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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/133

Um­fra­ge: Ar­beit­neh­mer wol­len 35-St­un­den-Wo­che

Die IG-Me­tall prä­sen­tiert die Er­geb­nis­se ei­ner groß an­ge­leg­ten Ar­beits­zeit­um­fra­ge und nimmt die­se als Grund­la­ge für die kom­men­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen.
Wanduhr

16.05.2017. (dpa/wie) - In den flä­chen­ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­ben der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie gilt ei­ne ver­ein­bar­te Ober­gren­ze von 35 Ar­beits­stun­den pro Wo­che.

Laut Ge­werk­schafts­chef Jörg Hof­mann wer­de die­se Ver­ein­ba­rung seit Jah­ren auf­ge­weicht. Über 30 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten ar­bei­te län­ger.

Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger spricht von ei­ner Ne­gie­rung der Fle­xi­bi­li­täts­ver­ab­re­dun­gen der letz­ten 30 Jah­re.

Be­reits An­fang des Jah­res äu­ßer­te sich Süd­west-Me­tall kri­tisch zu den For­de­run­gen der Ge­werk­schaft (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/015 Rau­er Ton zwi­schen Ta­rif­part­nern: Süd­west­me­tall kri­ti­siert Be­fra­gung). "Auch hier wer­den wie­der nach dem Prin­zip "Wünsch-dir-was" Er­war­tun­gen ge­schürt, oh­ne die mög­li­chen Kon­se­quen­zen auf­zu­zei­gen", so Süd­west­me­tall­chef Ste­fan Wolf.

Für kom­men­de Ta­rif­ver­hand­lun­gen äu­ßer­te sich Zit­zels­ber­ger des­halb skep­tisch: "Wenn sich das so fort­setzt, be­trach­te ich das als ei­nen Hin­weis, dass wir in ei­ne kon­flik­tä­re Ta­rif­run­de lau­fen."

Denn für die IG-Me­tall sei die 35-St­un­den-Wo­che die Ba­sis künf­ti­ger Ta­rif­run­den. "Wir müs­sen das Man­tra der Ar­beit­ge­ber - Voll­zeit plus Über­stun­den plus Fle­xi­bi­li­tät plus Leis­tungs­druck - durch­bre­chen. Das sind kei­ne Ar­beits­zei­ten, die zum Le­ben pas­sen", er­klär­te Hof­mann.

Ei­ne Um­fra­ge der IG-Me­tall un­ter knapp 700.000 Be­schäf­tig­ten (auch Nicht-Mit­glie­der) in der Me­tall- und Elek­tro­bran­che er­gab, dass sich auch die Ar­beit­neh­mer mehr­heit­lich für 35 St­un­den Ar­beit pro Wo­che aus­spre­chen. Au­ßer­dem wür­den sich zwei Drit­tel der Be­schäf­tig­ten fle­xi­ble­re und in­di­vi­du­el­le Ab­re­den wie die Mög­lich­keit ei­ner tem­po­rä­ren Ab­sen­kung der Ar­beits­zeit wün­schen.

"Al­so ist das of­fen­sicht­lich ei­ne Kern­bot­schaft an uns, in­di­vi­du­el­le An­sprü­che zu er­mög­li­chen", so Zit­zels­ber­ger.


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Letzte Überarbeitung: 17. November 2017

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