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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/009

Stu­die: Nach Prak­ti­ker-Plei­te fan­den die meis­ten wie­der ei­nen Job

Zwei­ein­halb Jah­re nach den Plei­ten von Prak­ti­ker und Max Bahr stellt sich her­aus, dass für vie­le Be­schäf­tig­te die Ka­ta­stro­phe halb­wegs glimpf­lich aus­ge­gan­gen ist: Aber längst nicht für al­le
Arbeitnehmer Krawatte Mitte Wie vie­le der ehe­mals Be­schäf­tig­ten fan­den wie­der ei­ne Stel­le?

08.01.2016. (dpa) - Die meis­ten ehe­ma­li­gen Be­schäf­tig­ten der in­sol­ven­ten Bau­markt­ket­ten Prak­ti­ker und Max Bahr ha­ben wie­der ei­nen Job ge­fun­den.

Das er­gab ei­ne wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chung über die Ar­beit der Trans­fer­ge­sell­schaf­ten, die nach den bei­den In­sol­ven­zen ein­ge­setzt wor­den wa­ren.

Laut den am Don­ners­tag in Ham­burg vor­ge­stell­ten Er­geb­nis­sen fan­den rund zwei Drit­tel der Be­schäf­tig­ten in ei­ne neue so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung oder in die Selbst­stän­dig­keit.

Ein Vier­tel sei da­ge­gen ar­beits­los ge­blie­ben.

Das sei ein sehr gu­tes Er­geb­nis - auch im Ver­gleich zu ähn­li­chen Fäl­len, sag­te Stu­di­en­lei­ter Ger­not Müh­ge vom Bo­chu­mer Helex-In­sti­tut. Bei der Schle­cker-In­sol­venz fan­den et­wa 49 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten wie­der ei­ne Stel­le, 39 Pro­zent blie­ben da­ge­gen ar­beits­los. Vie­le Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten gibt es je­doch nicht. Mit 7600 Be­schäf­tig­ten (von 8200 Be­rech­tig­ten) in sechs ver­schie­de­nen Trans­fer­ge­sell­schaf­ten war der Fall Prak­ti­ker/Max Bahr der größ­te seit 1998.

Ins­ge­samt be­schäf­tig­ten bei­de Bau­markt­ket­ten in über 300 Fi­lia­len rund 15.000 Ar­beit­neh­mer, von de­nen aber 5500 ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt wa­ren und nicht für ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft in­fra­ge ka­men. Über ihr be­ruf­li­ches Schick­sal ist nichts be­kannt.

Prak­ti­ker und Max Bahr wa­ren 2013 zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den und hat­ten 2014 ih­re letz­ten Fi­lia­len ge­schlos­sen. Zahl­rei­che Stand­or­te wur­den von an­de­ren Bau­markt­ket­ten oder Ein­zel­händ­lern über­nom­men, an­de­re er­satz­los ge­schlos­sen oder um­ge­wan­delt. Nur rund 20 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten konn­ten am glei­chen Stand­ort wei­ter­ar­bei­ten.

Trans­fer­ge­sell­schaf­ten sind ein ar­beits­markt­po­li­ti­sches In­stru­ment, das nicht nur bei In­sol­ven­zen ein­ge­setzt wird, son­dern auch bei grö­ße­ren Ent­las­sun­gen. An den Kos­ten be­tei­li­gen sich die Un­ter­neh­men oder Gläu­bi­ger so­wie die Agen­tur für Ar­beit. Bei Prak­ti­ker/Max Bahr la­gen die Kos­ten in der Grö­ßen­ord­nung von 100 Mil­lio­nen Eu­ro.

Da­bei wa­ren die Be­schäf­tig­ten nur drei bis sechs Mo­na­te in den Trans­fer­ge­sell­schaf­ten - und da­mit kür­zer als die ge­setz­li­che Höchst­dau­er von zwölf Mo­na­ten. An­dern­falls hät­ten die Ge­sell­schaf­ten noch er­folg­rei­cher ar­bei­ten kön­nen, mein­te Müh­ge. In den Auf­fang­ge­sell­schaf­ten er­hal­ten die von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­ten Ar­beit­neh­mer Be­ra­tung, Be­wer­bungs­trai­nings und zu­sätz­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen wie zum Bei­spiel Com­pu­ter­schu­lun­gen oder Sprach­kur­se.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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