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VW schließt Kün­di­gun­gen bis 2029 aus

Auf dem Weg in die E-Mo­bi­li­tät muss VW schnel­ler und schlan­ker wer­den. Doch der Kon­zern schließt Kün­di­gun­gen bis 2029 aus
VW Volkswagen Werk Fabrik Wolfsburg, Autostadt Wolfsburg

06.06.2019. (dpa/fle) - Trotz des ak­tu­el­len Spar­kur­ses ver­län­gert Volks­wa­gen AG die Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung für die Kern­mar­ke VW Pkw in Deutsch­land bis 2029.

Da­mit sei­en be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen in den nächs­ten zehn Jah­ren aus­ge­schlos­sen, sag­te Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh am Mitt­woch in Wolfs­burg.

Die Ga­ran­tie­ver­län­ge­rung war ei­ne zen­tra­le Be­din­gung der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung für den di­gi­ta­len Um­bau des Un­ter­neh­mens. Bis 2023 will Volks­wa­gen bis zu vier Mil­li­ar­den EUR in Di­gi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te in­ves­tie­ren.

Zeit­gleich sol­len bis zu 40.00 Stel­len vor al­lem in der Ver­wal­tung weg­fal­len. Sie wer­den beim al­ters­be­ding­ten Aus­schei­den von Mit­ar­bei­tern nicht neu be­setzt. Das An­ge­bot von Al­ters­teil­zeit wer­de für die Jahr­gän­ge 1962 bis 1964 ge­öff­net, teil­te das Un­ter­neh­men mit. Bei Ar­beits­plät­zen mit Be­zug zur Di­gi­ta­li­sie­rung will der Au­to­bau­er hin­ge­gen min­des­tens 2.000 neue Jobs schaf­fen. Das Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get aus dem Zu­kunfts­pakt wer­de zu­dem um 60 Mil­lio­nen EUR auf rund 160 Mil­lio­nen EUR er­höht.

Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) be­wer­te­te die Ei­ni­gung nach ei­nem mo­na­te­lan­gen Streit als po­si­tiv. "Die not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen in der Au­to­mo­bil­welt sind zwangs­läu­fig mit Aus­wir­kun­gen auf die Ar­beits­plät­ze ver­bun­den", sag­te Weil. Es sei gut, dass sich Vor­stand und Be­triebs­rat auf ein ge­mein­sa­mes Vor­ge­hen ver­stän­digt ha­ben. Seit März stand bei VW ein Ab­bau von bis zu 7.000 Stel­len im Raum. Weil und Be­triebs­rats­chef Os­ter­loh hat­ten die da­ma­li­ge An­kün­di­gung hef­tig kri­ti­siert.

Die Ei­ni­gung ver­bucht die Ar­beit­neh­mer­sei­te nun als Er­folg. Es müs­se kei­ner Angst um sei­nen Ar­beits­platz ha­ben, sag­te Os­ter­loh. Er hat­te auch ge­for­dert, dass nur Stel­len weg­fal­len dür­fen, wenn auch die Tä­tig­keit tat­säch­lich ent­fällt.

"Wir ma­chen das Un­ter­neh­men nach­hal­tig fit für das di­gi­ta­le Zeit­al­ter", sag­te Mar­ken­vor­stand Ralf Brand­stät­ter. Da­bei soll der Um­bau aus ei­ge­ner Kraft fi­nan­ziert wer­den. Brand­stät­ter ver­wies dar­auf, dass die Mar­ke ab 2022 ei­ne Ren­di­te von sechs Pro­zent er­wirt­schaf­ten will. Im März hat­te VW als Marsch­rou­te für die Kern­mar­ke aus­ge­ge­ben, dass mit au­to­ma­ti­sier­ten Rou­ti­ne­ar­bei­ten, Ma­te­ri­al­ein­spa­run­gen und ge­rin­ge­rer Mo­dell­viel­falt ab 2023 die Kos­ten wei­ter ge­senkt und ei­ne Ge­winn­ver­bes­se­rung von 5,9 Mil­li­ar­den EUR jähr­lich er­zielt wer­den soll.

Bis En­de 2020 läuft zu­dem ein gro­ßes Spar­pro­gramm, dass VW im Herbst 2016 mit der Ar­beit­neh­mer­sei­te ver­ab­re­det hat­te. Es sieht den welt­wei­ten Ab­bau von 30.000 Stel­len vor, 23.000 da­von in Deutsch­land. Im Ge­gen­zug sol­len 9.000 Ar­beits­plät­ze in Zu­kunfts­be­rei­chen wie der Soft­ware­ent­wick­lung neu ent­ste­hen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 25. Juli 2019

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