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SPD will Min­dest­lohn auch für Flücht­lin­ge - Ap­pell vor EU-Gip­fel

Weil im März Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz ist, tagt die SPD in Mainz: Par­al­lel be­rät die CDU über mög­li­che Än­de­run­gen am Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge, was die Ge­nos­sen scharf kri­ti­sie­ren. Doch dann kommt es doch an­ders
Münzen, Münzhaufen Was for­dert die SPD und was die CDU?

16.02.2016. (dpa) - Die SPD lehnt Aus­nah­men vom Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge ka­te­go­risch ab und sieht sich nach ei­ner ge­än­der­ten CDU-For­de­rung in ih­rem Kurs be­stä­tigt.

"Wir dür­fen nicht zu­las­sen, dass Flücht­lin­ge auf dem Ar­beits­markt ge­gen an­de­re Ar­beit­neh­mer aus­ge­spielt wer­den. Das hat die CDU nun of­fen­bar in letz­ter Mi­nu­te selbst ge­merkt", er­klär­te SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley am Mon­tag nach ei­ner Sit­zung des Par­tei­prä­si­di­ums in Mainz.

"Was die CDU nun im Be­reich der Be­rufs­qua­li­fi­zie­rung von Flücht­lin­gen for­dert, ist be­reits heu­te in vie­len Fäl­len mög­lich."

Die CDU woll­te zu­nächst, dass der Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge in den ers­ten sechs Mo­na­ten der Be­schäf­ti­gung nicht gel­ten soll­te. Da­mit soll­ten Asyl­be­wer­ber und Flücht­lin­ge nach ih­rer An­er­ken­nung Lang­zeit­ar­beits­lo­sen gleich­ge­stellt wer­den. Nun for­dert die Uni­on für Flücht­lin­ge nur die Ver­län­ge­rung von Prak­ti­kums­zei­ten, bei de­nen vom Min­dest­lohn ab­ge­wi­chen wer­den kann, auf min­des­tens sechs Mo­na­te. Im Grund­satz gilt der Min­dest­lohn al­ler­dings auch für Prak­ti­kan­ten. Nur bei Prak­ti­ka zur Be­rufs­ori­en­tie­rung oder als Be­glei­tung zu Aus­bil­dung oder Stu­di­um gibt es ei­ne Zeit­vor­ga­be: Bis zu drei Mo­na­ten un­ter­lie­gen sie nicht dem Min­dest­lohn.

Die SPD-Spit­ze stell­te sich ge­gen die ur­sprüng­lich ge­plan­ten Än­de­run­gen. "Das ist ein Auf­bau­pro­gramm für die AfD", sag­te SPD-Chef Sig­mar Ga­bri­el. "Das Er­geb­nis ist, dass man die Ar­men, die kom­men, ge­gen die Ar­men, die da sind, aus­spielt." Ga­bri­el for­der­te, dass der Bund ge­nug Geld für In­te­gra­ti­on be­reit­stellt. Das sei die Vor­aus­set­zung für die Zu­stim­mung der SPD zum Bun­des­haus­halt. Die Kos­ten der In­te­gra­ti­on dürf­ten nicht ver­schlei­ert wer­den, sag­te er. Auch der DGB Rhein­land-Pfalz wand­te sich ge­gen neue Aus­nah­men vom Min­dest­lohn. "Es kann nicht sein, dass in die­ser Fra­ge je­den Tag ei­ne neue Sau durch das Dorf ge­trie­ben wird und die Men­schen da­durch im­mer mehr ver­un­si­chert wer­den", kri­ti­sier­te Lan­des­chef Diet­mar Mu­scheid.

EU-GIP­FEL: Der SPD-Chef warn­te vor de­mEU-Gip­fel am Don­ners­tag und Frei­tag vor na­tio­na­len Al­lein­gän­gen zur Be­gren­zung der Flücht­lings­zahl. "Es ist Un­sinn, so zu tun, als sei das ein deut­sches Pro­blem", sag­te Ga­bri­el. "Es ist ein eu­ro­päi­sches Pro­blem, und wir müs­sen es eu­ro­pä­isch an­ge­hen und nicht un­ter der Über­schrift han­deln: Ret­te sich wer kann." Ga­bri­el for­der­te mehr So­li­da­ri­tät der EU-Staa­ten. Frank­reichs Pre­mier­mi­nis­ter Ma­nu­el Valls hat­te die Auf­nah­me wei­te­rer Flücht­lin­ge als die zu­ge­sag­ten 30.000 ab­ge­lehnt.

Die rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Ma­lu Drey­er (SPD) for­der­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) auf, mehr Po­li­zis­ten zur Grenz­si­che­rung in die Ägä­is zu schi­cken als die ge­plan­ten bis zu 100 Be­am­ten. "Wir sind der Auf­fas­sung, dass das nicht reicht", sag­te Drey­er. Grie­chen­land dür­fe nicht al­lein­ge­las­sen wer­den.

KRAN­KEN­KASSEN­BEI­TRÄ­GE: Die SPD-Spit­ze for­der­te in ei­ner Re­so­lu­ti­on, zur pa­ri­tä­ti­schen Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge zu­rück­zu­keh­ren. Er­hö­hun­gen der Zu­satz­bei­trä­ge dürf­ten nicht al­lein von den Ver­si­cher­ten be­zahlt wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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