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Ver­band: Min­dest­lohn kos­tet je­den vier­ten Ta­xi­fah­rer den Job

Mehr als 200 000 Ta­xi­fah­rer gibt es in Deutsch­land: Im nächs­ten Jahr sol­len sie mehr ver­die­nen. Das wird aber je­den Vier­ten den Job kos­ten, warnt der Bran­chen­ver­band
War­um über­for­dert der Min­dest­lohn die Ta­xi­bran­che?

24.09.2014. (dpa) - Zehn­tau­sen­de Fah­rer könn­ten nach Ein­schät­zung des Deut­schen Ta­xi- und Miet­wa­gen­ver­bands zum Jah­res­wech­sel ih­ren Job ver­lie­ren.

Am 1. Ja­nu­ar wird der flä­chen­de­cken­de Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro ein­ge­führt.

"Das über­for­dert uns kom­plett", sag­te der Prä­si­dent des Ver­ban­des, Mi­cha­el Mül­ler, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Ver­hand­lun­gen über ei­nen ers­ten bun­des­wei­ten Ta­rif­ver­trag im Ta­xi­ge­wer­be wa­ren Mit­te des Mo­nats ge­schei­tert.

Der­zeit be­trägt der Durch­schnitts­lohn ei­ner Be­fra­gung des Ver­bands zu­fol­ge zwi­schen 6,00 und 6,50 Eu­ro die St­un­de. Es ge­be aber gro­ße Un­ter­schie­de: In Meck­len­burg-Vor­pom­mern lie­ge er zum Teil bei 3,50 Eu­ro, in Städ­ten wür­den die Fah­rer oft nach Um­satz be­zahlt.

Laut Mül­ler gibt es in Deutsch­land 28 000 Ta­xi­un­ter­neh­men mit 58 000 Fahr­zeu­gen, die 200 000 bis 220 000 Fah­rer be­schäf­ti­gen. "Wir ge­hen da­von aus, dass 25 bis 30 Pro­zent zum Jah­res­wech­sel frei­ge­stellt wer­den." In Han­no­ver ha­be ein Un­ter­neh­men vor­sorg­lich al­len 65 Fah­rern ge­kün­digt, auch in an­de­ren Städ­ten ge­be es sol­che Über­le­gun­gen. Der Ver­band selbst rät sei­nen Mit­glie­dern, "erst­mal zu prü­fen, wie vie­le Fah­rer sie sich in Zu­kunft noch leis­ten kön­nen."

Um kos­ten­de­ckend zu ar­bei­ten, müss­te Ta­xi­fah­ren 25 bis 35 Pro­zent teu­rer wer­den. "Aber das ma­chen die Kom­mu­nen nicht mit." Die Ta­xi­un­ter­neh­men dür­fen ih­re Prei­se nicht selbst fest­set­zen, dar­über ent­schei­den laut Mül­ler mehr als 800 Ge­neh­mi­gungs­be­hör­den. Zwar sei­en vie­ler­orts Ent­gel­ter­hö­hun­gen be­an­tragt, mit Ent­schei­dun­gen bis zum Jah­res­wech­sel rech­net Mül­ler aber nicht: "In der Re­gel dau­ert das 6 bis 18 Mo­na­te, zum Teil Jah­re."

Wür­den die Prei­se so stark stei­gen, dass sie die Mehr­kos­ten für die Fah­rer aus­gli­chen, blie­ben viel­leicht die Kun­den weg. Zu­sätz­li­che Sor­gen macht der Bran­che der Fahr­ver­mitt­lungs­dienst Uber, "der sich über al­le Ge­set­ze hin­weg­setzt". Bis­her sei die "il­le­ga­le Kon­kur­renz"noch nicht di­rekt spür­bar. Wenn Ta­xi­fah­ren aber we­gen des Min­dest­lohns teu­rer wer­den müs­se, könn­te Uber erst recht "rich­tig rein­grät­schen". Mül­ler: "Wir füh­len uns zwi­schen den Mühl­stei­nen Ta­rif­po­li­tik und Uber zer­rie­ben."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 13. Juni 2016

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