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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/106

Schein­selb­stän­di­ge im Dienst für den Bun­des­tag?

"Süd­deut­sche": Er­mitt­lun­gen ge­gen Bun­des­tag we­gen So­zi­al­ab­ga­ben: 40 Ho­no­rar­kräf­te in der mo­bi­len Öf­fent­lich­keits­ar­beit sol­len Schein­selb­stän­di­ge sein
Mobiler Hotdogverkäufer mit Fahrradverkaufsstand

10.03.2012. (dpa) Die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft er­mit­telt nach In­for­ma­tio­nen der "Süd­deut­schen Zei­tung" ge­gen den Deut­schen Bun­des­tag we­gen des Vor­wurfs, für be­stimm­te Mit­ar­bei­ter jah­re­lan­ge kei­ne So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge be­zahlt und sie als Schein­selbst­stän­di­ge be­schäf­tigt zu ha­ben.

Die Zei­tung (Sams­tag) be­ruft sich da­bei auf ein Schrei­ben der Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft Ber­lin. Laut dem Brief hat die­se die un­ter­ge­ord­ne­te Staats­an­walt­schaft an­ge­wie­sen, die zu­vor ein­ge­stell­ten Er­mitt­lun­gen "ge­gen Ver­ant­wort­li­che des Deut­schen Bun­des­tags we­gen des Vor­ent­hal­tens von Ar­beits­ent­gelt" wie­der auf­zu­neh­men.

Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) wol­le für et­wa 40 Ho­no­rar­kräf­te in der mo­bi­len Öf­fent­lich­keits­ar­beit für meh­re­re Jah­re nach­träg­lich So­zi­al­ab­ga­ben er­he­ben, heißt es in dem Be­richt. Die DRV sei über­zeugt, dass die­se nur auf dem Pa­pier selbst­stän­di­gen Mit­ar­bei­ter (Schein­selb­stän­di­ge) auf­grund ih­rer Tä­tig­keit wie ab­hän­gig Be­schäf­tig­te zu be­han­deln ge­we­sen wä­ren.

Die Bun­des­tags­ver­wal­tung sieht dies nach ei­ge­nen An­ga­ben an­ders. Es sei un­zweck­mä­ßig, sol­che Kräf­te so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig zu be­schäf­ti­gen, «weil die Ein­satz­or­te- und -zei­ten stark dif­fe­rie­ren», zi­tier­te die Zei­tung.

Be­reits 2009 war be­kannt ge­wor­den, dass im Be­su­cher­dienst des Bun­des­rats Schein­selb­stän­di­ge be­schäf­tigt wur­den (wir be­rich­te­ten dar­über in: Ar­beits­recht ak­tu­ell 09/129: Schein­selb­stän­di­ge im Be­su­cher­dienst des Bun­des­rats). Hier kam es zum Pro­zess vor dem So­zi­al­ge­richt Ber­lin, das der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund Recht gab und be­stä­tig­te, dass im Bun­des­rat Schein­selb­stän­di­ge ein­ge­setzt wur­den. Für die­se Mit­ar­bei­ter muss­ten dem­ent­spre­chend So­zi­al­ab­ga­ben na­ch­en­trich­tet wer­den (So­zi­al­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 02.06.2009, S 36 KR 2382/07).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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