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Städ­te im Um­bruch - In­ter­net be­droht Ein­zel­han­del

Mil­li­ar­den­schwe­re För­der­pro­gram­me ha­ben aus den In­nen­städ­ten in den letz­ten 25 Jah­ren wah­re Schmuck­stü­cke ge­macht: Nun steht die Stadt­er­neue­rung vor neu­en Auf­ga­ben. Das In­ter­net be­droht den Ein­zel­han­del – ge­ra­de in klei­ne­ren Städ­ten
Was kön­nen Händ­ler tun?

27.05.2016. (dpa) - Nach 25 Jah­ren steht die Stadt­er­neue­rung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern vor neu­en Her­aus­for­de­run­gen.

Ge­ra­de klei­ne­re Kom­mu­nen hät­ten es schwer, die In­nen­städ­te vi­tal zu hal­ten, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Städ­te- und Ge­mein­de­ta­ges, Rein­hard Dett­mann, auf ei­ner Fei­er­stun­de zu Stadt­er­neue­rung am Don­ners­tag in Greifs­wald.

Ein­zel­händ­ler spür­ten den Druck des In­ter­nets.

Es fal­le schwer, Nach­fol­ger für die Ge­schäf­te zu fin­den.

An­ge­sichts die­ser Ten­den­zen be­ton­te Dett­mann: "Die Stadt­er­neue­rung bleibt ei­ne Dau­er­auf­ga­be." Es müs­se ver­hin­dert wer­den, dass Tou­ris­ten lee­re In­nen­städ­te vor­fin­den. "Zum Schluss ha­ben wir dann nur noch Mu­se­en, für die wir Ein­tritt neh­men müs­sen."

Nach Ein­schät­zung des Pro­fes­sors für Stadt­pla­nung Pe­ter Deh­ne ste­hen die Städ­te vor dem größ­ten Um­bruch der ver­gan­ge­nen 15 Jah­re. Die Ver­la­ge­rung des Han­dels in das In­ter­net kön­ne zu ei­ner neu­en ne­ga­ti­ven Dy­na­mik füh­ren, warn­te er. Nicht der de­mo­gra­fi­sche Wan­del be­dro­he die In­nen­städ­te, son­dern Ver­än­de­run­gen in der Ar­beits­welt. Sei­ne Idee: Händ­ler in den In­nen­städ­ten soll­ten "Om­nichan­nels" nut­zen, das heißt ne­ben der Prä­sen­ta­ti­on und dem Ver­kauf in ei­nem In­nen­stadt-Ge­schäft die Wa­ren auch über das In­ter­net an­bie­ten.

Zu­gleich warn­te Deh­ne vor ei­ner zu­neh­men­den Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den Städ­ten. Wäh­rend gro­ße Kom­mu­nen wie Ros­tock und Greifs­wald wüch­sen, hät­ten klei­ne­re die­se Dy­na­mik nicht. Dies füh­re zu ei­ner Sprei­zung. Ziel der Städ­te­bau­för­de­rung müs­se es des­halb auch künf­tig sein, die ur­ba­ne Le­bens­qua­li­tät in den klei­ne­ren Städ­ten zu er­hal­ten.

Die Kom­mu­nen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind in den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren ei­ner mil­li­ar­den­schwe­ren Schön­heits­kur un­ter­zo­gen wor­den. Rund fünf Mil­li­ar­den Eu­ro flos­sen nach An­ga­ben von Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry Gla­we (CDU) seit 1991 lan­des­weit aus der Städ­te­bau- und Wohn­raum­för­de­rung in rund 20.000 Ein­zel­vor­ha­ben. 120 Kom­mu­nen des Lan­des hät­ten von die­sen Pro­gram­men pro­fi­tiert. Schu­len, Rat­häu­ser, Woh­nun­gen, Plät­ze, Mu­se­en und Kir­chen sei­en sa­niert wor­den. "Das ist ei­ne Er­folgs­ge­schich­te", sag­te Gla­we. Vie­ler­orts sei es ge­lun­gen, den in­di­vi­du­el­len Cha­rak­ter der his­to­ri­schen In­nen­städ­te zu er­hal­ten oder wie­der­her­zu­stel­len.

Die Städ­te­bau­för­de­rung ge­he wei­ter, be­ton­te der Mi­nis­ter. So stün­den 200 Mil­lio­nen Eu­ro aus EU-, 57 Mil­lio­nen Eu­ro aus Städ­te­bau­för­der­mit­teln und wei­te­re 30 Mil­lio­nen Eu­ro für be­son­ders fi­nanz­schwa­che Kom­mu­nen zur Ver­fü­gung. Auf die ver­än­der­ten wirt­schaft­li­chen und de­mo­gra­fi­schen Rah­men­be­din­gun­gen wer­de durch die An­pas­sung der För­der­pro­gram­me zu re­agie­ren sein, sag­te Gla­we. Da­zu ge­hö­re die Si­che­rung der Da­seins­vor­sor­ge im länd­li­chen Raum, die bar­rie­re­ar­me Ge­stal­tung von Plät­zen, Ge­bäu­den und des Wohn­um­fel­des. Schwer­punk­te sind auch die en­er­ge­ti­sche Er­neue­rung und die För­de­rung des so­zia­len Zu­sam­men­hal­tes in den Stadt­quar­tie­ren.

Nach An­sicht des Stadt­pla­ners Deh­ne stößt Stadt­er­neue­rung dann an Gren­zen, wenn die Stadt­zen­tren nur aus Hül­len und schö­nen Fas­sa­den be­ste­hen, an­sons­ten aber leer blie­ben. Not­wen­dig sei­en des­halb ge­biets­be­zo­ge­ne Ent­wick­lungs­kon­zep­te und der fle­xi­ble Ein­satz von För­der­mit­teln.

Mit Hil­fe der Stadt­er­neue­rungs­pro­gram­me sind nach Ein­schät­zung Deh­nes nach der Wen­de die Städ­te in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in gro­ßem Stil vor dem Ver­fall ge­ret­tet und ein kul­tu­rel­les städ­te­bau­li­ches Er­be er­hal­ten wor­den, was es in west­deut­schen Bun­des­län­dern nur noch ver­ein­zelt ge­be.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. Dezember 2016

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