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Wie­der Streiks bei Ama­zon - Pro­tes­te an fünf deut­schen Stand­or­ten

Die Ge­werk­schaft Ver­di macht beim Ver­sandrie­sen Ama­zon wei­ter Druck: Ein Ta­rif­ver­trag für die Be­schäf­tig­ten ist den­noch nicht in Sicht
Ha­ben die Streiks was be­wirkt?

05.10.2016. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di lässt im Kampf um ei­nen Ta­rif­ver­trag beim On­line-Ver­sand­händ­ler Ama­zon nicht lo­cker: Am Diens­tag rief Ver­di an fünf Stand­or­ten bun­des­weit er­neut da­zu auf, die Ar­beit nie­der­zu­le­gen.

Be­trof­fen wa­ren die Ama­zon-Stand­or­te im ost­hes­si­schen Bad Hers­feld, in Leip­zig (Sach­sen), Ko­blenz (Rhein­land-Pfalz) so­wie Rhein­berg und Wer­ne (bei­de NRW).

Die Streiks um­fass­ten die Früh- und Spät­schicht.

In Bad Hers­feld und Ko­blenz be­gann der Pro­test be­reits in der Nacht­schicht, wie Ver­di mit­teil­te. Nach An­ga­ben von Ama­zon be­tei­lig­ten sich rund 940 Mit­ar­bei­ter der Früh­schicht an dem Streik. Nach Zäh­lung von Ver­di wa­ren es im Ta­ges­ver­lauf 1.700 Teil­neh­mer.

Ver­di wer­te­te den er­neu­ten Aus­stand beim welt­größ­ten Ver­sand­händ­ler als Er­folg. "Nach den Rück­mel­dun­gen der Stand­or­te ha­ben wir Ama­zon mit dem Streik ge­trof­fen", sag­te Tho­mas Voß von Ver­di. Nach den Fei­er­ta­gen hät­ten vie­le Be­stel­lun­gen vor­ge­le­gen, die nicht hät­ten be­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Ama­zon selbst gab sich de­mons­tra­tiv ge­las­sen: Die Streiks hät­ten kei­ne gro­ße Wir­kung ent­fal­tet.

Ne­ben den vie­len Fest­an­ge­stell­ten sei­en be­reits et­li­che mit Blick auf das Weih­nachts­ge­schäft ein­ge­stell­te Aus­hil­fen bei der Ar­beit. Zu­dem kön­nen Ver­sand­zen­tren aus dem be­nach­bar­ten eu­ro­päi­schen Aus­land hel­fen, Be­stel­lun­gen ab­zu­wi­ckeln, wie ein Ama­zon-Spre­cher in Mün­chen er­klär­te.

Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger sag­te: "Der Druck auf Ama­zon lässt nicht nach. Ama­zon muss ver­ste­hen, dass sich die Be­schäf­tig­ten oh­ne ei­nen Ta­rif­ver­trag nicht zu­frie­den ge­ben wer­den. Wir for­dern das Un­ter­neh­men auf, an den Ver­hand­lungs­tisch zu kom­men." Das aber ver­wei­gert der Bran­chen­pri­mus be­harr­lich.

Die Ge­werk­schaft ver­langt in dem seit Jah­ren schwe­len­den Kon­flikt ei­nen Ta­rif­ver­trag nach den Be­din­gun­gen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels. Das US-Un­ter­neh­men lehnt aber Ver­hand­lun­gen ab, sieht sich als Lo­gis­ti­ker und ver­weist auf ei­ne Be­zah­lung am obe­ren En­de des Bran­chen­üb­li­chen. Des­we­gen kommt es seit Mai 2013 im­mer wie­der zu Streiks an ver­schie­de­nen Stand­or­ten bun­des­weit. Ama­zon be­schäf­tigt in den Wa­ren­la­gern über 11.000 Fest­an­ge­stell­te, hin­zu kom­men der­zeit rund 3.000 Aus­hil­fen.

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Letzte Überarbeitung: 7. November 2016

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