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15/020a VW nimmt in Bra­si­li­en 800 Kün­di­gun­gen zu­rück - Streik be­en­det

In Volks­wa­gens größ­ter Fa­brik in Süd­ame­ri­ka sind Plä­ne für Hun­der­te Ent­las­sun­gen vom Tisch: Statt­des­sen soll der Stel­len­ab­bau frei­wil­lig er­fol­gen. Die Ge­werk­schaft spricht von ei­nem Sieg - da­bei hat­te VW ei­ne ähn­li­che Ei­ni­gung auch schon vor dem Ar­beits­kampf an­ge­bo­ten
Werkstatt, Reifenwechsel Wie geht es bei VW in Bra­si­li­en jetzt wei­ter?

17.01.2015. (dpa) - Nach ei­nem elf­tä­gi­gen Streik in Volks­wa­gens größ­tem Werk in Süd­ame­ri­ka ha­ben sich Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaft auf die Rück­nah­me von 800 Kün­di­gun­gen ver­stän­digt.

"Die Ei­ni­gung wur­de auf ei­ner (Ge­werk­schafts-)Ver­samm­lung ein­stim­mig an­ge­nom­men. Der Streik ist be­en­det, und die Pro­duk­ti­on be­ginnt am Mon­tag wie­der", sag­te ei­ne Spre­che­rin der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter am Frei­tag der dpa in São Pau­lo.

Volks­wa­gen do Bra­sil zeig­te sich in ei­ner Mit­tei­lung zu­frie­den über die Ei­ni­gung. Ihr Kern re­gelt nun das, was das Un­ter­neh­men an­fangs be­reits un­ter­brei­tet hat­te - und was auf Sei­te der Be­schäf­tig­ten zu­nächst auf Ab­leh­nung stieß. Dem­nach sol­len rund 800 Stel­len auf frei­wil­li­ger Ba­sis ab­ge­baut wer­den - et­wa über Ab­fin­dun­gen oder Al­ters­teil­zeit. Hin­zu kom­men Ein­bu­ßen al­ler Be­schäf­tig­ten beim Ent­gelt. Das Mot­to sei: Je­der ge­be, da­mit kei­ner un­frei­wil­lig ge­hen müs­se, hieß es bei VW. Die­se Of­fer­te war je­doch nach ei­ner Ab­stim­mung im De­zem­ber noch aus­ge­schla­gen wor­den, wor­auf­hin VW zur Ent­las­sung schritt.

Bei dem nun er­folg­ten Kom­pro­miss ha­be VW nur an ei­ner Stel­le nach­ge­bes­sert: Statt ge­plan­ter Ein­schnit­te beim In­fla­ti­ons­aus­gleich für 2016 sei nun zu­ge­sagt, dass in dem Jahr doch ein kom­plet­ter Aus­gleich er­fol­gen sol­le. Die Ge­werk­schaft sprach in ei­ner Mit­tei­lung von ei­nem "Sieg für die Ar­bei­ter".

Die VW-Fa­brik in An­chie­ta zählt rund 13 000 Be­schäf­tig­te. Dort bau­ten die Mit­ar­bei­ter bis 2014 noch den als Bul­li be­kann­ten Trans­por­ter T2, des­sen Non-Stopp-Pro­duk­ti­on 56 Jah­re lang für ei­nen Teil der Aus­las­tung ge­sorgt hat­te. Der Kom­bi war das ers­te Mo­dell, das VW in Bra­si­li­en bau­te. Heu­te ge­hö­ren meh­re­re wei­te­re Mo­del­le da­zu.

In Bra­si­li­en kämp­fen al­le gro­ßen Au­to­bau­er seit län­ge­rer Zeit mit sin­ken­der Kauf­kraft und rück­läu­fi­gem Ab­satz. Im Volks­wa­gen-Kon­zern sack­ten die Ver­käu­fe 2014 im Ver­gleich zum Vor­jahr um 17 Pro­zent auf 629 800 Stück ab. Der Ab­satz auf dem ge­sam­ten bra­si­lia­ni­schen Fahr­zeug­markt fiel 2014 um 6,8 Pro­zent auf 5,2 Mil­lio­nen Ein­hei­ten.

Die Ge­werk­schaft hat­te mit Pro­test­mär­schen und Streiks auf die zwi­schen­zeit­lich dro­hen­den Ent­las­sun­gen re­agiert. Meh­re­re Ver­hand­lungs­run­den wa­ren er­geb­nis­los ge­blie­ben. Volks­wa­gen ist seit über 60 Jah­ren in Bra­si­li­en ak­tiv und ge­hört zu stärks­ten Au­to­mar­ken des Lan­des. Lang­fris­tig gilt Süd­ame­ri­ka als Wachs­tums­ga­rant.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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