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Tui will 350 Mit­ar­bei­ter aus­glie­dern

Für den ei­nen ist es An­pas­sung an den har­ten Wett­be­werb, für den an­de­ren be­deu­tet es schlicht we­ni­ger Geld: Die Tui will Hun­der­te Ser­vice-Be­schäf­tig­te zu ei­ner Toch­ter­ge­sell­schaft aus­la­gern. Klar ist: Die Ar­beits­zei­ten wer­den län­ger, das Ent­gelt eher ge­rin­ger
Was sind die Hin­ter­grün­de für die Aus­glie­de­rung?

29.08.2016. (dpa) - Der welt­größ­te Rei­se­kon­zern Tui will den Um­bau sei­ner deut­schen Toch­ter mit Sitz in Han­no­ver vor­an­trei­ben.

Ziel sei, rund 350 Ser­vice­mit­ar­bei­ter der Tui in die Ser­vice-Toch­ter TCO aus­zu­la­gern, sag­te Tui-Spre­cher Ma­rio Kö­pers am Sonn­tag.

Auf die­se Wei­se könn­ten Mit­ar­bei­ter fle­xi­bler ein­ge­setzt wer­den.

Der Spre­cher räum­te aber auch ein, dass Kos­ten ge­spart wer­den könn­ten, weil die TCO-Be­schäf­tig­ten un­ter an­de­rem 40 statt 38,5 Wo­chen­stun­den leis­te­ten.

Die Ge­sprä­che mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern stün­den nun an, bis En­de Sep­tem­ber sol­le der Um­bau be­schlos­sen sein.

Zu­vor hat­te die "Han­no­ver­sche All­ge­mei­ne Zei­tung" über die Plä­ne be­rich­tet.

Die Be­leg­schafts­ver­tre­ter kün­dig­ten dem Be­richt zu­fol­ge Wi­der­stand ge­gen die Plä­ne an. Dem­nach ist das Weih­nachts­geld der TCO-Be­schäf­tig­ten ge­rin­ger, au­ßer­dem ge­be es kei­ne be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge und schlech­te­re Kon­di­tio­nen bei Mit­ar­bei­ter­ra­bat­ten für Tui-Rei­sen. Die TCO er­füllt nach An­ga­ben des Tui-Spre­chers mit der­zeit rund 600 Be­schäf­tig­ten vor al­lem Call-Cen­ter-Auf­ga­ben.

Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di warf der Tui laut Zei­tungs­be­richt vor, nur die Per­so­nal­kos­ten sen­ken zu wol­len, um Bu­chungs­rück­gän­ge auf­zu­fan­gen. Tat­säch­lich hat­te der Tui-Kon­zern trotz der Ter­ror­angst in Eu­ro­pa und der Aus­fäl­le in der Tür­kei und in Nord­afri­ka an den Ge­winn­plä­nen für 2016 fest­ge­hal­ten. Bei den Ur­lau­bern aus Deutsch­land und Skan­di­na­vi­en muss Tui aber nach frü­he­ren An­ga­ben ins­ge­samt Ein­bu­ßen hin­neh­men. Für den Som­mer zähl­te der Kon­zern bis­lang 3 Pro­zent we­ni­ger Kun­den aus Deutsch­land als ein Jahr zu­vor. In Skan­di­na­vi­en be­trug das Mi­nus so­gar 12 Pro­zent.

Kon­zern­spre­cher Ku­zey Alex­an­der Ese­ner be­ton­te, Bu­chungs­rück­gän­ge in der Tür­kei und in Nord­afri­ka wür­den im Kon­zern mit star­ken Bu­chun­gen auf den Ka­na­ren, den Ba­lea­ren, in der Ka­ri­bik und mit Kreuz­fahr­ten auf­ge­fan­gen. Das Kon­zern­ge­winn­ziel wer­de vor al­lem dank des Wachs­tums im Ho­tel- und Kreuz­fahrtseg­ment und im bri­ti­schen Markt er­reicht. "Die ge­plan­ten Maß­nah­men sind struk­tu­rel­le lang­fris­ti­ge Ver­än­de­run­gen, um die Tui Deutsch­land wie­der wett­be­werbs­fä­hig zu ma­chen", er­klär­te er.

Tui-Spre­cher Kö­pers ver­tei­dig­te das Vor­ha­ben: Vie­le Un­ter­neh­men hät­ten Ser­vice-Spar­ten an ex­ter­ne Dienst­leis­ter ab­ge­ge­ben, das Vor­ha­ben der Tui sei da­ge­gen ein "Be­kennt­nis zum Stand­ort Han­no­ver".

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Letzte Überarbeitung: 6. Oktober 2016

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