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Stu­die: El­tern­geld führt zu län­ge­ren Still­zei­ten

Das El­tern­geld hat auch Aus­wir­kun­gen auf das Still­ver­hal­ten der Müt­ter: Mehr Ba­bys wer­den min­des­tens vier Mo­na­te ge­stillt - wie von Ge­sund­heits­ex­per­ten emp­foh­len
Mann und Frau mit Kinderwagen Wel­che Aus­wir­kun­gen hat das El­tern­geld?

28.07.2015. (dpa) - Seit Ein­füh­rung des El­tern­gel­des stil­len mehr Müt­ter ih­re Kin­der län­ger als zu­vor.

Das er­gab ei­ne Stu­die des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW), die am Mon­tag ver­öf­fent­licht wur­de.

"Der An­teil von Müt­tern, die min­des­tens vier Mo­na­te stil­len, hat si­gni­fi­kant zu­ge­nom­men, aber nur un­ter den Müt­tern, die von dem El­tern­geld im Ver­gleich zum Er­zie­hungs­geld pro­fi­tie­ren", sag­te DIW-For­sche­rin Ka­tha­ri­na Spieß.

Wäh­rend vor der Re­form et­wa 61 Pro­zent der be­tref­fen­den Müt­ter ih­re Kin­der min­des­tens vier Mo­na­te still­ten, sei­en es seit der Re­form 71 Pro­zent.

Das El­tern­geld - nicht zu ver­wech­seln mit dem Be­treu­ungs­geld - gibt es seit 2007. Es soll den Ein­kom­mens­aus­fall durch Ar­beits­ver­zicht zu ei­nem Teil er­set­zen und kann für 12 Mo­na­te be­zo­gen wer­den. Wenn Va­ter und Mut­ter El­tern­zeit neh­men, wird es bis zu 14 Mo­na­te lang ge­zahlt. Das bis 2007 be­ste­hen­de Er­zie­hungs­geld wur­de nur für El­tern mit ver­gleichs­wei­se klei­nen Ein­kom­men ge­zahlt, und die Be­trä­ge wa­ren in der Re­gel ge­rin­ger.

Nach An­ga­ben des DIW stieg der An­teil der Müt­ter, die ihr Kind min­des­tens sechs Mo­na­te stil­len, mit Ein­füh­rung des El­tern­gel­des von 53 auf 61 Pro­zent. Müt­ter, für die das El­tern­geld im Ver­gleich zum Er­zie­hungs­geld kei­ne Vor­tei­le brach­te, hät­ten ihr Still­ver­hal­ten je­doch in der­sel­ben Zeit nicht ver­än­dert. Auch an­de­re Fak­to­ren zeig­ten, dass die Stu­die nicht nur ei­ne zu­fäl­li­ge Kor­re­la­ti­on zwi­schen El­tern­geld und der Län­ge des Stil­lens wi­der­spie­ge­le, son­dern ei­nen ur­säch­li­chen Zu­sam­men­hang, sag­te Spieß. Gleich­ge­blie­ben sei et­wa die Ent­schei­dung von Müt­tern, ob sie nach der Ge­burt über­haupt stil­len oder nicht, schreibt der "Ta­ges­spie­gel" (Mon­tag), der zu­erst über die Stu­die be­rich­tet hat­te.

Die Na­tio­na­le Still­kom­mis­si­on emp­fiehlt, Neu­ge­bo­re­ne min­des­tens vier Mo­na­te lang aus­schließ­lich zu stil­len und spä­tes­tens ab dem 7. Mo­nat zu­sätz­lich Bei­kost zu ge­ben. Für die Stu­die wer­te­ten die Au­to­rin­nen Da­ten von mehr als 950 be­frag­ten Müt­tern aus dem so­zio-oeko­no­mi­schen Pa­nel (SO­EP) aus, für das im Auf­trag des DIW seit 30 Jah­ren Men­schen be­fragt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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