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Stu­die: Ge­ring­ver­die­ner pro­fi­tie­ren kaum von der Ries­ter-Ren­te

Die Ries­ter-Ren­te war ei­gent­lich als Mit­tel ge­gen Al­ters­ar­mut vor­ge­se­hen: Doch jüngs­ten Un­ter­su­chun­gen zu­fol­ge kommt die­se Form der Al­ters­vor­sor­ge eher je­nen zu­gu­te, die fi­nan­zi­ell oh­ne­hin schon gut ab­ge­si­chert sind
Rentnerpaar auf Parkbank Wer er­hält die För­der­sum­men?

08.07.2015. (dpa) - Die Ries­ter-Ren­te scheint weit­ge­hend das Ziel zu ver­feh­len, Ge­ring­ver­die­ner vor Al­ters­ar­mut zu be­wah­ren.

Ei­ner Stu­die zu­fol­ge pro­fi­tie­ren vor al­lem Gut­ver­die­ner von die­ser Form der Al­ters­vor­sor­ge - we­ni­ger hin­ge­gen die un­te­ren Ein­kom­mens­grup­pen.

Die­se For­schungs­er­geb­nis­se prä­sen­tier­ten am Diens­tag Wis­sen­schaft­ler der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin und des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW).

Die obe­ren 20 Pro­zent der Ein­kom­mens­ska­la er­hal­ten dem­nach et­wa 38 Pro­zent der staat­li­chen För­der­sum­me.

Auf die un­te­ren 20 Pro­zent ent­fal­len da­ge­gen nur sie­ben Pro­zent des Gel­des.

Ries­ter-Spa­rer müs­sen jähr­lich vier Pro­zent ih­res Ein­kom­mens ein­zah­len, wenn sie in den Ge­nuss der staat­li­chen Zu­la­ge von 154 Eu­ro kom­men wol­len. Schon seit Jah­ren wird aber be­ob­ach­tet, dass Ge­ring­ver­die­ner ver­gleichs­wei­se sel­ten ei­nen sol­chen Ren­ten­ver­trag ab­schlie­ßen.

Die Lin­ke sieht die Stu­die als wei­te­ren Be­weis da­für, dass das Drei-Säu­len-Prin­zip von ge­setz­li­cher, be­trieb­li­cher und pri­va­ter Al­ters­vor­sor­ge ge­schei­tert sei. Die Par­tei­vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping be­klag­te: "Die Ries­ter-Ren­te ist so­zi­al­po­li­tisch un­sin­nig und pri­vi­le­giert die oh­ne­hin Pri­vi­le­gier­ten."

Die Grü­nen for­der­ten ei­nen Neu­start bei der Ries­ter-Ren­te: "Ge­ring­ver­die­ner brau­chen ei­ne Op­ti­on, die sich für sie auch lohnt", sag­te ihr Fi­nanz­ex­per­te Ger­hard Schick. "Die viel zu ho­hen Kos­ten der Ries­ter-Pro­duk­te müs­sen run­ter." Der ren­ten­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-Frak­ti­on, Mar­kus Kurth, warb für die Ein­füh­rung ei­ner öf­fent­lich-recht­lich ver­wal­te­ten Ba­sis­ren­te als Al­ter­na­ti­ve zu den Ries­ter-Pro­duk­ten: "Für Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men birgt die ge­för­der­te pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge mehr Ri­si­ken als Chan­cen."

Die Bun­des­re­gie­rung und die Ver­si­che­rer wi­der­spra­chen den Zah­len der For­scher. Der Ge­samt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft be­ton­te, mehr als 60 Pro­zent der Ver­si­cher­ten, die ei­ne Zu­la­ge be­kom­men, lä­gen un­ter dem Ein­kom­mens­durch­schnitt. Ähn­lich ar­gu­men­tier­te das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um: Den An­ga­ben ei­ner Spre­che­rin zu­fol­ge ver­dient fast die Hälf­te der Zu­la­gen­emp­fän­ger im Jahr we­ni­ger als 20 000 Eu­ro.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. April 2016

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