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13/153a Schle­cker-Nach­fol­ger Day­li schließt 180 Fi­lia­len in Ös­ter­reich

Er woll­te den Schle­cker-Frau­en neue Hoff­nung ge­ben, doch vie­le hat­ten Zwei­fel am Kon­zept: Jetzt muss der ös­ter­rei­chi­sche In­ves­tor die ers­ten Day­li-Fi­lia­len wie­der schlie­ßen
Day­li muss sei­ne ers­ten Ge­schäf­te wie­der schlie­ßen

30.05.2013. (dpa) - Noch vor sei­nem Start in Deutsch­land muss der Schle­cker-Nach­fol­ger Day­li in Ös­ter­reich sei­ne ers­ten neu­en Ge­schäf­te wie­der schlie­ßen.

180 Fi­lia­len wer­den auf­ge­ge­ben, 560 Mit­ar­bei­ter wer­den ar­beits­los, wie der In­ves­tor Ru­dolf Ha­ber­leit­ner am Mitt­woch über sei­ne Ver­triebs­ge­sell­schaft TAP mit­teil­te.

Ver­ant­wort­lich da­für macht der 68-Jäh­ri­ge ei­ne Art Ver­schwö­rung aus Po­li­tik, Jus­tiz und Me­di­en: Es ha­be "mas­si­ve ne­ga­ti­ve und un­rich­ti­ge Be­richt­er­stat­tung" ge­gen Day­li ge­ge­ben, zu­dem spricht er von Boy­kot­ten und Ge­set­zes­än­de­run­gen zu sei­nen Un­guns­ten.

Da­durch sei­en dem Un­ter­neh­men un­ge­plan­te Ver­lus­te in zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he ent­stan­den.

Der In­ves­tor hat­te vor knapp ei­nem Jahr an­ge­kün­digt, in Ös­ter­reich und Deutsch­land rund 1300 ehe­ma­li­ge Schle­cker-Fi­lia­len mit neu­em Kon­zept wie­der­zu­be­le­ben. Zu­dem will er eu­ro­pa­weit ex­pan­die­ren.

Ha­ber­leit­ner schwebt ei­ne Art mo­der­ner Tan­te-Em­ma-La­den mit Bis­tro und zahl­rei­chen Dienst­leis­tun­gen vor. In Ös­ter­reich wur­de die­ses Kon­zept bis­her nur in ei­ni­gen Day­li-Fi­lia­len voll um­ge­setzt, der Deutsch­land-Start be­reits mehr­fach ver­scho­ben.

Mit­be­wer­ber wie Bran­chen­ex­per­ten hat­ten in der Ver­gan­gen­heit die Trag­fä­hig­keit der Idee mehr­fach an­ge­zwei­felt und die Fi­nan­zie­rung von Day­li in­fra­ge ge­stellt.

Die Ge­werk­schaft Ver­di sieht nach wie vor das lan­ge an­ge­kün­dig­te Deutsch­land­pro­jekt des Ös­ter­rei­chers kri­tisch: "Wenn er in Ös­ter­reich schei­tert, wird er kei­ne Grund­la­ge ha­ben, sein Kon­zept in Deutsch­land zu rea­li­sie­ren, weil er hier nichts hat", sag­te Ver­di-Han­dels­ex­per­te Bern­hard Fran­ke der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Stutt­gart. "Bis­lang ist er auch in Ös­ter­reich nur mit blo­ßen An­kün­di­gun­gen auf­ge­fal­len."

Ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te Day­li Schlag­zei­len ge­macht, weil der Glücks­spiel­kon­zern No­vo­ma­tic sei­ne Day­li-An­tei­le an Ha­ber­leit­ner zu­rück­gab. Der Kon­zern sei aber nicht "aus­ge­stie­gen", stell­te der Chef klar: "Ich ha­be nur mei­ne Sha­res zu­rück­ge­kauft, um neu­en In­ves­to­ren Platz zu ma­chen." Am Wo­chen­en­de wies er dann Be­rich­te über ei­ne dro­hen­de In­sol­venz zu­rück: "Da­von kann gar kei­ne Re­de sein. Wir ha­ben kei­ne Kre­di­te und nur Lie­fe­ran­ten­ver­bind­lich­kei­ten."

Zur Zu­kunft von Day­li hieß es am Mitt­woch von TAP: "Soll­ten die der­zeit lau­fen­den Ver­hand­lun­gen mit in­ter­es­sier­ten Part­nern wie auch mit aus­län­di­schen Ban­ken und Wa­ren­kre­dit­ver­si­che­rern po­si­tiv aus­ge­hen, wird durch die vor­ge­se­he­ne Ex­pan­si­on die Wie­der­ein­stel­lung der nun­mehr (Anm.: beim Ar­beits­amt) an­ge­mel­de­ten Mit­ar­bei­ter wie­der mög­lich sein." We­der Ha­ber­leit­ner noch sei­ne Spre­che­rin wa­ren am Mitt­woch für wei­te­re Fra­gen er­reich­bar.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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