HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/327

Uni­on und SPD wol­len Löh­ne von Frau­en und Män­nern an­glei­chen

Uni­on und SPD wol­len den gro­ßen Lohn­un­ter­schie­den zwi­schen den Ge­schlech­tern ein En­de be­rei­ten: Ver­bind­li­che Re­geln sol­len Fir­men ver­pflich­ten, Ent­gelt­un­ter­schie­de of­fen­zu­le­gen und Un­ge­rech­tig­kei­ten aus­zu­räu­men. Oh­ne ko­ope­ra­ti­ve Ta­rif­part­ner wird das kaum ge­hen
Symbol Herren-WC Damen-WC Wird dem Ge­halts­un­ter­schied ein En­de be­rei­tet?

09.11.2013. (dpa) - Uni­on und SPD wol­len in ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on die Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Frau­en und Män­nern ab­bau­en.

Die Un­ter­händ­ler der Ar­beits­grup­pe Frau­en und Fa­mi­lie ver­stän­dig­ten sich in der Nacht zu Sams­tag auf ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen, um ei­ne Ent­gelt­gleich­heit durch­zu­set­zen.

Der St­un­den­ver­dienst von Frau­en in Deutsch­land war im ver­gan­ge­nen Jahr laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt im Schnitt 22 Pro­zent nied­ri­ger als der von Män­nern.

Den Plä­nen von Uni­on und SPD zu­fol­ge sol­len Ar­beit­neh­mer künf­tig ei­nen in­di­vi­du­el­len An­spruch auf Aus­künf­te über Ge­halts­un­ter­schie­de ein­ge­räumt be­kom­men. Die Ta­rif­part­ner sol­len im Fal­le ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on zum Ab­bau von Loh­nun­ge­rech­tig­kei­ten zwi­schen Mann und Frau per Ge­setz ver­pflich­tet wer­den. Die Ta­rif­kom­mis­sio­nen müs­sen aus­ge­wo­gen mit Män­nern und Frau­en be­setzt sein.

Un­ter­neh­men, die der Mit­be­stim­mung un­ter­lie­gen, so­wie der öf­fent­li­che Dienst sol­len an­ony­mi­sier­te Ent­gelt­be­rich­te in­tern ver­öf­fent­li­chen - nicht auf frei­wil­li­ger, son­dern auf ver­pflich­ten­der Grund­la­ge. Au­ßer­dem pla­nen Uni­on und SPD, ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht über die Be­mü­hun­gen zur Ent­gelt­gleich­heit in Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein­zu­füh­ren.

Mit den Ta­rif­part­nern will die Po­li­tik au­ßer­dem Be­rufs­fel­der so­wie die Be­wer­tung von Fä­hig­kei­ten, Er­fah­run­gen und Kom­pe­ten­zen neu de­fi­nie­ren. Ziel soll sein, un­ter an­de­rem die Ar­beit in Pfle­ge, Be­treu­ung und früh­kind­li­cher Bil­dung wei­ter auf­zu­wer­ten - auch in der Be­zah­lung.

SPD-Vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig sprach von ei­nem "Mei­len­stein" für die Gleich­stel­lung in der Ar­beits­welt. "Frau­en ver­die­nen im Durch­schnitt fast ein Vier­tel we­ni­ger als Män­ner. Es ist höchs­te Zeit, die­se Un­ge­rech­tig­keit zu be­en­den." Uni­ons-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­net­te Wid­mann-Mauz (CDU) be­ton­te, ty­pi­sche Frau­en­be­ru­fe sei­en noch im­mer schlecht be­zahlt. Um dies zu än­dern, "müs­sen wir ge­mein­sam mit den Ta­rif­par­tei­en zu ei­ner Neu­be­wer­tung die­ser ty­pi­schen Frau­en­be­ru­fe kom­men", sag­te sie der dpa. Die künf­ti­ge Trans­pa­renz­pflicht für gro­ße Un­ter­neh­men schaf­fe die Grund­la­ge da­für, dass in der Wirt­schaft kon­kre­te Schrit­te zur Ent­gelt­gleich­heit ge­gan­gen wer­den.

Hin­ter­grund der Ver­dienst­un­ter­schie­de ist vor al­lem, dass Frau­en und Män­ner oft in un­ter­schied­li­chen Bran­chen tä­tig sind und Män­ner häu­fi­ger bes­ser be­zahl­te Füh­rungs­po­si­tio­nen aus­üben. Frau­en ha­ben öf­ter als Män­ner Teil­zeit­jobs und sind ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt. Wenn man sol­che "ar­beits­platz­re­le­van­ten Merk­ma­le" aus­blen­det, ist die Dif­fe­renz klei­ner. Bei ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Tä­tig­keit ver­dien­ten Frau­en laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt im ver­gan­ge­nen Jahr pro St­un­de durch­schnitt­lich sie­ben Pro­zent we­ni­ger als Män­ner.

Auf die Lü­cke in den Ge­häl­tern zwi­schen Mann und Frau macht in Deutsch­land seit 2008 der Ver­ein Busi­ness and Pro­fes­sio­nal Wo­men (BPW) mit dem "Equal Pay Day" auf­merk­sam. Das Da­tum des Ak­ti­ons­tags soll den Zeit­raum ver­deut­li­chen, den Frau­en über das Jah­res­en­de hin­aus ar­bei­ten müs­sen, um auf das Vor­jah­res­ge­halt ih­rer Kol­le­gen zu kom­men. 2014 fin­det der Equal Pay Day am 21. März statt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de