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Stu­die: Aus­län­der fül­len deut­sche So­zi­al­kas­sen

Vor­ur­tei­le le­ben län­ger: Aus­län­der be­las­ten nur die deut­schen So­zi­al­kas­sen - glau­ben zwei Drit­tel der Deut­schen laut ei­ner Um­fra­ge. Ei­ne Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung be­legt jetzt das Ge­gen­teil
Wie groß ist der Bei­trag von Aus­län­dern zum öf­fent­li­chen Haus­halt?

28.11.2014. (dpa) - In Deutsch­land le­ben­de Aus­län­der zah­len ins­ge­samt deut­lich mehr Steu­ern als sie an So­zi­al­leis­tun­gen vom Staat be­zie­hen.

Dies zeigt ei­ne Stu­die des Zen­trums für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) im Auf­trag der Ber­tels­mann Stif­tung.

Die 6,6 Mil­lio­nen Men­schen oh­ne deut­schen Pass sorg­ten da­nach al­lein 2012 in den So­zi­al­kas­sen für ei­nen Über­schuss von ins­ge­samt 22 Mil­li­ar­den Eu­ro, heißt es in der am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die.

Um­ge­rech­net zahlt je­der Aus­län­der laut Stu­die pro Jahr und im Schnitt 3300 Eu­ro mehr Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben als er an staat­li­chen Trans­fer­leis­tun­gen zu­rück­er­hält. Die­ses Plus pro Kopf sei in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren um über die Hälf­te ge­stie­gen.

Da­bei zahl­ten 67 Pro­zent der hier le­ben­den Aus­län­der mehr Steu­ern als sie an Trans­fer­leis­tun­gen des Staa­tes zu­rück­er­hal­ten. Bei den Deut­schen sind dies nur 60 Pro­zent. Den­noch wa­ren nach ei­ner Mei­nungs­um­fra­ge der Ber­tels­mann-Stif­tung im glei­chen Jahr zwei Drit­tel der Deut­schen über­zeugt, dass Zu­wan­de­rung die So­zi­al­sys­te­me nur be­las­te. Die vor­lie­gen­de Un­ter­su­chung der Wirt­schafts­for­scher wi­der­le­ge die­se Auf­fas­sung, sag­te Stif­tungs-Vor­stand Jörg Drä­ger.

Der Bei­trag der Aus­län­der zu den öf­fent­li­chen Haus­hal­ten könn­te aus Sicht der For­scher noch er­heb­lich grö­ßer wer­den, wenn sich ihr Bil­dungs- und Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau er­hö­he. Wenn die be­reits heu­te in Deutsch­land le­ben­den Aus­län­der un­ter 30 Jah­ren durch­schnitt­lich das glei­che Bil­dungs­ni­veau er­reich­ten wie die Deut­schen und da­durch im Job ent­spre­chend bes­ser ver­dien­ten, wür­de die­se Al­ters­grup­pe über ih­re ge­sam­te Le­bens­zeit 118 400 Eu­ro pro Kopf mehr an Steu­ern und Ab­ga­ben zah­len, rech­nen die For­scher vor.

"Gu­te Bil­dungs­po­li­tik ist die bes­te In­te­gra­ti­ons­po­li­tik", sag­te Drä­ger. Da­bei sei das Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau der Zu­wan­de­rer in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­reits merk­lich ge­stie­gen. Die For­scher ver­wei­sen dar­auf, dass laut Mi­kro­zen­sus be­reits 2009 drei Vier­tel al­ler aus­län­di­schen Bür­ger zu den Hoch- und Mit­tel­qua­li­fi­zier­ten zähl­ten.

Ei­ne lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­sie­rung der Staats­haus­hal­te sei auch über qua­li­fi­zier­te Zu­wan­de­rung zu er­rei­chen, sag­te der Au­tor der Stu­die, Hol­ger Bo­nin. "Je bes­ser qua­li­fi­ziert die Zu­wan­de­rer, des­to hö­her ist ihr Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung der öf­fent­li­chen Kas­sen." Nach sei­ner Hoch­rech­nung könn­te je­der Bür­ger in Deutsch­land um mehr als 400 Eu­ro jähr­lich fis­ka­lisch ent­las­tet wer­den, wenn künf­tig min­des­tens 200 000 Zu­wan­de­rer pro Jahr nach Deutsch­land kä­men - und 30 Pro­zent von ih­nen hoch und wei­te­re 50 Pro­zent mit­tel qua­li­fi­ziert wä­ren.

Bis En­de 2013 war die Zahl der in Deutsch­land le­ben­den Aus­län­der be­reits laut Zen­tral­re­gis­ter auf 7,6 Mil­lio­nen an­ge­stie­gen. 2014 wird ein wei­te­rer Zu­wachs an Flücht­lin­gen we­gen der welt­wei­ten Kon­flik­te, un­ter an­de­rem in Sy­ri­en, er­war­tet. Un­ter den Asyl­su­chen­den be­fin­den sich zum Teil hoch­qua­li­fi­zier­te Ar­beits­kräf­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 25. März 2015

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