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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/179

Ta­rif­kon­flikt im Ein­zel­han­del dau­ert an

Noch im­mer gibt es bun­des­wei­te kei­ne Be­we­gung bei den Ta­rif­ver­hand­lun­gen im Ein­zel­han­del. Die Fron­ten sind ver­här­tet.
Einzelhandel, Kassiererin im Supermarkt

05.07.2017. (dpa/wie) - In bun­des­weit 14 Ta­rif­be­zir­ken wird seit Mo­na­ten über neue Ta­rif­ver­trä­ge für die Ar­beit­neh­mer im Ein­zel­han­del ge­strit­ten (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/142 Warn­streiks im Ein­zel­han­del). Bis­lang blie­ben die Ver­hand­lun­gen zwi­schen Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­bern al­ler­dings er­geb­nis­los.

In Nord­rhein-West­fa­len tra­fen sich die Ge­werk­schaft Ver­di und die Ar­beit­ge­ber am 3. Ju­li zur vier­ten Ver­hand­lungs­run­de. Nach­dem kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wur­de, ist die Fort­set­zung für den 29. Au­gust ge­plant. Die Ge­werk­schaft wer­de nun wei­te­re Maß­nah­men prü­fen. Laut Ver­di ha­ben sich be­reits 4.000 Be­schäf­tig­te in NRW an den Ar­beits­kämp­fen be­tei­ligt.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ar­beit­ge­ber­sei­te, Berndfried Dorn­sei­fer, sag­te in ei­ner Mit­tei­lung: "Wir möch­ten die Be­schäf­tig­ten im nord­rhein-west­fä­li­schen Ein­zel­han­del nicht von Lohn­ent­wick­lun­gen ab­kop­peln. Al­ler­dings müs­sen sich die­se in ei­nem für die Bran­che ver­tret­ba­ren Rah­men be­we­gen."

Ei­nen Tag zu­vor wur­de die zwei­te Ver­hand­lungs­run­de für den Ein­zel­han­del in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen ver­tagt. Der Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Jörg Lau­en­roth-Ma­go er­klär­te, dass die Ar­beit­ge­ber kein ver­bes­ser­tes An­ge­bot vor­ge­legt hät­ten. "Wir sind ent­setzt über so ein Vor­ge­hen", füg­te er an. Die drit­te Run­de soll am 18. Ju­li statt­fin­den. Bis da­hin wer­de wei­ter mit Warn­streiks zu rech­nen sein.

In Ba­den-Würt­tem­berg ste­hen die nächs­ten Ver­hand­lun­gen am 10. Ju­li an. Be­reits am Mon­tag leg­ten Mit­ar­bei­ter in Stutt­gart und Um­ge­bung ih­re Ar­beit nie­der.

Auch in Rhein­land-Pfalz gin­gen Ver­di und Ar­beit­ge­ber am ver­gan­ge­nen Frei­tag oh­ne An­nä­he­rung aus­ein­an­der. Bis zur Fort­set­zung der Ge­sprä­che am 21. Ju­li sol­len die Streik­maß­nah­men in­ten­si­viert wer­den. Auch im Saar­land, in Hes­sen, Bay­ern und Bran­den­burg gab es nach wie vor kei­ne Be­we­gung. Die An­ge­bo­te der Ar­beit­ge­ber lie­gen bei ein bis zwei Pro­zent mehr Lohn für die Be­schäf­tig­ten. Die Ge­werk­schaft Ver­di for­dert zwi­schen vier und sechs Pro­zent und hö­he­re Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen.

Ins­ge­samt sieht es nicht nach ei­ner zeit­na­hen Lö­sung des Ta­rif­kon­flikts aus. Wei­te­re Streik­maß­nah­men in der ge­sam­ten Bun­des­re­pu­blik sind wahr­schein­lich. Al­ler­dings be­kä­men die Kun­den laut Ver­di da­von nicht viel mit, da die Ar­beit­ge­ber die Per­so­nal­lü­cken mit an­de­ren Mit­ar­bei­tern stop­fen wür­den.

Soll­te es in ei­nem der Ta­rif­be­zir­ke ei­ne Ei­ni­gung ge­ben, könn­te dies als Pi­lot­ab­schluss auch Ein­fluss auf die an­de­ren Stand­or­te ha­ben und die Ent­span­nung des Ta­rif­streits för­dern.


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Letzte Überarbeitung: 29. November 2018

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