 Pro­zent ein­ge­rech­net, für die neu­en knapp 5,5 Pro­zent. Es gibt aber auch ei­nen Son­der­ef­fekt: 2015 fiel die Er­hö­hung we­gen ei­ner Än­de­rung bei der Lohn­sta­tis­tik um rund ei­nen Pro­zent­punkt nied­ri­ger aus. Dies wird nun aus­ge­gli­chen. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren die Ren­ten um 2,1 Pro­zent (West) und 2,5 Pro­zent (Ost) ge­stie­gen.

Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) sag­te, die Rent­ner pro­fi­tier­ten nun von der gu­ten Ar­beits­markt­la­ge und vom Wachs­tum. Die durch Um­la­gen fi­nan­zier­te Ren­te be­wäh­re sich. "Das ist ei­ne gu­te Nach­richt, ge­ra­de in Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen." Der Bei­trags­satz blei­be in den kom­men­den Jah­ren bei 18,7 Pro­zent.

Die Kluft zwi­schen Ost- und West­ren­ten sinkt wei­ter - er­kenn­bar an der Ent­wick­lung des Ren­ten­werts, qua­si der mo­nat­li­chen Ren­te für ein Jahr Be­schäf­ti­gung mit Durch­schnitts­ent­gelt. Im Os­ten be­trägt der Wert nun 94,1 Pro­zent des West­wer­tes, bis­her 92,6 Pro­zent. Denn im Wes­ten steigt der Wert um 1,24 auf 30,45 Eu­ro, im Os­ten um 1,61 auf 28,66 Eu­ro. Zum 1. Ju­li will die Ko­ali­ti­on prü­fen, wie weit die bis En­de 2019 ge­plan­te Ost-West-Ren­ten­an­glei­chung ge­kom­men ist.

Op­po­si­ti­on und So­zi­al­ver­bän­de kri­ti­sier­ten das län­ger­fris­tig sin­ken­de Ren­ten­ni­veau. Das ist das Ver­hält­nis zwi­schen Ar­beits- und Ren­ten­ein­kom­men. Es soll laut Ren­ten­ver­si­che­rungs­be­richt von rund 48 Pro­zent 2014 auf knapp 45 Pro­zent 2029 sin­ken. "Die seit Jah­ren sin­ken­den Neu­ren­ten zei­gen, dass die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner mit im­mer klei­ne­ren Ein­kom­men in den Ru­he­stand star­ten müs­sen", sag­te die Prä­si­den­tin des So­zi­al­ver­bands VdK Deutsch­land, Ul­ri­ke Ma­scher. Bei vie­len är­me­ren Se­nio­ren wer­de die Er­hö­hung mit der Grund­si­che­rung ver­rech­net.

"Die dies­jäh­ri­ge Ren­ten­an­pas­sung ist le­dig­lich ei­ne kur­ze Ver­schnauf­pau­se bei ei­nem ste­tig wei­ter sin­ken­den Ren­ten­ni­veau", mahn­te der Lin­ken-Po­li­ti­ker Mat­thi­as W. Birk­wald. Der Grü­nen-Ex­per­te Mar­kus Kurth mein­te, die Re­gie­rung ver­säu­me es, "die gu­te Fi­nanz­la­ge zu nut­zen und die Ren­ten­ver­si­che­rung zu­kunfts­fest zu ma­chen". Der po­li­ti­sche Wil­le, das Ren­ten­ni­veau wei­ter zu sen­ken, blei­be ak­tu­ell, kri­ti­sier­te der Prä­si­dent des So­zi­al­ver­band Deutsch­land, Adolf Bau­er.

Alex­an­der Gun­kel vom Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA hielt dem ent­ge­gen, die Ren­ten­an­pas­sung wer­de auf län­ge­re Sicht bei durch­schnitt­lich rund 2,5 Pro­zent lie­gen. "Die Kauf­kraft der Ren­ten wird trotz sin­ken­den Ren­ten­ni­veaus so­gar wei­ter stei­gen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier: 

Letzte Überarbeitung: 11. November 2016

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