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VW macht in Haus­ta­rif­run­de kein An­ge­bot - "Si­tua­ti­on an­ge­spannt"

Die VW-Ar­beit­ge­ber sa­gen: Zu­rück­hal­tung ist wich­ti­ger denn je. Die Ge­werk­schaft aber sagt: Jetzt erst recht. Das Rin­gen um den Haus­ta­rif bei Volks­wa­gen scheint im Ab­gas-Skan­dal so kon­flikt­reich wie lan­ge nicht
Was for­dern die Ta­rif­par­tei­en?

26.04.2016. (dpa) - In den Ver­hand­lun­gen für die rund 120.000 Mit­ar­bei­ter im Haus­ta­rif bei Volks­wa­gen zeich­nen sich früh ver­här­te­te Fron­ten ab.

Zum Auf­takt der Ge­sprä­che am Diens­tag in Han­no­ver leg­te der Ver­hand­lungs­füh­rer auf Ar­beit­ge­ber­sei­te, Mar­tin Ro­sik, noch kein An­ge­bot vor und sag­te: "Es ist ei­ne an­spruchs­vol­le Ta­rif­run­de."

Mit Blick auf die mil­li­ar­den­teu­re Ab­gas-Af­fä­re mein­te er: "Die ak­tu­el­le wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on ist an­ge­spannt."

Die IG Me­tall wies das zu­rück. Ei­ner­seits rech­ne der Kon­zern für 2016 trotz Die­sel-Skan­dals wie­der mit Ge­winn.

Und au­ßer­dem tref­fe die Ta­rif­be­schäf­tig­ten kei­ne Mit­schuld an der Kri­se, sie dürf­ten al­so nicht da­für zu­rück­ste­cken.

Ro­sik be­ton­te: "In vie­len Re­gio­nen der Welt be­las­ten gro­ße po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Un­si­cher­hei­ten das Au­to­mo­bil­ge­schäft. Zu­gleich drän­gen ex­trem fi­nanz­star­ke Wett­be­wer­ber aus der IT- und Soft­ware­bran­che in den Au­to­mo­bil­sek­tor ein." Das sei nun ein­mal die La­ge. "Ob­wohl Volks­wa­gen durch die Die­selthe­ma­tik schwer be­las­tet ist, müs­sen wir im Wett­ren­nen mit den neu­en Wett­be­wer­bern enor­me Mit­tel in Di­gi­ta­li­sie­rung und E-Mo­bi­li­tät in­ves­tie­ren." Das brau­che Geld und ver­hin­de­re gro­ße Sprün­ge beim Lohn­plus, was die Ta­rif­run­de ent­spre­chend ge­stal­te. "Es geht um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Volks­wa­gen. Ein maß­vol­ler Ab­schluss ist des­halb wich­ti­ger denn je."

Da­ge­gen sieht Ro­siks Ge­gen­über von der Ge­werk­schaft, Hart­mut Mei­ne, gu­te Vor­aus­set­zun­gen für ein Ta­rifp­lus, weil die Kon­zern­pro­gno­se für das lau­fen­de Jahr trotz des Die­sel-Skan­dals wie­der ei­nen Ge­winn ver­spre­che. "Wir ver­han­deln hier für das lau­fen­de Jahr 2016, und der Aus­blick da­für ist gut", sag­te Mei­ne. Doch auch er räum­te zu der lau­fen­den Run­de ein: "Es ist schwie­ri­ger als im letz­ten Jahr."

Die IG Me­tall will bei VW wie in den par­al­lel lau­fen­den Ver­hand­lun­gen zum Bran­chen-Flä­chen­ta­rif 5 Pro­zent mehr Geld. Auch ei­ne Ver­län­ge­rung der Al­ters­teil­zeit­re­gel steht zur De­bat­te. Der VW-Haus­ta­rif ist der größ­te Fir­men­ta­rif Deutsch­lands. Er gilt in den sechs west­deut­schen VW-Wer­ken Em­den, Han­no­ver, Wolfs­burg, Salz­git­ter, Braun­schweig und Kas­sel so­wie bei der VW-Fi­nanz­toch­ter mit Zen­tra­le in Braun­schweig.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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