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TK-Stu­die: Job und zu ho­he An­sprü­che sor­gen für Stress

Mehr als die Hälf­te der Deut­schen fühlt sich häu­fig un­ter Strom, stress­be­ding­te Er­kran­kun­gen neh­men ra­pi­de zu: Vor al­lem jun­ge Er­wach­se­ne su­chen dann Ent­span­nung vor dem Fern­se­her oder Com­pu­ter - doch das bringt oft nichts
Wie sieht ei­ne ge­sun­de Un­ter­neh­mens­kul­tur aus?

13.10.2016. (dpa) - An­ge­spannt, ge­hetzt, un­ge­dul­dig: Die Mehr­heit der Er­wach­se­nen in Deutsch­land klagt ei­ner neu­en Stu­die zu­fol­ge über Stress.

61 Pro­zent der Bun­des­bür­ger füh­len sich min­des­tens manch­mal un­ter Druck, so das Er­geb­nis ei­ner For­sa-Um­fra­ge im Auf­trag der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK), die am Mitt­woch in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de.

Stress­fak­to­ren sind dem­nach vor al­lem der Job (46 Pro­zent), ho­he An­sprü­che an sich selbst (43 Pro­zent) und Ter­mi­ne in der Frei­zeit (33 Pro­zent).

Die Fehl­zei­ten we­gen psy­chi­scher, vor al­lem auch stress­be­ding­ter Er­kran­kun­gen wie De­pres­sio­nen, Angst- oder Be­las­tungs­stö­run­gen stie­gen in den letz­ten 15 Jah­ren um et­wa 90 Pro­zent. Al­ler­dings ha­be sich auch die Dia­gnos­tik deut­lich ver­bes­sert, so dass Krank­hei­ten frü­her er­kannt wür­den, sag­te TK-Chef Jens Baas. Al­lein bei den TK-Ver­si­cher­ten ha­be es im ver­gan­ge­nen Jahr über 2,3 Mil­lio­nen Fehl­ta­ge we­gen Be­las­tungs- und An­pas­sungs­stö­run­gen ge­ge­ben.

Ein Aus­lö­ser ist das Pro­blem, nach Fei­er­abend oder im Ur­laub nicht ab­schal­ten zu kön­nen. Knapp je­der drit­te Be­rufs­tä­ti­ge ist "al­ways on", al­so stän­dig er­reich­bar. "Das spricht nicht für ei­ne ge­sun­de Un­ter­neh­mens­kul­tur", sag­te Baas. Nicht Re­gu­lie­run­gen wür­den das Pro­blem lö­sen, son­dern ein ent­spre­chen­des Vor­le­ben, auch in den Füh­rungs­ebe­nen. Man müs­se sich fra­gen, ob die­se Form der Er­reich­bar­keit wirk­lich not­wen­dig sei.

Au­ßer­dem kommt es nach den Er­geb­nis­sen der Stu­die nicht un­be­dingt nur auf die Men­ge an Ar­beit an, die Be­schäf­tig­te un­ter Druck setzt. Auch feh­len­de An­er­ken­nung für Ge­leis­te­tes setzt Ar­beit­neh­mern zu. Auch das sei ei­ne Fra­ge der Kul­tur, er­klär­te Pe­ter Wendt, zu­stän­dig für Um­fra­gen bei der Kran­ken­kas­se.

Wer die Ar­beit auch nach Fei­er­abend nicht aus dem Kopf be­kommt, lei­det vor al­lem un­ter Ver­span­nun­gen, Er­schöp­fung, Schlaf­stö­run­gen und Kopf­schmer­zen. Um dies zu ver­hin­dern, sei ent­spre­chen­der Aus­gleich vom Job not­wen­dig. Je­der sieb­te Be­frag­te fin­det Ent­span­nung im Hob­by, Nichts­tun, bei Freun­den oder Fa­mi­lie.

Knapp ein Drit­tel, vor al­lem jun­ge Er­wach­se­ne, sucht nach Fei­er­abend bei Com­pu­ter­spie­len und in so­zia­len Netz­wer­ken Ent­span­nung, die Hälf­te vor dem Fern­se­her. Doch da­vor warn­te Baas: "Wenn man sei­nen Fei­er­abend in der glei­chen pas­si­ven Hal­tung vor dem flim­mern­den Bild­schirm ver­bringt wie zu­vor den Ar­beits­tag, ist das na­tür­lich kein Aus­gleich."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 2. Dezember 2016

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