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Streik bei Ger­manwings vom Tisch

Mo­na­te­lang dau­er­te der Ta­rif­kon­flikt beim Luft­han­sa-Ab­le­ger Ger­manwings - und ein Streik schien un­aus­weich­lich: Mit ei­nem Kom­pro­miss wird der Ar­beits­kampf nun doch ver­mie­den
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Der Ta­rif­streit bei Ger­manwings ist be­en­det

08.07.2013. (dpa) - Gu­te Nach­richt für Flug­rei­sen­de mit­ten in der Ur­laubs­zeit: Bei der Luft­han­sa-Toch­ter Ger­manwings ist der mo­na­te­lan­ge Ta­rif­kon­flikt be­en­det wor­den.

Da­mit ist ein Streik in letz­ter Mi­nu­te ab­ge­wen­det wor­den.

Nach ei­ner zwei­tä­gi­gen Ma­ra­thon­run­de ver­kün­de­te die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo am Sams­tag die Ei­ni­gung.

Die Ar­beit­ge­ber hät­ten kurz­fris­tig ihr An­ge­bot noch ein­mal we­sent­lich ver­bes­sert und sei­en auf al­le Punk­te der Ge­werk­schaft ein­ge­gan­gen, sag­te der Ufo-Vor­sit­zen­de Ni­coley Baublies in Bad Hon­nef bei Bonn.

"Die dro­hen­den Ar­beits­kampf­maß­nah­men sind vom Tisch" und die Ger­manwings-Kun­den könn­ten be­ru­higt in den Ur­laub flie­gen.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Luft­han­sa-Toch­ter, Axel Schmidt, sag­te: "Wir sind mit un­se­rem An­ge­bot an die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo bis an den Rand des uns Mög­li­chen ge­gan­gen." Der Kom­pro­miss kom­me den For­de­run­gen der Ka­bi­nen­ge­werk­schaft sehr na­he, set­ze je­doch nicht die Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Ger­manwings aufs Spiel.

Die nun er­ziel­te Ei­ni­gung muss in den kom­men­den Wo­chen in den De­tails noch in ei­nem neu­en Ta­rif­ver­trag fest­ge­schrie­ben wer­den. Sie sieht un­ter an­de­rem ei­ne Ver­bes­se­rung der Ge­häl­ter über ei­ne Lauf­zeit von zwei Jah­ren in drei Stu­fen um knapp 6 Pro­zent vor. Ein Teil des Zu­wach­ses ist ab­hän­gig von der Er­geb­nis­ver­bes­se­rung bei Ger­manwings. Zu­sätz­lich gibt es ei­ne Ein­mal­zah­lung von ma­xi­mal 1500 Eu­ro. Bei der Luft­han­sa-Toch­ter sind gut 700 Flug­be­glei­ter be­schäf­tigt, da­von ist laut Ufo mehr als die Hälf­te ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­siert.

Er­füllt wur­de auch die For­de­rung der Ge­werk­schaft, be­fris­te­te in un­be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis­se um­zu­wan­deln. Fer­ner wur­den die Ar­beits­zei­ten neu ge­re­gelt. Ufo wer­de in Zu­kunft ge­nau dar­über wa­chen, dass es bei der Luft­han­sa und ih­rer Toch­ter lang­fris­tig und "per­spek­ti­visch" si­che­re Ar­beits­plät­ze ge­ben wer­de, be­ton­te Baublies.

Ein Streik wä­re bei Ger­manwings zu ei­nem denk­bar un­güns­ti­gen Zeit­punkt ge­kom­men und hät­te das Un­ter­neh­men an ei­ner emp­find­li­chen Stel­le ge­trof­fen. Im Vor­feld der Ei­ni­gung hat­te Luft­han­sa-Chef Chris­toph Franz die Ta­rif­par­tei­en ge­mahnt, dass die Toch­ter­fir­ma güns­tig blei­ben müs­se. Wenn dies durch zu ho­he Ta­rif­ab­schlüs­se nicht mehr ge­ge­ben sei, hät­te auch Ger­manwings ih­re Exis­tenz­grund­la­ge ver­lo­ren. Die Li­nie ist et­wa 20 bis 30 Pro­zent güns­ti­ger als die Luft­han­sa.

Erst vor ei­ner Wo­che hat­te der Bil­lig­flie­ger ein neu­es, drei­stu­fi­ges Preis­sys­tem ein­ge­führt. Es ist das Kern­stück ei­ner Neu­aus­rich­tung des Luft­han­sa-Kon­zerns in Eu­ro­pa. Da­bei wer­den künf­tig al­le Deutsch­land- und Eu­ro­paflü­ge ab­seits der Dreh­kreu­ze Frank­furt und Mün­chen nicht mehr von der Mut­ter Luft­han­sa, son­dern von Ger­manwings an­ge­bo­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. Juli 2014

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