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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/366

Ka­bi­nett be­schließt Ta­rif­treue- und Min­dest­l­ohn­ge­setz

Stutt­gart: Rot-Grün be­schließt Ge­setz ge­gen Dum­ping­löh­ne
Stutt­gart: Zu­schlag für öf­fent­li­che Auf­trä­ge nur bei fai­rer Ent­loh­nung

28.11.2012 (dpa/lsw) - Die grün-ro­te Lan­des­re­gie­rung hat ein Ge­setz ge­gen Dum­ping­löh­ne be­schlos­sen. Dem­nach sol­len grund­sätz­lich nur noch sol­che Un­ter­neh­men öf­fent­li­che Auf­trä­ge des Lan­des oder von Kom­mu­nen be­kom­men, die ih­ren Be­schäf­tig­ten ei­nen ta­rif­ver­trag­li­chen Lohn - min­des­tens aber 8,50 EUR pro St­un­de - zah­len. Das Ge­setz muss noch vom Land­tag be­schlos­sen wer­den, da­mit es wie ge­plant im Früh­jahr in Kraft tre­ten kann.

Die Re­ge­lung wen­det sich ge­gen Fir­men, die mit Bil­lig­ar­beits­kräf­ten sol­che Un­ter­neh­men un­ter­bie­ten, die ih­re Mit­ar­bei­ter nach Ta­rif be­zah­len. Mit der Fest­le­gung auf ein Min­des­tent­gelt soll­ten al­le Fir­men im Kampf um öf­fent­li­che Auf­trä­ge bei die­sem As­pekt die glei­che Aus­gangs­la­ge ha­ben, teil­ten das Staats­mi­nis­te­ri­um und das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um am Diens­tag mit.

Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Ar­beit­ge­ber­ver­band lehnt das ge­plan­te Ge­setz ab. "Die Fest­le­gung ei­nes Ver­ga­be­min­dest­lohns von 8,50 EUR ist ein schwer­wie­gen­der Ein­griff in die grund­ge­setz­lich ga­ran­tier­te Ta­rif­au­to­no­mie", teil­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Peer-Mi­cha­el Dick mit. Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) be­grüß­te das Vor­ha­ben grund­sätz­lich, sprach aber von ei­nem "Ta­rif­treue­ge­setz light". So grei­fe das Ge­setz erst ab ei­nem Auf­trags­wert von 20.000 EUR. "Da cir­ca 85 Pro­zent al­ler öf­fent­li­chen Bau­auf­trä­ge bei ei­nem Auf­trags­wert von bis zu 10.000 EUR lie­gen, wür­den schät­zungs­wei­se 95 Pro­zent al­ler öf­fent­li­chen Bau­auf­trä­ge nicht un­ter das Ge­setz fal­len", hieß es. Auch die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di kri­ti­sier­te die Gren­ze von 20.000 EUR. Ei­ne Viel­zahl öf­fent­li­cher Ver­ga­ben lie­ge dar­un­ter.

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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