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Ta­rif­treue­ge­setz: SPD will Min­dest­lohn von 8,85 Eu­ro hal­ten

Wer Auf­trä­ge von der öf­fent­li­chen Hand be­kommt, soll Min­dest­lohn zah­len: In NRW sind das 8,85 Eu­ro, und da­bei soll es blei­ben. Mit der an­ste­hen­den No­vel­le soll das Ta­rif­treue­ge­setz aber ein­fa­cher und prak­ti­ka­bler wer­den. Der DGB mahnt künf­ti­ge Er­hö­hun­gen an
Münzen, Münzhaufen Wel­che Zie­le ver­folgt das Ge­setz?

05.08.2015. (dpa) - Um ei­nen öf­fent­li­chen Auf­trag zu be­kom­men, sol­len Un­ter­neh­men in NRW wei­ter ei­nen St­un­den­lohn von min­des­tens 8,85 Eu­ro pro St­un­de zah­len.

Bei der be­vor­ste­hen­den No­vel­le des NRW-Ta­rif­treue- und Ver­ga­be­ge­set­zes (TVgG) wer­de der dort fest­ge­schrie­be­ne "ver­ga­be­recht­li­che Min­dest­lohn" nicht an­ge­tas­tet, sag­te Rai­ner Schmel­tzer, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der SPD-Land­tags­frak­ti­on, am Diens­tag in Düs­sel­dorf.

"Wir wer­den 8,85 Eu­ro im Ge­setz hal­ten."

Der Be­trag ori­en­tiert sich an der un­ters­ten Stu­fe im Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst und ist da­mit hö­her als der all­ge­mei­ne Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro.

Die ers­te Le­sung der No­vel­le ist noch für die­ses Jahr ge­plant.

Pro Jahr gibt die öf­fent­li­che Hand in NRW ei­nen zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­trag für Ein­kauf und Be­schaf­fung aus. CDU-Frak­ti­ons­chef Ar­min La­schet hat­te kürz­lich an­ge­kün­digt, das Ge­setz bei ei­nem Wahl­sieg zu kas­sie­ren.

Das NRW-Ge­setz soll für ei­nen fai­ren Wett­be­werb sor­gen, es ist seit gut drei Jah­ren in Kraft und wur­de nun nach ei­ner Um­fra­ge bei Un­ter­neh­men wis­sen­schaft­lich über­prüft. Da­nach hät­ten 92 Pro­zent kei­ne Schwie­rig­kei­ten bei der Um­set­zung, die Zie­le wür­den be­für­wor­tet, sag­te Schmel­tzer.

Der SPD-Frak­ti­ons­vi­ze kün­dig­te aber struk­tu­rel­le und sprach­li­che Än­de­run­gen an, um das Re­gel­werk ein­fa­cher und prak­ti­ka­bler zu ma­chen. "Ge­ra­de bei klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men scheint das Ver­ste­hen schwie­rig zu sein", sag­te er.

Ge­plant sei un­ter an­de­rem, die er­for­der­li­chen Nach­wei­se durch ei­ne Art Zer­ti­fi­zie­rung zu er­set­zen, um das Ver­fah­ren zu ver­ein­fa­chen. Vor al­lem von den Bie­tern wer­de ei­ne zen­tra­le An­lauf­stel­le für Rück­fra­gen und zur Er­läu­te­rung von Ver­fah­rens­schrit­ten ge­wünscht. Zu­dem re­ge ei­ne gro­ße Mehr­heit der Un­ter­neh­men mehr Kon­trol­len an.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) in NRW be­grüß­te den ge­plan­ten Er­halt des fest­ge­schrie­be­nen Min­dest­lohns. "Gleich­zei­tig darf die Po­li­tik nicht ver­ges­sen, ihn künf­tig an die Lohn-Ent­wick­lung im öf­fent­li­chen Dienst an­zu­pas­sen", er­klär­te der Vor­sit­zen­de, An­dre­as Mey­er-Lau­ber. Nur da­durch kön­ne die Lohn­kon­kur­renz zwi­schen öf­fent­li­chen und pri­va­ten An­bie­tern be­grenzt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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