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Sor­gen und Nö­te der Be­rufs­ein­stei­ger

Der Weg in die Zu­kunft – was Be­rufs­ein­stei­ger heu­te be­wegt
"Der frü­he Vo­gel kann uns mal": Früh Auf­ste­hen will ge­lernt sein
07.05.2012. Be­wer­bungs­stress, Zu­kunfts­ängs­te, Un­ge­wiss­heit – der Weg in den be­ruf­li­chen Ein­stieg ist mit vie­len Stol­per­stei­nen ver­se­hen. Ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge, die „TNS Em­nid“ im Auf­trag von „Axa“ durch­ge­führt hat, zeigt Er­staun­li­ches: Frau­en fürch­ten sich vor Über­for­de­rung, Män­ner hin­ge­gen ha­ben eher Be­den­ken, sich zu lang­wei­len.

Die Um­fra­ge wur­de un­ter 500 männ­li­chen und weib­li­chen Be­rufs­ein­stei­gern zwi­schen 16 und 29 Jah­ren durch­ge­führt. Als Be­rufs­ein­stei­ger gal­ten da­bei al­le, die in ma­xi­mal ei­nem Jahr mit Aus­bil­dung oder Be­ruf an­fan­gen wer­den.

Jun­ge Leu­te, die ihr Stu­di­um dem­nächst be­en­den wer­den oder die erst seit bis zu drei Jah­ren im Be­rufs­le­ben ste­hen zähl­ten eben­so zu dem be­frag­ten Per­so­nen­kreis.

Jeans und T-Shirt wer­den durch ei­nen An­zug er­setzt, die Kom­mi­li­to­nen durch neue Kol­le­gen, Stu­den­ten­par­tys durch Mee­tings. 44 Pro­zent der be­frag­ten Be­rufs­an­fän­ge­rin­nen ga­ben an, eher Angst vor Über­for­de­rung oder Bur­nout zu ha­ben, bei den männ­li­chen Kol­le­gen lag die Zahl nur bei 33 Pro­zent. Die Män­ner hin­ge­gen ha­ben eher die Be­fürch­tung, im Job un­ter­for­dert zu wer­den. 40 Pro­zent, im Ver­gleich zu 32 Pro­zent bei den Frau­en, ga­ben an Lan­ge­wei­le zu be­fürch­ten.

Mög­li­che Kon­flik­te am Ar­beits­platz sind eben­falls eher für jun­ge Frau­en ein The­ma: Mehr als je­de vier­te (26 Pro­zent) hat Angst vor Mob­bing und im­mer­hin drei von zehn Be­frag­ten fürch­ten den Kon­kur­renz­kampf mit Kol­le­gen (34 Pro­zent). Dar­um sor­gen sich dem­ge­gen­über nur 15 bzw. 14 Pro­zent der jun­gen Män­ner.

Auf­fäl­lig ist auch die un­ter­schied­li­che Selbst­wahr­neh­mung von Män­nern und Frau­en rund um die ei­ge­ne Leis­tungs­fä­hig­keit: So ma­chen sich Ein­stei­ge­rin­nen eher Sor­gen um die ei­ge­ne Leis­tung und Eig­nung. 38 Pro­zent be­las­tet die Vor­stel­lung, ein Aus­wahl­ver­fah­ren wie bei­spiels­wei­se ein As­sess­ment Cen­ter über­ste­hen zu müs­sen. Bei den männ­li­chen Be­frag­ten sind es le­dig­lich 28 Pro­zent. Mehr als je­de Drit­te be­fürch­tet, nicht qua­li­fi­ziert ge­nug zu sein (37 Pro­zent) oder emp­fin­det Stress beim Ge­dan­ken an ein per­sön­li­ches Vor­stel­lungs­ge­spräch (35 Pro­zent). Nur 25 bzw. 24 Pro­zent der Män­ner be­sche­ren die­se Punk­te schlaf­lo­se Näch­te.

Ei­nig sind sich die Be­frag­ten beim The­ma Un­ter­be­zah­lung: Je­der zwei­te gab an, Angst da­vor zu ha­ben, nicht aus­rei­chend ver­gü­tet zu wer­den. Auch da­nach be­fragt, auf was sie sich am meis­ten freu­en, nen­nen fast al­le die grö­ße­re fi­nan­zi­el­le Un­ab­hän­gig­keit (93 Pro­zent), den Be­ginn ei­nes neu­en Le­bens­ab­schnitts (89 Pro­zent) und die Chan­ce, durch die Ar­beit neue Men­schen ken­nen zu ler­nen (88 Pro­zent). Doch auch hier sind Sor­gen und Be­las­tun­gen prä­sent: Et­was mehr als die Hälf­te (56 Pro­zent) der Be­frag­ten sorgt sich dar­um, den rich­ti­gen Job zu fin­den, knapp je­der zwei­te (49 Pro­zent), ob der Ar­beits­platz si­cher ist.

Mit dem Al­ter wächst je­doch be­kannt­lich die Weis­heit und schein­bar auch die Ge­las­sen­heit, denn wäh­rend sechs von zehn Be­frag­ten im Al­ter zwi­schen 16 und 19 Jah­ren ein gro­ßes Ri­si­ko dar­in se­hen, von ih­rem Ar­beit­ge­ber ge­kün­digt zu wer­den (58 Pro­zent), treibt die­se Sor­ge nur noch vier von zehn der 25- bis 29-Jäh­ri­gen um (42 Pro­zent). Auch das Ri­si­ko, den fal­schen Be­ruf zu wäh­len, schät­zen die 16- bis 19-Jäh­ri­gen mit 49 Pro­zent deut­lich hö­her ein als Be­frag­te im Al­ter zwi­schen 25 und 29 Jah­ren. Hier ist es mit 30 Pro­zent nur noch knapp je­der Drit­te.

Doch nicht al­le Sor­gen zer­streu­en sich mit zu­neh­men­dem Al­ter, denn schon in der Grup­pe der 16- bis 24-Jäh­ri­gen fürch­ten sich 46 Pro­zent der Be­frag­ten vor schwe­ren Krank­hei­ten und Be­rufs­un­fä­hig­keit. Die­ses Be­wusst­sein scheint in der Al­ters­grup­pe der 25- bis 29-Jäh­ri­gen noch wei­ter zu stei­gen. Hier ge­ben 59 Pro­zent an, sich vor dem Ri­si­ko zu fürch­ten. Nicht ganz un­be­grün­det wie sich zeigt, denn 43 Pro­zent der heu­te 20-jäh­ri­gen Män­ner wer­den wahr­schein­lich bis zum Ren­ten­be­ginn ein­mal be­rufs­un­fä­hig.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

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