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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/029

Schlech­te Zei­ten in der Druck­ma­schi­nen­bran­che

Bran­chen­tief hält an: Nach der Plei­te von Man­ro­land will Welt­markt­füh­rer Hei­del­ber­ger-Druck 2.000 Stel­len strei­chen
JVA

18.01.2011 (dpa) - Kaum zeich­net sich für den in­sol­ven­ten Druck­ma­schi­nen­her­stel­ler Man­ro­land ei­ne Ret­tung ab, da kommt aus der Druck­ma­schi­nen­bran­che schon die nächs­te Hi­obs­bot­schaft: Welt­markt­füh­rer Hei­del­ber­ger Druck will bis zu 2000 Stel­len strei­chen - da­von 1200 in Deutsch­land. Das Un­ter­neh­men re­agie­re da­mit auf die wei­ter schwa­che Nach­fra­ge, er­klär­te Vor­stands­chef Bern­hard Schrei­er am Diens­tag.

Beim Kon­kur­ren­ten Man­ro­land könn­te am Mitt­woch die Lü­be­cker Pos­sehl-Grup­pe den Zu­schlag für den Kauf des Augs­bur­ger Werks mit sei­nen bis­lang 2200 Mit­ar­bei­tern er­hal­ten. Der Zwi­ckau­er IG-Me­tall-Be­voll­mäch­tig­te Ste­fan Ka­de­mann sag­te, dass Pos­sehl ge­gen­über dem Kauf­an­ge­bot des US-Fi­nanz­in­ves­tors den Vor­zug er­hal­te, wer­de im­mer wahr­schein­li­cher. Pla­ti­num Equi­ty will Fi­nanz­krei­sen zu­fol­ge al­le drei Wer­ke über­neh­men: Augs­burg so­wie Of­fen­bach mit knapp 1800 und Plau­en mit knapp 700 Stel­len. Der Gläu­bi­ger­bei­rat soll am Mitt­woch­nach­mit­tag ent­schei­den.

Hei­del­ber­ger-Druck-Vor­stands­chef Schrei­er zeich­ne­te ein düs­te­res Bild von der La­ge der Bran­che, die un­ter dem Trend zum In­ter­net lei­det. "Die Bran­chen­er­ho­lung wird sich durch die an­hal­ten­den kon­junk­tu­rel­len Un­si­cher­hei­ten wei­ter ver­zö­gern", sag­te er. Hei­del­druck ha­be im letz­ten Quar­tal ro­te Zah­len ge­schrie­ben, Auf­trags­ein­gang und Um­satz schrumpf­ten. Das Un­ter­neh­men wer­de in Hei­del­berg und Wies­loch-Wall­dorf bis zu 800 Stel­len strei­chen, wei­te­re 400 im üb­ri­gen Bun­des­ge­biet und 800 im Aus­land. Nicht nur in der Pro­duk­ti­on, son­dern auch in Ver­trieb, For­schung und Ent­wick­lung sol­le ge­spart wer­den. Im De­zem­ber hat­te der Kon­zern knapp 15 700 Mit­ar­bei­ter, da­von ste­cken rund 5000 in Kurz­ar­beit.

Der Lü­be­cker Pos­sehl-Kon­zern be­stä­tig­te am Diens­tag sei­ne Kauf­of­fer­te für das Man­ro­land-Werk Augs­burg, wo Zei­tungs­druck­ma­schi­nen ge­fer­tigt wer­den. Ein Groß­teil der Ar­beits­plät­ze sol­le er­hal­ten blei­ben, und der Stand­ort Plau­en mit knapp 700 Stel­len sol­le durch län­ger­fris­ti­ge Lie­fer­be­zie­hung ge­stützt wer­den.

Der Zwi­ckau­er IG-Me­tall-Be­voll­mäch­tig­te Ste­fan Ka­de­mann geht von ei­nem Zu­schlag für Pos­sehl aus. "Ob das gut ist für Plau­en, wis­sen wir noch nicht", füg­te er hin­zu. Der Ge­werk­schaf­ter äu­ßer­te sich ver­är­gert dar­über, dass bis­lang kein kon­kre­tes Kon­zept vor­lie­ge. In­sol­venz­ver­wal­ter Schnei­der hat­te am Mon­tag er­klärt, es ge­be zwei An­ge­bo­te, und er ge­he da­von aus, dass al­le drei Wer­ke er­hal­ten wer­den könn­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

  • Hei­del­berg be­schließt Ef­fi­zi­enz­pro­gramm „FO­CUS 2012“ zur Er­rei­chung der Pro­fi­ta­bi­li­täts­zie­le

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

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