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Um­fra­ge: Brei­te Mehr­heit für hö­he­re Steu­ern bei "Gut­ver­die­nern"

Das The­ma Steu­er­er­hö­hung könn­te zum Wahl­kampf­schla­ger wer­den: Mehr als zwei Drit­tel der Wahl­bür­ger hal­ten die Ver­mö­gens­ver­tei­lung in Deutsch­land für un­ge­recht und spre­chen sich für hö­he­re Steu­ern bei Wohl­ha­ben­den aus. Ei­ne an­de­re Um­fra­ge kommt zu an­de­ren Er­geb­nis­sen
Schreiben des Finanzamts Mitte/Tiergarten mit daraufliegenden Geldscheinen Wie ste­hen die Deut­schen zu den Steu­er­ab­ga­ben?

17.05.2013. (dpa) - Ei­ne brei­te Mehr­heit der Bun­des­bür­ger be­für­wor­tet Steu­er­er­hö­hun­gen bei Gut­ver­die­nern zur Fi­nan­zie­rung zu­sätz­li­cher Bil­dungs- und So­zi­al­aus­ga­ben.

Selbst bei den An­hän­gern der Uni­on tei­len 66 Pro­zent und da­mit fast zwei Drit­tel die­se Auf­fas­sung.

Un­ter al­len Be­frag­ten wa­ren es 77 Pro­zent.

Dies er­gab ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Er­he­bung von TNS In­fra­test, die der Pa­ri­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band am Don­ners­tag in Ber­lin vor­stell­te.

Da­bei wur­den aber kei­ne De­tails wie Ein­kom­mens­gren­zen für die Hö­her­be­las­tung ge­nannt. Ei­ne von der ar­beit­ge­ber­na­hen Initia­ti­ve Neue So­zia­le Markt­wirt­schaft (INSM) in Auf­trag ge­ge­be­ne Um­fra­ge kommt zu ei­nem ge­gen­tei­li­gen Er­geb­nis.

Laut Wohl­fahrts­ver­band se­hen im­mer­hin 73 Pro­zent der Bür­ger den so­zia­len Frie­den durch die Kluft zwi­schen Arm und Reich ge­fähr­det. Die Ver­mö­gens­ver­tei­lung in Deutsch­land hal­ten 78 Pro­zent der Be­frag­ten für "un­ge­recht" an­ge­sichts der Fest­stel­lung der Bun­des­re­gie­rung, dass die reichs­ten zehn Pro­zent der Pri­vat­haus­hal­te über 53 Pro­zent des ge­sam­ten Ver­mö­gens in Deutsch­land auf sich ver­ei­nen. Selbst 72 Pro­zent der Uni­ons-Wäh­ler se­hen das so. Im La­ger der Lin­ken sind es 100 Pro­zent, bei der SPD 81 und bei den Grü­nen 89 Pro­zent.

Für den Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Pa­ri­tä­ti­schen Ge­samt­ver­ban­des, Ul­rich Schnei­der, be­le­gen die Er­geb­nis­se den über al­le Par­tei­gren­zen hin­weg vor­han­de­nen Wunsch nach Um­ver­tei­lung. Da­vor kön­ne kei­ne Par­tei die Au­gen ver­schlie­ßen, auch CDU und CSU nicht. Schnei­der sieht "ei­ne ge­ra­de­zu über­wäl­ti­gen­de Zu­stim­mung für ei­nen Rich­tungs­wech­sel in der Steu­er- und Aus­ga­ben­po­li­tik".

In der von der INSM in Auf­trag ge­ge­be­nen Um­fra­ge lehn­ten al­ler­dings fast zwei von drei Bun­des­bür­gern die von den Grü­nen ge­for­der­te An­he­bung des Spit­zen­steu­er­sat­zes ab. 63 Pro­zent sei­en da­ge­gen, 32 Pro­zent eher da­für, den Spit­zen­steu­er­satz auf 45 Pro­zent ab ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 60 000 Eu­ro und auf 49 Pro­zent ab 80 000 Eu­ro an­zu­he­ben.

Der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) er­neu­er­te sei­ne Kri­tik an den Steu­er­plä­nen der Grü­nen als "Job­kil­ler". "Der Zu­sam­men­hang zwi­schen Steu­ern, In­ves­ti­tio­nen und Be­schäf­ti­gung ist in der Fach­welt theo­re­tisch und em­pi­risch be­legt", heißt es in ei­nem Schrei­ben von DIHK-Chef Eric Schweit­zer an den Spit­zen­kan­di­da­ten der Grü­nen, Jür­gen Trit­tin, aus dem "Süd­deut­sche Zei­tung" und "Rhei­ni­sche Post" (Don­ners­tag) zi­tie­ren. Die­ser hat­te Schweit­zer vor­ge­wor­fen, sei­ne Kri­tik, die Plä­ne der Grü­nen ver­nich­te­ten Hun­dert­tau­sen­de von Ar­beits­plät­zen, sei sta­tis­tisch nicht halt­bar.

Laut der Er­he­bung für den Pa­ri­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band hal­ten 78 Pro­zent den Bil­dungs­be­reich und 57 Pro­zent den So­zi­al­be­reich für un­ter­fi­nan­ziert. Folg­lich be­für­wor­ten mehr als die Hälf­te der Be­frag­ten mehr In­ves­ti­tio­nen in den So­zi­al­be­reich und mehr als drei Vier­tel in Bil­dung.

Den dar­aus re­sul­tie­ren­den Mehr­be­darf be­zif­fer­te Schnei­der auf et­wa 20 Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich. Für die not­wen­di­ge Mehr­be­las­tung von Ver­mö­gen­den und Bes­ser­ver­die­nern nann­te der Pa­ri­tä­ti­sche Ge­samt­ver­band aber kei­ne De­tails wie Ein­kom­mens­gren­zen und Spit­zen­steu­er­satz. "Ent­schei­dend ist, dass die Rich­tung stimmt", sag­te Schnei­der. Die Wahl­pro­gram­me von SPD, Lin­ken und Grü­nen mt ent­spre­chen­den, je­doch von­ein­an­der ab­wei­chen­den For­de­run­gen be­grüß­te er da­her grund­sätz­lich.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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