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Ver­di: Gro­ße Sor­ge um Ber­li­ner Kar­stadt-Häu­ser ne­ben Ka­DeWe

Droht bei Kar­stadt der Kahl­schlag? Die Ge­werk­schaft Ver­di ist von den an­ge­kün­dig­ten "schmerz­haf­ten Ein­schnit­ten" alar­miert: Auch in der Haupt­stadt ban­gen Mit­ar­bei­ter um ih­re Fi­lia­len - au­ßer beim Ka­DeWe
Was pas­siert mit den Kar­stadt-Häu­sern?

16.07.2014. (dpa) - Die an­ge­kün­dig­ten Ein­schnit­te bei Kar­stadt ha­ben die Sor­ge um die Ber­li­ner Stand­or­te au­ßer­halb des Lu­xus­kauf­hau­ses Ka­DeWe und der Sport­fi­lia­len mas­siv er­höht.

"Wir ma­chen uns ja schon seit län­ge­rer Zeit Ge­dan­ken um die­je­ni­gen Häu­ser, die nicht zum Pre­mi­um- oder Sport­seg­ment ge­hö­ren", hieß es am Diens­tag aus der Ge­werk­schaft Ver­di. "Aber die Leu­te zit­tern jetzt wirk­lich. Sie wol­len end­lich wis­sen, was Sa­che ist."

Kar­stadt-Chef­auf­se­her Ste­phan Fan­derl hat­te die ins­ge­samt rund 17 000 Be­schäf­tig­ten der an­ge­schla­ge­nen Wa­ren­haus­ket­te in der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" auf Kür­zun­gen im Fi­li­al­netz ein­ge­stimmt. Kon­kre­te Schlie­ßungs­plä­ne ge­be es zwar noch nicht, das Un­ter­neh­men ma­che sich aber "be­rech­tig­te Sor­gen um die Pro­fi­ta­bi­li­tät von mehr als 20 Häu­sern", sag­te Fan­derl: "Es wird schmerz­haf­te Ein­schnit­te ge­ben müs­sen, um dem ge­sun­den Kern ei­ne Zu­kunft zu ge­ben."

Ver­di-Han­dels­ex­per­tin Eri­ka Rit­ter fürch­tet, dass auch Ber­li­ner Stand­or­te be­trof­fen sein könn­ten. De­tails sei­en aber wei­ter­hin nicht be­kannt. "Man muss noch ab­war­ten", sag­te sie. Die Ge­werk­schaft kri­ti­sier­te, Kar­stadt-In­ves­tor Ni­co­las Berg­gru­en ha­be bis­her nicht im ver­spro­che­nen Um­fang in die Wa­ren­häu­ser in­ves­tiert. "Auch bei der Stand­ort- und Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung hat sich nichts be­wegt", sag­te Rit­ter.

Nach Ver­di-An­ga­ben be­treibt Kar­stadt in Ber­lin und Bran­den­burg acht Wa­ren­häu­ser. Zwei wei­te­re Sport­häu­ser und das No­bel­kauf­haus Ka­DeWe ge­hö­ren seit Herbst 2013 mehr­heit­lich der Si­gna-Grup­pe des ös­ter­rei­chi­schen Un­ter­neh­mers Re­né Ben­ko. Frü­he­ren Me­di­en­be­rich­ten zu­fol­ge soll Si­gna ei­ne Op­ti­on ha­ben, auch die Mehr­heit an den 83 re­gu­lä­ren Kar­stadt-Wa­ren­häu­sern zum sym­bo­li­schen Preis von ei­nem Eu­ro zu über­neh­men. Of­fi­zi­ell be­stä­tigt wur­de dies bis­her je­doch nicht.

Kar­stadt-Che­fin Eva-Lot­ta Sjös­tedt hat­te vo­ri­ge Wo­che über­ra­schend mit­ge­teilt, das Un­ter­neh­men nach we­ni­ger als fünf Mo­na­ten an der Kon­zern­spit­ze ver­las­sen zu wol­len. Sie se­he kei­ne Ba­sis mehr für den von ihr an­ge­streb­ten Sa­nie­rungs­kurs, er­klär­te die Ex-Ikea-Ma­na­ge­rin.

"Je schnel­ler die Kar­ten nun auf den Tisch ge­legt wer­den, des­to bes­ser", sag­te ein Ber­li­ner Ver­di-Spre­cher. Selbst in Häu­sern wie am Her­mann­platz oder in der Ste­glit­zer Schloss­stra­ße, die zu­letzt er­folg­reich zu wirt­schaf­ten schie­nen, blie­ben nach sei­nem Ein­druck wich­ti­ge In­ves­ti­tio­nen aus. Die Sor­ti­men­te sei­en aus­ge­dünnt wor­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. Oktober 2014

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