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Stahl­ko­cher ban­gen um ih­re Jobs: 7000 de­mons­trie­ren bei Thys­sen­krupp

Wäh­rend bei Thys­sen­krupp über Spar­maß­nah­men für die kri­seln­de Stahl­spar­te be­ra­ten wird, for­miert sich vor den Werks­to­ren der Wi­der­stand: ei­ner De­mons­tra­ti­on for­der­ten Stahl­ko­cher Klar­heit über die Plä­ne des Vor­stands
Müs­sen ein­zel­ne Wer­ke ge­schlos­sen wer­den?

01.09.2016. (dpa) - Wi­der­stand ge­gen dro­hen­de Werks­schlie­ßun­gen beim größ­ten deut­schen Stahl­kon­zern Thys­sen­krupp: Rund 7000 Stahl­ko­cher de­mons­trier­ten am Mitt­woch in Duis­burg für den Er­halt ih­rer Ar­beits­plät­ze und für In­for­ma­tio­nen über mög­li­che Spar­plä­ne.

"Wir for­dern Fak­ten, kein dum­mes Ge­schwätz", sag­te der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall in NRW, Knut Gies­ler.

Hin­ter­grund der Ak­ti­on war ei­ne für den glei­chen Tag an­ge­setz­te Sit­zung des Auf­sichts­rats der Stahl­spar­te, bei der das Gre­mi­um über die Spar­maß­nah­men be­ra­ten soll­te.

Für zu­sätz­li­che Ver­un­si­che­rung sorg­ten da­ne­ben lau­fen­de Ge­sprä­che mit dem in­di­schen Kon­kur­ren­ten Ta­ta über ei­nen mög­li­chen Zu­sam­men­schluss.

Die Sit­zung des Auf­sichts­rats der Stahl­spar­te von Thys­sen­krupp ging am Abend zu En­de, zu­nächst wur­de al­ler­dings nichts be­kannt. Am Don­ners­tag­vor­mit­tag soll es nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers ei­ne Mit­tei­lung des Un­ter­neh­mens ge­ben. Ein­zel­hei­ten nann­te er nicht.

An­ge­sichts wei­te­rer Spar­an­stren­gun­gen hat­te das Un­ter­neh­men auch Schlie­ßun­gen ein­zel­ner Wer­ke zu­letzt nicht aus­ge­schlos­sen. Be­droht sein könn­ten nach In­for­ma­ti­on des Be­triebs­rats Wer­ke in Duis­burg-Hüt­ten­heim und Bo­chum.

Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter be­fürch­ten, dass von den rund 19.000 Be­schäf­tig­ten der Stahl­spar­te zwi­schen 3000 und 4000 von Stel­len­strei­chun­gen be­trof­fen sein könn­ten. Mit der Vor­la­ge kon­kre­ter Plä­ne durch den Vor­stand der Thys­sen­krupp Steel AG wird aber erst im kom­men­den Jahr ge­rech­net.

Gies­ler warf dem Vor­stand vor, die Tra­di­ti­on der Mit­be­stim­mung in der Stahl­in­dus­trie zu ver­las­sen. "Das Mit­be­stim­mungs­recht wird mit Fü­ßen ge­tre­ten", so der NRW-IG-Me­tall-Chef. Not­wen­dig sei die Vor­la­ge kon­kre­ter In­for­ma­tio­nen als Vor­aus­set­zung für Ge­sprä­che. Die Be­schäf­tig­ten bräuch­ten end­lich Klar­heit dar­über, wel­che Zie­le sich der Kon­zern mit den an­ge­kün­dig­ten Pro­gram­men zur Kon­so­li­die­rung und Re­struk­tu­rie­rung vor­neh­men wol­le, so Gies­ler.

"Die Sinn­haf­tig­keit der Re­struk­tu­rie­rung er­klärt sich nicht von selbst. Der Kon­zern muss die­se bis ins De­tail er­klä­ren", sag­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­rats der Stahl­spar­te, Det­lef Wet­zel.

Stahl-Be­triebs­rats­chef Gün­ter Back warn­te da­vor, gül­ti­ge Ta­rif­ver­trä­ge in Fra­ge zu stel­len. Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen und Stand­ort­schlie­ßun­gen sei­en da­nach bis zum Jahr 2020 ta­bu. Kon­zern­be­triebs­rats­chef Wil­li Se­gerath warf dem Un­ter­neh­men vor, Fa­mi­li­en in exis­ten­zi­el­le Nö­te zu sto­ßen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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