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Ver­di: Kei­ne Ab­wei­chung bei Min­dest­lohn und Aus­bil­dung für Flücht­lin­ge

Die Wirt­schaft bringt ver­kürz­te Aus­bil­dun­gen und Aus­nah­men beim Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge ins Ge­spräch: Die Ge­werk­schaf­ten hal­ten da­ge­gen
Arbeitnehmer Krawatte Mitte Min­dest­lohn für Flücht­lin­ge?

06.10.2015. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di hat sich ent­schie­den ge­gen Aus­nah­men bei Min­dest­lohn und Aus­bil­dung für Flücht­lin­ge ge­wandt. «Der­lei Wün­schen aus der Wirt­schaft er­tei­len wir ei­ne kla­re Ab­sa­ge: Vor­aus­set­zung für ei­ne er­folg­rei­che In­te­gra­ti­on ist die Gleich­stel­lung al­ler Ar­beit­neh­mer, was Schutz, Min­dest­stan­dards und Ent­loh­nung be­trifft», sag­te das Ver­di-Vor­stands­mit­glied Wolf­gang Pie­per der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Pie­per for­der­te die Bun­des­re­gie­rung auf, die Kon­trol­len zur Ein­hal­tung von Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen und des Min­dest­lohns zu ver­stär­ken, statt sie - wie an­ge­kün­digt – zu re­du­zie­ren, um Be­schäf­tig­te in an­de­re Dienst­stel­len ver­set­zen zu kön­nen. «Be­reits jetzt sind al­lein beim Zoll bun­des­weit 5000 Stel­len un­be­setzt.»

Pie­per, der im Ver­di-Bun­des­vor­stand für den öf­fent­li­chen Dienst von Bund, Län­dern und Ge­mein­den zu­stän­dig ist, sag­te wei­ter: «Ei­ne Ver­kür­zung von Aus­bil­dungs­gän­gen ist im Hin­blick auf die An­for­de­run­gen der Wirt­schaft an Qua­li­fi­ka­tio­nen und im Hin­blick auf den zu­neh­men­den Fach­kräf­te­man­gel in Deutsch­land ge­ra­de­zu ab­surd.»

Nach Ver­di-Schät­zun­gen feh­len im öf­fent­li­chen Dienst bun­des­weit meh­re­re zehn­tau­send Stel­len für ei­ne an­ge­mes­se­ne Auf­nah­me, Be­treu­ung und In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen. So müss­te al­lein das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) von der­zeit 3000 auf 9000 Stel­len auf­ge­stockt wer­den. Da­bei geht es nicht nur um die Be­rei­che, die un­mit­tel­bar Asyl­an­trä­ge be­ar­bei­ten und ent­schei­den, son­dern auch um Ab­tei­lun­gen, die sich et­wa mit In­te­gra­ti­ons­kur­sen, Deutsch­för­de­rung oder Mi­gra­ti­ons­be­ra­tung be­fas­sen, er­klär­te Pie­per. Zu­dem müs­se der IT-Be­reich per­so­nell und fi­nan­zi­ell ge­stärkt wer­den.

Dar­über hin­aus fehl­ten in den Job­cen­tern bun­des­weit min­des­tens 2000 Stel­len in den Spar­ten Ar­beits­för­de­rung und -ver­mitt­lung, sag­te Pie­per wei­ter. Und we­gen der wach­sen­den Zahl schul­pflich­ti­ger Kin­der und Ju­gend­li­cher wür­den bun­des­weit et­wa 10 000 neue Leh­rer be­nö­tigt. «Für die 68 000 Kin­der, die in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen er­war­tet wer­den, sind zu­dem et­wa 20 000 zu­sätz­li­che Stel­len für päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te er­for­der­lich», be­ton­te der Ge­werk­schaf­ter.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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