HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/140

Nur leich­ter Rück­gang der Ar­beits­lo­sen in die­sem Früh­jahr

Im März 3,05 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se - Schwä­che­re Früh­jahrs­be­le­bung
Logo der Bundesagentur für Arbeit, weißes Dreieck auf rotem Hintergrund
30.03.2012 (dpa) - Nach dem fros­ti­gen Win­ter kommt der Ar­beits­markt in Deutsch­land nach Ex­per­ten­ein­schät­zung nur lang­sam in Schwung. Im März ist die Zahl der Er­werbs­lo­sen nach Be­rech­nun­gen von Ban­ken­volks­wir­ten im Ver­gleich zum Vor­mo­nat le­dig­lich um 60.000 auf 3,05 Mil­lio­nen ge­sun­ken; im Vor­jahr hat­te der Rück­gang noch bei mehr als 100.000 ge­le­gen. Auf dem Ar­beits­markt wer­de nun zeit­ver­zö­gert die Kon­junk­tur­del­le vom vier­ten Quar­tal 2011 spür­bar, sag­ten Ban­ken­ver­tre­ter in ei­ner Um­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Mit ei­nem Un­ter­schrei­ten der psy­cho­lo­gisch wich­ti­gen Drei-Mil­lio­nen-Mar­ke rech­nen die Ban­ken­volks­wir­te da­her erst im April. Den­noch blei­ben die meis­ten der be­frag­ten Fach­leu­te für das Früh­jahr skep­tisch. "Ich se­he nicht, dass sich die Kon­junk­tur deut­lich be­schleu­nigt, nach­dem das Wirt­schafts­wachs­tum auch im ers­ten Quar­tal mä­ßig aus­fal­len dürf­te", meint et­wa Al­li­anz-Volks­wirt Rolf Schnei­der. Zu­dem wir­ke sich noch das schwa­che letz­te Vor­jah­res­quar­tal aus. Sol­che Ef­fek­te wür­den erst mit ein paar Mo­na­ten Ver­zö­ge­rung auf dem Ar­beits­markt spür­bar.

Auch für Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld hat die kon­junk­tu­rel­le Schwä­che­pha­se vom vier­ten Quar­tal 2011 die ei­ne oder an­de­re Schleif­spur auf dem Ar­beits­markt hin­ter­las­sen. Da dür­fe es nicht über­ra­schen, wenn der März "kein rich­ti­ger gu­ter Mo­nat für den Ar­beits­markt war", meint er. Auch der jüngs­te Ein­kaufs­ma­na­ger-In­dex zei­ge die ge­dämpf­te Stim­mung in vie­len Un­ter­neh­men. "Das ist nicht der Bo­den, auf dem groß di­men­sio­nier­te Ein­stel­lungs­plä­ne ge­dei­hen", gibt Tucht­feld zu be­den­ken. "Vie­le Fir­men ha­ben zwar Plä­ne da­für in den Schub­la­den. Sie war­ten aber erst ein­mal ein bis zwei Mo­na­te ab, bis sie kla­rer se­hen".

Un­ge­ach­tet der leich­ten Schwä­che-Ten­denz ist der deut­sche Ar­beits­markt nach An­sicht der Fach­leu­te wei­ter so­li­de. Die­se Ein­schät­zung be­stä­tig­te die Bun­des­agen­tur mit ih­rem am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­ten Stel­len­in­dex BA-X. Da­nach su­chen der­zeit Un­ter­neh­men kaum we­ni­ger Mit­ar­bei­ter als im Ja­nu­ar; zum Jah­res­auf­takt war die Kräf­te­nach­fra­ge der deut­schen Wirt­schaft auf Re­kord­hö­he ge­stie­gen. Der mo­nat­lich er­mit­tel­te Stel­len­in­di­ka­tor klet­tert im März um ei­nen Zäh­ler auf 176 Punk­te; er lag da­mit nur drei Punk­te un­ter dem Höchst­stand im Ja­nu­ar.

Den von Ar­beits­markt­for­schern für die nächs­ten Jah­re pro­gnos­ti­zier­te Fach­kräf­te­man­gel soll nach den Vor­stel­lun­gen der Bun­des­re­gie­rung künf­tig ver­stärkt von hoch qua­li­fi­zier­te Aus­län­dern ge­mil­dert wer­den. Sie sol­len leich­ter ei­ne Stel­le in Deutsch­land an­tre­ten kön­nen, teil­ten die In­nen­ex­per­ten von Uni­on und FDP, Rein­hard Grin­del (CDU) und Hart­frid Wolff (FDP) am Mitt­woch in Ber­lin mit. Die bei­den Frak­tio­nen ei­nig­ten sich dar­auf, dass künf­tig zu­zie­hen darf, wer im neu­en Job mehr als 44.800 EUR jähr­lich ver­dient. Bis­lang galt ei­ne Schwel­le von 66.000 EUR. Für Be­ru­fe mit vie­len of­fe­nen Stel­len - da­zu zäh­len vor al­lem In­ge­nieur­be­ru­fe - soll die Ver­dienst­schwel­le bei rund 34.900 EUR lie­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de