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Er­neut Warn­streik im Bus­ge­wer­be

Rund 1000 Bus­fah­rer ha­ben sich laut Ver­di am Frei­tag am sechs­ten Warn­streik im pri­va­ten Bus­ge­wer­be in Schles­wig-Hol­stein be­tei­ligt: Em­pört ist die Ge­werk­schaft über Schrei­ben von Un­ter­neh­men an Strei­ken­de mit der an­geb­li­chen An­dro­hung von Ab­mah­nun­gen
Streik viele Streikende Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che der Ar­beit­ge­ber­sei­te?

02.10.2015. (dpa) - Die Warn­streiks von Bus­fah­rern im pri­va­ten Bus­ge­wer­be Schles­wig-Hol­steins sind am Frei­tag fort­ge­setzt wer­den. Die Ge­werk­schaft Ver­di teil­te mit, er­neut hät­ten sich 1000 Fah­rer be­tei­ligt. Als Ein­schüch­te­rungs­ver­such wer­te­te Ver­di gleich­lau­ten­de Schrei­ben meh­re­rer Toch­ter­un­ter­neh­men des Nah­ver­kehs­an­bie­ters Trans­dev, der zum fran­zö­si­schen Kon­zern trans­dev So­cié­té ge­hört. In dem Schrei­ben wer­de strei­ken­den Mit­ar­bei­tern mit Ab­mah­nung ge­droht, weil das Un­ter­neh­men die Streiks für rechts­wid­rig hal­te, zi­tier­te ein Ver­di-Spre­cher aus dem Text. Von Trans­dev mit Sitz in Ber­lin lag zu­nächst kei­ne Stel­lung­nah­me vor.

Der in­zwi­schen sechs­te Warn­streik hat­te um 4.00 Uhr be­gon­nen und soll­te mit Be­triebs­en­de in der Nacht zum Sams­tag en­den. Die Ge­werk­schaft woll­te vor der nächs­ten Ta­rif­ver­hand­lung am 8. Ok­to­ber Druck aus­üben. Ver­di for­dert 250 Eu­ro im Schnitt pro Mo­nat mehr, um den Lohn­ab­stand zu Bus­fah­rern von kom­mu­na­len Ar­beit­ge­bern zu ver­rin­gern. Das sind laut Ge­werk­schaft et­wa 10,8 Pro­zent. Da­ge­gen macht das nach Be­rech­nun­gen des Om­ni­bus­ver­ban­des 12 Pro­zent aus. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band hält die For­de­run­gen für un­an­ge­mes­sen und nicht fi­nan­zier­bar.

We­gen der Ab­mah­nungs­dro­hun­gen for­der­te Ver­di die für den Ver­kehr zu­stän­di­gen Stel­len im Land auf, Trans­dev da­hin­ge­hend zu über­prü­fen, ob sich das Un­ter­neh­men grund­ge­setz­kon­form ver­hält. Soll­te dies nicht der Fall sein, müss­ten die Ver­trä­ge mit dem Un­ter­neh­men ge­kün­digt wer­den, for­der­te ein Ver­di-Spre­cher. «Bei Aus­schrei­bun­gen von Stre­cken dür­fen nur sol­che Un­ter­neh­men be­rück­sich­tigt wer­den, die Ar­beit­neh­mer­rech­te und das Grund­ge­setz ach­ten und sich zu die­sen be­ken­nen», be­ton­te Ver­di. Da­zu ge­hö­re das Streik­recht. Die Schrei­ben, die in­halt­lich ein schlech­ter Witz sei­en, soll­ten ein­schüch­tern.

Zu Trans­dev ge­hö­ren im Nor­den die Un­ter­neh­men NVB Nie­büll so­wie Roh­de Hu­sum und Eu­tin. Ei­nem Ver­di-Spre­cher zu­fol­gen pro­tes­tier­te un­ge­fähr ein Dut­zend Mit­ar­bei­ter mit ei­nem Me­ga­fon vor dem Haus ei­ner Ge­schäfts­füh­re­rin in Hu­sum.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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