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Tui-Fly-Mit­ar­bei­ter er­kau­fen sich Wachs­tums­ver­spre­chen mit Null­run­den

Es ist ein Tausch­han­del der un­ge­wöhn­li­chen Art: 1900 Mit­ar­bei­ter bei der Tui-Toch­ter Tui-Fly wer­fen zwei Null­run­den in die Waag­scha­le und er­kau­fen sich mit den Re­al­lohn­ver­lus­ten das Ver­spre­chen, dass in die Zu­kunft ih­rer Jobs in­ves­tiert wird. Für Pi­lo­ten gilt der Deal nicht
Münzen, Münzhaufen Re­al­lohn­ver­lust ge­gen Wachs­tums­ver­spre­chen

27.05.2014. (dpa) - Das Ka­bi­nen- und Bo­den­per­so­nal bei der Tui-Flug­ge­sell­schaft Tui-Fly hat sich auf ei­nen be­son­de­ren Ta­rif­kom­pro­miss ein­ge­las­sen.

Die rund 1900 Mit­ar­bei­ter ver­zich­ten die nächs­ten zwei Jah­re lang auf Ein­kom­mens­er­hö­hun­gen und er­kau­fen sich mit die­sen Re­al­lohn­ver­lus­ten Zu­sa­gen für In­ves­ti­tio­nen.

Das sag­te Tui-Fly-Ge­schäfts­füh­rer Die­ter Nir­schl der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" (Mon­tag).

Dem­nach wil­lig­ten Flug­be­glei­ter und Ser­vice­kräf­te ein, erst zum März 2016 und 2017 je 2,5 Pro­zent Ein­kom­mens­plus zu er­hal­ten. Die Ge­werk­schaft Ver­di kop­pel­te das Zu­ge­ständ­nis aber an ein Wachs­tums­ver­spre­chen, wo­nach un­ter an­de­rem die Tui-Fly-Flot­te von 38 auf 41 Flie­ger wach­sen soll. Ge­lingt der Aus­bau nicht, le­gen die Ver­diens­te rück­wir­kend zum März 2014 um 3,5 Pro­zent jähr­lich zu.

Fest steht da­ge­gen, dass die Tech­ni­ker­spar­te in Han­no­ver schrump­fen muss. 70 der 300 Tech­ni­ker­stel­len fal­len weg. Künf­tig wer­de es in Han­no­ver näm­lich kei­ne Jah­res­über­prü­fun­gen (C-Checks) der Tui-Flie­ger mehr ge­ben, da­für aber mehr klei­ne­re War­tun­gen. Für die rest­li­chen Jobs, rund 230, gel­te da­her bis 2018 ei­ne Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­tie.

Nach An­ga­ben ei­nes Tui-Fly-Spre­chers ar­bei­ten rund 2400 Men­schen für das Un­ter­neh­men, et­wa 500 da­von Pi­lo­ten, die von der Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit ver­tre­ten wer­den. Ver­di ver­han­delt für die rund 1100 Flug­be­glei­ter und die üb­ri­gen et­wa 800 Ser­vice­kräf­te am Bo­den.

Nir­schl rech­net mit mehr Kon­kur­renz in der Bran­che, da aus­län­di­sche Ge­sell­schaf­ten den deut­schen Markt ver­stärkt in den Blick näh­men. "Neue Wett­be­wer­ber wer­den ver­su­chen, sich auch auf un­se­re Stre­cken zu set­zen. Des­halb ist es wich­tig, dass wir jetzt wach­sen und un­se­re Markt­an­tei­le ab­si­chern", sag­te der Ma­na­ger im Ge­spräch mit der "FAZ".

Tui-Fly ent­stand 2007 aus der Zu­sam­men­füh­rung von Ha­pag-Lloyd Ex­press (HLX) und Ha­pagfly. Die Flug­ge­sell­schaft ge­hört zum Rei­se­ver­an­stal­ter Tui Tra­vel PLC mit Sitz in Lon­don. Sie ist Eu­ro­pas Bran­chen­pri­mus und steht mehr­heit­lich un­ter dem Dach des Tui-Tou­ris­tik­kon­zerns mit Sitz in Han­no­ver, der rund 55 Pro­zent an Tui Tra­vel hält. Tui-Fly fliegt für Tui und an­de­re Ver­an­stal­ter bei­spiels­wei­se zu den klas­si­schen Ur­laubs­re­gio­nen rund um das Mit­tel­meer oder auf die Ka­na­ren. Tui-Fly hat ih­ren Sitz am Flug­ha­fen Han­no­ver, wo auch die Hei­mat­ba­sis ist. Im Ge­schäft mit Ur­laubs­flü­gen herrscht seit Jah­ren har­ter Wett­be­werb.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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