HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/286

Rin­gen um Ta­rif­frie­den bei der Bahn vor­erst ge­schei­tert

Zwei Ge­werk­schaf­ten ri­va­li­sie­ren bei dem Bun­des­kon­zern: Erst wenn sie ei­nig sind, will das Un­ter­neh­men über mehr Geld für die Mit­ar­bei­ter ver­han­deln. Seit Mon­tag ist of­fen, wie es wei­ter­geht
Lokführer mit Lok Wie wird es mit den Ta­rif­ver­hand­lun­gen wei­ter­ge­hen?

19.08.2014. (dpa) - Die Ge­sprä­che über Spiel­re­geln für Ta­rif­ver­hand­lun­gen bei der Deut­schen Bahn sind vor­erst ge­schei­tert.

"Was wir heu­te er­lebt ha­ben, ist ein bei­spiel­lo­ser Rück­schritt", teil­te Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber nach ei­nem Tref­fen in Frank­furt am Mon­tag mit.

Er warf der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) vor, mit ei­ner Kehrt­wen­de das Schei­tern her­bei­ge­führt zu ha­ben.

Die GDL be­stä­tig­te das En­de der Ko­ope­ra­ti­ons­ver­hand­lun­gen.

An den Ge­sprä­chen war auch die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) be­tei­ligt. Es ging dar­um, wel­che Ge­werk­schaft für wel­che Grup­pen un­ter den 170 000 Be­schäf­tig­ten ver­han­deln darf. Die Bahn hat­te ei­nen Vor­schlag vor­be­rei­tet, wo­nach GDL und EVG sich je­weils ab­stim­men, je­doch ei­ne der bei­den Ge­werk­schaf­ten fe­der­füh­rend mit der Bahn ver­han­delt. Man wol­le kei­ne kon­kur­rie­ren­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen, hieß es.

Die GDL sieht das an­ders: Ei­ne Ta­rif­ein­heit be­deu­te nichts an­de­res als die ge­ziel­te Um­ge­hung von Plu­ra­li­tät und Wett­be­werb, sag­te GDL-Chef Claus We­sels­ky. "Ko­ope­ra­tio­nen sind grund­sätz­lich ei­ne gu­te Sa­che, doch wenn sie auf ein Ta­rif­kar­tell zu Las­ten al­ler Ge­werk­schafts­mit­glie­der hin­aus­lau­fen, dann ist das mit uns nicht zu ma­chen." Die von der Bahn ent­wor­fe­nen Ver­trags­grund­la­gen soll­ten da­zu die­nen, "dau­er­haft Mit­glie­der ers­ter und zwei­ter Klas­se im Ta­rif­ge­schäft zu fi­xie­ren."

Die Bahn will erst über mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten ver­han­deln, wenn die Spiel­re­geln un­ter den bei­den ri­va­li­sie­ren­den Ge­werk­schaf­ten ge­klärt sind. Für die­sen Mitt­woch ist aber seit Wo­chen ei­ne Ver­hand­lungs­run­de mit der GDL über Ein­kom­mens­ver­bes­se­run­gen ver­ab­re­det. "Die­ser Ter­min ist nicht ab­ge­sagt und wir be­wer­ten die La­ge", sag­te ei­ne Bahn­spre­che­rin am Mon­tag da­zu nur.

En­de Ju­ni war ein Grund­la­gen­ta­rif­ver­trag aus­ge­lau­fen, nach dem die GDL für die rund 20 000 Lok­füh­rer bei der Bahn zu­stän­dig war und die EVG für die an­de­ren Be­rufs­grup­pen des Kon­zerns, dar­un­ter auch die Zug­be­glei­ter. Die­se Auf­tei­lung steht nun zur Dis­po­si­ti­on

"Statt Ver­han­deln auf Au­gen­hö­he mit fai­ren Spiel­re­geln ste­hen die Macht­ver­hält­nis­se un­ter Ge­werk­schaf­ten im Mit­tel­punkt - das ent­spricht nicht un­se­rem Ver­ständ­nis von So­zi­al­part­ner­schaft", kri­ti­sier­te Per­so­nal­vor­stand We­ber. Auch die EVG warf der GDL vor, den ein­ge­schla­ge­nen Weg der fai­ren Zu­sam­men­ar­beit ver­las­sen zu ha­ben.

Im Sep­tem­ber will auch die EVG Ge­halts­ta­rif­ver­hand­lun­gen be­gin­nen. Am nächs­ten Mon­tag wird sie ih­re For­de­rung be­schlie­ßen. Die GDL ver­langt für die Be­schäf­tig­ten fünf Pro­zent mehr Lohn und zwei Wo­chen­ar­beits­stun­den we­ni­ger.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de