HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/064

Sche­re zwi­schen Arm und Reich öff­net sich

Wie sind arm und reich in Deutsch­land ver­teilt? Wie groß sind die Ab­stiegs­ri­si­ken? For­scher und So­zi­al­ver­bän­de se­hen die ge­sell­schaft­li­che Ba­lan­ce trotz gu­ter Wirt­schafts­la­ge in ei­ner Schief­la­ge
Zwei Männchen mit Euro Wie ent­wi­ckelt sich die Ar­mut in Deutsch­land?

23.02.2016. (dpa) - Die Kluft zwi­schen Arm und Reich in Deutsch­land ist trotz gu­ter Kon­junk­tur laut Ex­per­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­wach­sen.

"Auch in ei­ner Pha­se mit Re­kord­be­schäf­ti­gung ha­ben wir kei­ne zu­rück­ge­hen­den Ar­muts­quo­ten", sag­te die So­zi­al­ex­per­tin Do­ro­thee Sp­an­na­gel der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

Ei­nen Über­blick zur Ent­wick­lung der Ar­mut will der Pa­ri­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band mit wei­te­ren Ver­bän­den an die­sem Diens­tag in Ber­lin ge­ben.

Sp­an­na­gel hat die Ent­wick­lung für die ge­werk­schafts­na­he Hans-Böck­ler-Stif­tung un­ter­sucht. "Die Ein­kom­mensun­gleich­heit hat seit den 90er Jah­ren zu­ge­nom­men, vor al­lem zwi­schen 1999 und 2005", sag­te sie. "Da­mals hat sie in Deutsch­land eu­ro­pa­weit so stark zu­ge­nom­men wie in sonst kei­nem an­de­ren Land." Zwar sank die Un­gleich­heit ge­mes­sen am Haus­halts­ein­kom­men von da an bis 2010 wie­der. Dann ver­grö­ßer­te sich die Kluft aber wie­der. Die Da­ten, auf die sich Sp­an­na­gel in ih­rer jüngs­ten Stu­die vom ver­gan­ge­nen Herbst be­ruft, rei­chen al­ler­dings nur bis 2012.

Haupt­ur­sa­che für die Un­gleich­heit sei, dass es Lohn­zu­wäch­se vor al­lem bei den hö­he­ren Ge­häl­tern ge­ge­ben ha­be. Der Nied­rig­lohn­be­reich sei da­von weit­ge­hend ab­ge­kop­pelt, so Sp­an­na­gel. Zu­dem sei die Be­deu­tung der Ka­pi­tal­ein­künf­te im Ver­gleich zum Lohn­ein­kom­men ge­wach­sen.

Nach Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts ver­fü­gen die obers­ten zehn Pro­zent der Haus­hal­te über 51,9 Pro­zent des Net­to­ver­mö­gens - die un­te­re Hälf­te nur über 1 Pro­zent. Die­se jüngs­ten Zah­len zei­gen den Stand von 2013. 1998 hat­ten die reichs­ten zehn Pro­zent nur 45,1 Pro­zent, die un­te­ren 50 Pro­zent 2,9 Pro­zent des Ver­mö­gens.

Sp­an­na­gel be­ton­te, für die un­te­re Mit­te hät­ten sich die Auf­stiegs­chan­cen ver­rin­gert und die Ab­stiegs­ri­si­ken ver­grö­ßert. In den Jah­ren seit 2005 sei­en mit knapp 16 Pro­zent et­wa deut­lich mehr Men­schen aus der un­te­ren Mit­te der Ein­kom­mens­ver­tei­lung ab­ge­stie­gen als dies in den 80er Jah­ren mit knapp 12 Pro­zent der Fall ge­we­sen sei. "Das ist ein mas­si­ver Ein­schnitt in die Chan­cen­gleich­heit", sag­te Sp­an­na­gel.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 28. November 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de