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Süd­west­me­tall: Min­dest­lohn und Ren­ten­plä­ne brem­sen Wirt­schaft

Der Ver­band der Me­tall­in­dus­trie warnt vor den Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung: Für die­ses Jahr ist die Bran­che zwar po­si­tiv ge­stimmt. Lang­fris­tig könn­ten Ren­te mit 63 und Min­dest­lohn die Wirt­schaft im Süd­wes­ten aber mehr mit­neh­men als bis­lang er­war­tet
Münzen, Münzhaufen Was wird kri­ti­siert?

28.03.2014. (dpa) - Die Me­tall­in­dus­trie hat vor lang­fris­ti­gen ne­ga­ti­ven Fol­gen der Re­gie­rungs­plä­ne zu Min­dest­lohn und Ren­te auf die Wirt­schaft in Ba­den-Würt­tem­berg ge­warnt.

Zwar be­we­ge sich der Süd­wes­ten noch auf ho­hem Ni­veau - die Dy­na­mik ha­be aber in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Ge­gen­satz zu Bay­ern nach­ge­las­sen, sag­te der Süd­west­me­tall-Vor­sit­zen­de Ste­fan Wolf am Don­ners­tag in Stutt­gart.

Er ver­wies auf ei­ne ent­spre­chen­de Un­ter­su­chung des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln. "Ich ha­be das Ge­fühl, die Po­li­tik ver­liert mehr und mehr den Blick für die lang­fris­ti­ge Ent­wick­lung." Wenn sich die po­li­ti­schen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ver­schlech­tern, se­he er dar­in ei­ne Ge­fahr für den In­dus­trie­stand­ort.

Die Plä­ne für ei­ne Ren­te mit 63 sei­en an­ge­sichts des dro­hen­den Fach­kräf­te­man­gels kon­tra­pro­duk­tiv, so Wolf. Die in die­ser Wo­che ver­öf­fent­lich­ten Plä­ne für den Min­dest­lohn stell­ten ei­nen Ein­griff in die Ta­rif­au­to­no­mie dar, warn­te Wolf. So sei­en Über­gangs­re­geln beim Min­dest­lohn nur bei all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trä­gen vor­ge­se­hen.

Der Re­fe­ren­ten­ent­wurf se­he au­ßer­dem vor, dass Ar­beits­zeit­kon­ten in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten aus­ge­gli­chen wer­den. Da­mit wer­de den Be­trie­ben ein wich­ti­ges In­stru­ment zur Fle­xi­bi­li­sie­rung aus der Hand ge­schla­gen, so ein Süd­west­me­tall-Spre­cher.

Kurz­fris­tig schätzt die Bran­che ih­re Si­tua­ti­on gar nicht so schlecht ein: Ei­ner ak­tu­el­len Mit­glie­der­be­fra­gung zu­fol­ge rech­nen zwei Drit­tel der Be­trie­be in die­sem Jahr mit stei­gen­den Auf­trä­gen und Um­sät­zen. 40 Pro­zent wol­len mehr in­ves­tie­ren. Al­ler­dings ge­he der Trend im­mer wei­ter zu mehr In­ves­ti­tio­nen im Aus­land, so Wolf. Im Ge­gen­satz zur Si­tua­ti­on vor drei oder vier Jah­ren ge­be es kei­ne An­rei­ze mehr für aus­län­di­sche Fir­men, Stand­or­te in Deutsch­land auf­zu­bau­en.

Da­für macht Wolf auch die grün-ro­te Po­li­tik ver­ant­wort­lich. Die Lan­des­re­gie­rung wer­de eher als "wirt­schafts­ver­hal­ten" wahr­ge­nom­men. Der Kon­flikt um das Bahn­pro­jekt Stutt­gart 21 bei­spiels­wei­se sei noch nicht be­frie­det. An­de­re Bun­des­län­der buhl­ten da­ge­gen um In­ves­to­ren. Wolf for­der­te "ein kla­res Be­kennt­nis zum Wirt­schafts­stand­ort".

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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