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Ver­di-Ent­wurf zum Ki­ta-Ge­setz for­dert mehr Be­treu­er

Ver­di will mehr Ki­ta-Per­so­nal: 300 Mil­lio­nen Eu­ro wür­de das das Land kos­ten. Hier sieht man sich al­ler­dings be­reits auf ei­nem gu­ten Weg
Wie soll der Per­so­nal­schlüs­sel aus­se­hen?

20.05.2015. (dpa) - 12,5 Kin­der be­treut ei­ne nie­der­säch­si­sche Er­zie­he­rin durch­schnitt­lich pro Grup­pe - nach Vor­stel­lun­gen der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di sol­len es zu­künf­tig nur noch acht sein.

Das for­dert die Ge­werk­schaft in ei­nem Ent­wurf zur Er­neue­rung des Ki­ta-Ge­set­zes, den Ver­di am Diens­tag in Han­no­ver vor­ge­stellt hat.

Dar­in for­dert die Ge­werk­schaft un­ter an­de­rem mehr Be­treu­ungs­per­so­nal in den Ki­tas und mehr Zeit für die Er­zie­her, um den Un­ter­richt päd­ago­gisch vor­be­rei­ten zu kön­nen.

Die vor­ge­schla­ge­nen Än­de­run­gen wür­den das Land Nie­der­sach­sen gut 300 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten.

"Es geht dar­um, den Stan­dard der Kin­der­ta­ges­stät­ten zu si­chern, un­ab­hän­gig von den Trä­gern", sag­te Det­lef Aht­ing, Lan­des­lei­ter von Ver­di in Nie­der­sach­sen und Bre­men.

Den Schwer­punkt der Ge­set­zes­än­de­rung setzt Ver­di vor al­lem im per­so­nel­len Be­reich. "Der Per­so­nal­schlüs­sel muss an­ge­passt wer­den", sag­te Mar­tin Pe­ter, Ver­di-Fach­be­reichs­lei­ter für Ge­mein­den. Der­zeit wer­den 25 Kin­der von zwei Fach­kräf­ten be­treut. "Wir wol­len das Ver­hält­nis auf drei päd­ago­gi­sche Kräf­te für 24 Kin­der an­he­ben." Au­ßer­dem sol­le auch die be­treu­en­de Zweit­kraft ei­ne staat­lich an­er­kann­te Er­zie­her-Aus­bil­dung durch­lau­fen müs­sen. Bis­her wur­de die­se Po­si­ti­on zu­meist von päd­ago­gi­schen As­sis­ten­ten be­setzt. Das zu­sätz­li­che Per­so­nal sol­le vor al­lem durch ei­ne Auf­sto­ckung der bis­he­ri­gen Teil­zeit­kräf­te ent­ste­hen.

Die Ge­werk­schaft for­dert zu­dem ei­ne fes­te Stell­ver­tre­tung und mehr Frei­stel­lungs­zeit für je­de Ki­ta-Lei­tung. Für Auf­ga­ben wie Vor­be­rei­tun­gen des Un­ter­richts, Fort­bil­dun­gen und Lei­tungs­auf­ga­ben kön­nen die Lei­ter von Ta­ges­stät­ten der­zeit fünf St­un­den pro Wo­che von der Ar­beit mit den Kin­dern frei­ge­stellt wer­den. Ver­di for­dert in der Ge­setz­no­vel­le ei­ne Frei­stel­lung von rund 20 St­un­den pro Wo­che.

Ver­di wirft der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung vor, ei­ne recht­zei­ti­ge Er­neue­rung des Ki­ta-Ge­set­zes ver­säumt zu ha­ben. "Nie­der­sach­sen hat ei­nen ho­hen Nach­hol­be­darf", sag­te Ver­di-Lan­des­lei­ter Aht­ing. Auch bun­des­weit macht die Ge­werk­schaft Druck für bes­se­re Be­din­gun­gen in den kom­mu­na­len Ki­tas: Er­zie­her und So­zi­al­ar­bei­ter in ganz Deutsch­land sind wei­ter in ei­nem un­be­fris­te­ten Streik. Mit dem Streik will die Ge­werk­schaft ei­ne Neu­re­ge­lung der Ein­grup­pie­rung für So­zi­al- und Er­zie­her­be­ru­fe durch­set­zen. Das hät­te ei­ne Er­hö­hung der Ge­häl­ter um durch­schnitt­lich zehn Pro­zent zur Fol­ge.

Die Lan­des­re­gie­rung sieht sich be­reits auf ei­nem gu­ten Weg. Es sei­en um­fang­rei­che An­stren­gun­gen un­ter­nom­men wor­den, um die Qua­li­tät von Bil­dung und Be­treu­ung zu er­hö­hen. Das Land fi­nan­zie­re seit Jah­res­be­ginn die drit­te Be­treu­ungs­kraft. Zu­dem ha­be man ge­mein­sam mit den Kom­mu­nen den Rechts­an­spruch auf ei­nen Ki­ta­platz für Kin­der un­ter drei Jah­ren ab­ge­si­chert.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

Bewertung: Ver­di-Ent­wurf zum Ki­ta-Ge­setz for­dert mehr Be­treu­er 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

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