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Ver­di will sechs Pro­zent mehr Geld für Dia­ko­nie­be­schäf­tig­te

Bei den Ver­hand­lun­gen von Ver­di und der Dia­ko­nie geht es nicht nur um mehr Geld für die Pfle­ge, son­dern mit­tel­fris­tig auch um ei­nen "Ta­rif­ver­trag So­zia­les": Mög­lichst vie­le Wohl­fahrts­ver­bän­de sol­len für bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge ge­won­nen wer­den
Wie hoch ist der Nach­wuchs­be­darf?

25.08.2016. (dpa) - An­ge­sichts des Nach­wuchs­man­gels in der Pfle­ge hat die Ge­werk­schaft Ver­di ein kräf­ti­ges Ge­halts­plus für die Dia­ko­nie ver­langt, um den Pfle­ge­be­ruf für Ein­stei­ger at­trak­ti­ver zu ma­chen.

Für die 32.000 Be­schäf­tig­ten der Dia­ko­nie in Nie­der­sach­sen wol­le Ver­di bei der an­ste­hen­den Ent­gelt­ver­hand­lung sechs Pro­zent mehr Ge­halt, ein Plus von 80 Eu­ro für Aus­zu­bil­den­de und ei­ne Er­hö­hung des Nacht­zu­schlags auf 25 Pro­zent je St­un­de er­rei­chen, teil­te die Ge­werk­schaft am Mitt­woch mit.

Der Dia­ko­ni­sche Dienst­ge­ber­ver­band (DDN) er­klär­te sich in ei­ner Re­ak­ti­on zu an­ge­mes­se­nen Ge­halts­er­hö­hun­gen be­reit.

An­ge­sichts der wach­sen­den pri­va­ten Kon­kur­renz von ta­ri­fun­ge­bun­de­nen, bil­li­ge­ren Pfle­ge­un­ter­neh­men so­wie hart ver­han­deln­den Kos­ten­trä­gern sei der Spiel­raum aber be­grenzt. Die Be­reit­schaft der So­zi­al­ver­si­che­run­gen und Kom­mu­nen zur Re­fi­nan­zie­rung stei­gen­der Per­so­nal­kos­ten sei be­grenzt, sag­te DDN-Ge­schäfts­füh­rer Ro­bert Johns.

Nach ei­nem lan­gen Grund­satz­streit um die Ein­be­zie­hung der Ge­werk­schaft in Ver­hand­lun­gen bei Dia­ko­nie und Kir­che hat­ten bei­de Sei­ten 2014 erst­mals ei­nen Man­tel­ta­rif­ver­trag so­wie Ge­halts­er­hö­hun­gen ver­ein­bart. Nun steht am 6. Sep­tem­ber die neue Ta­rif­run­de an.

An ei­nem Strang zie­hen Ge­werk­schaft und Dia­ko­nie wei­ter auf dem Weg zu ei­nem nie­der­sach­sen­wei­ten und al­le Wohl­fahrts­ver­bän­de um­fas­sen­den "Flä­chen­ta­rif­ver­trag So­zia­les". Die­ser soll die Kon­kur­renz mit Bil­lig­löh­nen und Ver­trä­gen zum Min­dest­lohn für Aus­hil­fen ein­däm­men und zu ei­ner all­ge­mein bes­se­ren Be­zah­lung in der Pfle­ge füh­ren. Ge­sprä­che da­zu lau­fen und zu­min­dest die Ar­bei­ter­wohl­fahrt hat be­reits Un­ter­stüt­zung si­gna­li­siert.

Ins Boot ge­holt wer­den sol­len auch das Deut­sche Ro­te Kreuz, der Pa­ri­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band und die Ca­ri­tas. Je mehr Pfle­ge­an­bie­ter sich auf bes­se­re Ta­ri­fe ei­ni­gen, so das Kal­kül, des­to schwie­ri­ger wird es für pri­va­te Bil­lig­kon­kur­renz, an­ge­sichts der gu­ten Ar­beits­markt­la­ge an Per­so­nal zu kom­men.

Nach Be­rech­nun­gen von Ver­di gibt es in der Al­ten­pfle­ge in Nie­der­sach­sen bis 2030 ei­nen Nach­wuchs­be­darf von 21.100 Voll­zeit­stel­len, bis 2020 von 6.500 Stel­len. Der­zeit kom­men auf 100 ge­mel­de­te Al­ten­pfle­ger­stel­len im Bun­des­durch­schnitt 38 ar­beits­lo­se Al­ten­pfle­ger.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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