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Ver­di: Aus­zu­bil­den­de kla­gen über vie­le Über­stun­den und Ar­beits­druck

Bil­li­ge Ar­beits­kraft oder star­ker Azu­bi? Aus­zu­bil­den­de kla­gen über Ar­beits­druck und we­nig Per­spek­ti­ve. An­de­rer­seits sind nach ei­ner Ge­werk­schafts­um­fra­ge 80 Pro­zent weit­ge­hend zu­frie­den mit ih­rer Be­rufs­aus­bil­dung
duale Ausbildung, Meister bildet Azubis aus Wo­mit sind die Azu­bis zu­frie­den?

08.11.2016. (dpa) - Fast die Hälf­te der Aus­zu­bil­den­den und jun­gen Be­schäf­tig­ten fühlt sich nach ei­ner Um­fra­ge als bil­li­ge Ar­beits­kraft.

An­nä­hernd je­der Zwei­te klagt über Über­stun­den, kör­per­li­che Be­las­tung oder zu vie­le Ar­beits­auf­ga­ben.

Das sind Er­geb­nis­se ei­ner Be­fra­gung un­ter 16- bis 27-Jäh­ri­gen im Auf­trag der Ge­werk­schaft Ver­di, die am Mon­tag in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de.

An­de­rer­seits sind mehr als 80 Pro­zent der jun­gen Men­schen im All­ge­mei­nen zu­frie­den mit ih­rer Be­rufs­aus­bil­dung.

Ne­ben dem Ar­beits­druck sind der Um­fra­ge zu­fol­ge auch feh­len­de Per­spek­ti­ven "Stim­mungs­kil­ler bei den jun­gen Men­schen". Nur je­der Zwei­te er­hält dem­nach ei­ne Über­nah­me­ga­ran­tie nach der Aus­bil­dung. "Das ist hoch­gra­dig de­mo­ti­vie­rend und alar­mie­rend zu­gleich, zu­mal die Zu­frie­den­heit mit der Qua­li­tät der dua­len Be­rufs­aus­bil­dung grund­sätz­lich sehr hoch ist", er­klär­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke. An­lass der Um­fra­ge ist der Start der bun­des­wei­ten Ver­di-Ak­ti­ons­wo­che "Gu­te Aus­bil­dung - gu­te Ar­beit".

Der An­teil zu­frie­de­ner jun­ger Men­schen lie­ge in mit­be­stimm­ten und ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­ben noch hö­her. Bis zu 87 Pro­zent fühl­ten sich dort durch ih­re Be­rufs­aus­bil­dung auf die Ar­beits­welt gut vor­be­rei­tet. Bei Mit­glie­dern ei­ner Ge­werk­schaft lie­ge die Zu­frie­den­heits­ra­te bei 89 Pro­zent.

Bsirs­ke schluss­fol­ger­te dar­aus: "Da, wo es Be­triebs- und Per­so­nal­rä­te gibt und wo Ge­werk­schaf­ten ei­ne ge­stal­ten­de Rol­le ha­ben, wer­den bes­se­re Aus­bil­dungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen ge­schaf­fen als dort, wo Mit­be­stim­mungs­struk­tu­ren und Ge­werk­schaf­ten feh­len oder so­gar be­hin­dert wer­den."

An die Adres­se der Ar­beit­ge­ber ge­rich­tet mahn­te der Ver­di-Chef: "Die Ta­rif­flucht der letz­ten Jah­re sorgt für Un­zu­frie­den­heit un­ter den Be­schäf­tig­ten, die auch der gu­te Ruf der Aus­bil­dungs­qua­li­tät nicht zu­kle­is­tern kann." Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes be­leg­ten: Nur noch 15 Pro­zent der Be­trie­be sei­en in Deutsch­land ta­rif­ge­bun­den. Bsirs­ke er­klär­te, wer das Po­ten­zi­al jun­ger Fach­kräf­te lang­fris­tig hal­ten wol­le, müs­se bes­se­re Aus­bil­dungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen schaf­fen, mit Mit­be­stim­mungs­struk­tu­ren und ei­ner Stär­kung der Ta­rif­bin­dung.

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Letzte Überarbeitung: 4. September 2018

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