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ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/375

Im Ta­rif­jahr 2014 gibt es mehr zu ver­tei­len

Im kom­men­den Jahr ste­hen et­li­che Ta­rif­ver­hand­lun­gen an, auch wenn die ganz di­cken Bro­cken feh­len: Die sta­bi­len Kon­junk­tur­aus­sich­ten las­sen Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te auf Re­al­lohn-Stei­ge­run­gen hof­fen
Arbeitnehmer Krawatte Mitte Kön­nen sich Ar­beit­neh­mer auf ei­ne Re­al­lohn-Stei­ge­rung freu­en?

21.12.2013. (dpa) - Zu­letzt hat die Bun­des­bank kei­nen Zwei­fel ge­las­sen: Deutsch­land steht am Be­ginn ei­nes klei­nen Auf­schwungs.

Min­des­tens in den kom­men­den bei­den Jah­ren wer­den die star­ke Bin­nen­nach­fra­ge und die wie­der an­zie­hen­de Welt­kon­junk­tur der deut­schen Wirt­schaft sta­bi­le Zu­wachs­ra­ten brin­gen.

An­ge­sichts ei­nes weit­ge­hend sta­bi­len Ar­beits­mark­tes sind das gu­te Nach­rich­ten für Job-In­ha­ber, denn sie stär­ken die Po­si­ti­on der Ge­werk­schaf­ten bei den an­ste­hen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen.

Nach ei­ner Zu­sam­men­stel­lung des Düs­sel­dor­fer WSI-Ta­rif­ar­chivs der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung wer­den von En­de 2013 bis En­de 2014 neue Ta­ri­fe für 10,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te ver­han­delt. Im Jahr zu­vor wa­ren es über 2 Mil­lio­nen Be­trof­fe­ne mehr.

Die Pa­let­te reicht von der Che­mie-In­dus­trie (rund 550 000 Be­schäf­tig­te) über den dicks­ten Bro­cken Öf­fent­li­cher Dienst von Bund und Kom­mu­nen (1,7 Mil­lio­nen) bis zum Bau­haupt­ge­wer­be, der Druck- und der Kau­tschu­k­in­dus­trie. In re­gio­na­len Run­den wird un­ter an­de­rem im Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be und im pri­va­ten Ver­kehrs­ge­wer­be ge­spro­chen, da­zu ste­hen Haus­ta­ri­fe bei Groß­un­ter­neh­men wie der Deut­schen Te­le­kom an.

Den Auf­takt ins Ta­rif­jahr macht die Che­mie-In­dus­trie, de­ren Ver­tre­ter sich be­reits am 15. Ja­nu­ar in Darm­stadt zu ih­rer ers­ten bun­des­wei­ten Ver­hand­lungs­run­de tref­fen. Die IG BCE geht mit ei­ner For­de­rung nach 5,5 Pro­zent mehr Geld in die Ge­sprä­che. Die­se pas­se nicht zur kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung der Bran­che, die ins­be­son­de­re im Phar­ma-Be­reich er­heb­lich un­ter Druck ste­he, kla­gen die Ar­beit­ge­ber. Bis zu 6 Pro­zent mehr will die NGG im kom­men­den Jahr für ih­re Mit­glie­der ver­lan­gen.

Die wich­tigs­te deut­sche In­dus­trie­bran­che Me­tall und Elek­tro mit rund 3,6 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten hat ih­ren ak­tu­el­len Flä­chen­ta­rif­ver­trag erst zum En­de De­zem­ber 2014 künd­bar ge­stellt, ernst­haft ver­han­delt wird da­mit wohl erst nach der nächs­ten Weih­nachts­pau­se. We­gen des gro­ßen zeit­li­chen Ab­stan­des war von mög­li­chen For­de­rungs­hö­hen bei der IG Me­tall noch nicht viel zu hö­ren. Den Me­tal­lern brennt al­ler­dings die Fra­ge nach va­ria­blen Über­gän­gen in die Ren­te auf den Nä­geln, ei­ne rei­ne Lohn­run­de wie 2013 wird es ers­ten An­kün­di­gun­gen zu­fol­ge wohl nicht wie­der ge­ben.

Im na­he­zu ab­ge­lau­fe­nen Jahr 2013 ha­ben vie­le ta­rif­li­che Ar­beit­neh­mer auch nach Ab­zug der In­fla­ti­on mehr in der Ta­sche ge­habt als im Jahr zu­vor. Wer al­ler­dings re­gel­mä­ßig ho­he Bo­ni und Zu­la­gen zu sei­nem Ent­gelt zähl­te, könn­te 2013 zu den Re­al­lohn­ver­lie­rern ge­hö­ren. Nach drei Quar­ta­len sieht das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt die Brut­to­ent­gel­te vor al­lem we­gen ge­rin­ge­rer Son­der- und Ein­mal­zah­lun­gen bei Ban­ken und Ver­si­che­run­gen so­wie im Öf­fent­li­chen Dienst un­ter­halb der In­fla­ti­on. Nach drei Jah­ren Zu­wachs zeich­net sich da­mit für 2013 un­ter dem Strich erst­mals wie­der ein leich­ter Re­al­lohn­ver­lust ab.

Die im Ver­gleich zu 2013 hö­he­ren Wachs­tums­pro­gno­sen - die Bun­des­bank geht bei­spiels­wei­se von 1,7 Pro­zent Wirt­schafts­wachs­tum nach 0,5 Pro­zent in 2013 aus - dürf­ten die For­de­run­gen für 2014 be­flü­geln. Die Ge­werk­schaft Ver­di will ih­re Kar­ten für die größ­te Ta­rif­ver­hand­lung des Jah­res erst im Fe­bru­ar auf den Tisch le­gen.

Für die Ge­samt­heit der Ta­rif­be­schäf­tig­ten soll­ten jah­res­be­zo­ge­ne no­mi­na­le Ta­rif­stei­ge­run­gen von et­wa 2,8 Pro­zent wie­der drin sein, meint WSI-Ta­rif­ex­per­te Rein­hard Bispinck. Das sei aber nicht ge­nug: "Zur wei­te­ren Stär­kung der Bin­nen­nach­fra­ge bräuch­ten wir ei­gent­lich 3 Pro­zent plus x."

Mit ei­ner Ver­stär­kung des Lohn­an­stiegs sei zu rech­nen, schreibt auch die Bun­des­bank. Das sei in ge­wis­ser Wei­se ei­ne Nor­ma­li­sie­rung in Fol­ge der im Ver­gleich zur ver­gan­ge­nen De­ka­de nach­hal­tig ver­bes­ser­ten La­ge am Ar­beits­markt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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