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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/359

BAG ent­schei­det über Streik­recht in Kir­che

Ca­ri­tas ver­tei­digt kirch­li­ches Streik­ver­bot - Die Ent­schei­dung fällt heu­te
Auf dem rich­ter­li­chen Prüf­stand: Streik­recht vs. Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­che

20.11.2012 (dpa) - Vor dem mit Span­nung er­war­te­ten Ur­teil zum Streik­recht in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen hat Ca­ri­tas-Prä­si­dent Pe­ter-Ma­ria Ne­her das Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­chen ver­tei­digt. Kir­chen­mit­ar­bei­ter hät­ten "nicht ein We­ni­ger an Rech­ten", son­dern es ge­be ein an­de­res Sys­tem der Ta­rif­fin­dung, sag­te er am Diens­tag im ARD-"Mor­gen­ma­ga­zin". Ne­her ver­wies dar­auf, dass es auch an­de­re staat­li­che Be­rei­che ge­be, in de­nen es nicht er­laubt sei zu strei­ken. "In­so­fern kann man nicht vom Streik­recht als ei­nem Men­schen­recht spre­chen."

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt in Er­furt ent­schei­det am Diens­tag über die Zu­läs­sig­keit von Streiks in Ein­rich­tun­gen der Kir­che. Bis­lang sind bei Dia­ko­nie und Ca­ri­tas mit zu­sam­men 1,3 Mil­lio­nen Mit­ar­bei­tern Streiks ver­bo­ten. Dum­ping­löh­ne und Leih­ar­beit im So­zi­al­sek­tor hat­ten vor al­lem die Dia­ko­nie in Ver­ruf ge­bracht.

Die SPD-Po­li­ti­ke­rin In­grid Mat­thä­us-Mai­er hält den Son­der­weg der Kir­che beim Ar­beits­recht für "über­holt". Die Rech­te der Mit­ar­bei­ter von Dia­ko­nie und Ca­ri­tas müss­ten ge­stärkt wer­den - das be­inhal­te auch das Streik­recht, sag­te Mat­thä­us-Mai­er, Spre­che­rin der Kam­pa­gne "Ge­gen re­li­giö­se Dis­kri­mi­nie­rung am Ar­beits­platz", im Deutsch­land­funk. "Ei­nes ist klar: Seit et­wa zehn Jah­ren ist es ins­be­son­de­re in der evan­ge­li­schen Kir­che so, dass Out­sour­cing, Lohn­dum­ping, schlech­te Be­zah­lung sich ver­brei­tet hat." Da­ge­gen müss­ten Kir­chen­mit­ar­bei­ter strei­ken dür­fen.

Die Ta­ri­fe und Ar­beits­be­din­gun­gen in Ein­rich­tun­gen der Kir­chen wer­den bis­lang zu­meist in pa­ri­tä­tisch be­setz­ten Kom­mis­sio­nen aus­ge­han­delt. Kommt es den­noch zu kei­ner Ei­ni­gung, gibt es ei­nen Sch­lich­ter­spruch. Streiks und Aus­sper­run­gen sind bei die­sem so­ge­nann­ten "Drit­ten Weg" aus­ge­schlos­sen.

Doch der kirch­li­che Son­der­weg ist an­ge­sichts des wach­sen­den Kon­kur­renz­dru­ckes auf dem So­zi­al­sek­tor mit Nied­rig­löh­nen und Leih­ar­beit um­strit­ten. Die Ge­werk­schaft Ver­di macht sich in dem be­reits seit Jah­ren schwe­len­den Streit für klas­si­sche Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit Streik­recht stark.

Die für den Nach­mit­tag er­war­te­te Ent­schei­dung des obers­ten deut­schen Ar­beits­ge­richts ist für die Be­schäf­tig­ten bei den Kir­chen und ih­ren Wohl­fahrts­ver­bän­den von grund­le­gen­der Be­deu­tung. Kirch­li­che Ar­beit­ge­ber wol­len das Streik­ver­bot mit ih­ren Kla­gen ge­gen zwei an­ders­lau­ten­de vor­in­stanz­li­che Ent­schei­dun­gen höchst­rich­ter­lich be­stä­ti­gen las­sen.

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Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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