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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/344

Der Herbst bringt ei­ne Schwä­che­pha­se auf dem Ar­beits­markt

Im Ok­to­ber rund 2,74 Mil­lio­nen Men­schen ar­beits­los
Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit gibt heu­te die of­fi­zi­el­len Zah­len be­kannt

30.10.2012 (dpa) - Die sai­son­üb­li­che Herbst­be­le­bung hat im Ok­to­ber die Zahl der Ar­beits­lo­sen nach Ex­per­ten­ein­schät­zung um rund 50.000 auf 2,74 Mil­lio­nen sin­ken las­sen. Der Auf­schwung nach der Som­mer­pau­se sei da­mit deut­lich schwä­cher aus­ge­fal­len als im Schnitt der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re, be­rich­te­ten Kon­junk­tur­for­scher und Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner dpa-Um­fra­ge. Sie se­hen dar­in deut­li­che Hin­wei­se auf ei­ne be­gin­nen­de Schwä­che­pha­se am Ar­beits­markt. Die of­fi­zi­el­le Zahl der Ar­beits­lo­sen will die Bun­des­agen­tur am heu­ti­gen Diens­tag ver­öf­fent­li­chen.

Die Herbst­be­le­bung ist Teil der ty­pi­schen Schwan­kun­gen auf dem Ar­beits­markt. Sie folgt auf die zu­meist flaue Som­mer­pau­se, weil vie­le Un­ter­neh­men we­gen Werks­fe­ri­en die Ein­stel­lung neu­er Mit­ar­bei­ter ver­schie­ben. Die­ses Mal schei­nen sie da­bei zö­ger­lich zu sein.

Be­stä­tigt füh­len sich die Ex­per­ten von den jüngs­ten Da­ten der Bun­des­agen­tur zum Stel­len­an­ge­bot. Das ist - ab­ge­se­hen von ei­nem Aus­rei­ßer im Mai - im Ok­to­ber zum sieb­ten Mal in Fol­ge ge­sun­ken. Mit 160 Punk­ten, ei­nen Punkt we­ni­ger als im Sep­tem­ber, rutsch­te die Nach­fra­ge nach Ar­beits­kräf­ten auf den nied­rigs­ten Stand seit Ja­nu­ar 2011. "An­ge­sichts ab­ge­schwäch­ter Kon­junk­tur­er­war­tun­gen zei­gen sich die Un­ter­neh­men ins­ge­samt vor­sich­ti­ger, was Neu­ein­stel­lun­gen an­geht", be­ton­te die BA.

Die Ten­denz auf dem Ar­beits­markt sei in­zwi­schen "durch­wach­sen", meint auch Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld. "Im Ver­gleich zum Vor­jahr läuft der Ar­beits­markt nicht mehr so rund." Auch Stef­fen Hen­zel vom Münch­ner ifo-In­sti­tut ist über­zeugt: "Die Ten­denz der ver­gan­ge­nen Mo­na­te setzt sich erst mal auf dem Ar­beits­markt fort und sorgt sai­son­be­rei­nigt für wei­ter stei­gen­de Ar­beits­lo­sen­zah­len."

Fast al­le Ex­per­ten ge­hen al­ler­dings nur von ei­ner vor­über­ge­hen­den Schwä­che am Ar­beits­markt aus."Un­ter­stellt, dass sich die Eu­ro­kri­se nicht ver­schlim­mert, dürf­te die In­dus­trie in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2013 wie­der neue Leu­te ein­stel­len", meint Hen­zel. Mit ei­nem bal­di­gen "Tur­naround" auf dem Ar­beits­markt rech­net auch Deut­sche-Bank- Volks­wirt Hei­ko Pe­ters: "Wenn dann wie­der die Ex­por­te zu­neh­men, wo­von wir aus­ge­hen, wird das auch die deut­sche Kon­junk­tur und mit et­was Ver­zö­ge­rung auch den Ar­beits­markt po­si­tiv be­ein­flus­sen." Für das Jahr 2012 rech­net er im Schnitt mit 2,98 Mil­lio­nen Er­werbs­lo­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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