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ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/231

Ver­di wei­tet Schleu­sen-Streik aus

600 Schleu­sen­wär­ter zu Aus­stand auf­ge­ru­fen: Der Streik bei der Was­ser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung im Nor­den hält Po­li­tik und Wirt­schaft seit Ta­gen auf Trab. Nun will die Ge­werk­schaft Ver­di den Aus­stand ver­schär­fen. An der Schleu­se Bruns­büt­tel gibt es al­ler­dings ei­ne Streik­pau­se
Streik viele Streikende Der Streik an den Schleu­sen geht wei­ter

12.08.2013. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di will den Streik von Schleu­sen­wär­tern im Nor­den in der kom­men­den Wo­che deut­lich aus­wei­ten.

Das teil­te Ver­di-Spre­cher Jo­chen Pen­ke am Sonn­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa mit.

Dem­nach sol­len von Mitt­woch an 600 Schleu­sen­wär­ter in Kiel, Lau­en­burg, Stral­sund und Ros­tock die Ar­beit nie­der­le­gen.

An der Bruns­büt­te­ler Schleu­se hat Ver­di den Streik der rund 200 Be­schäf­tig­ten nach fünf Ta­gen am Sonn­tag­abend un­ter­bro­chen. Drei Ta­ge lang wer­den nun wie­der Schif­fe in die meist­be­fah­re­ne künst­li­che Was­ser­stra­ße der Welt ge­schleust. Von Don­ners­tag an soll auch wie­der die Schleu­se des Nord-Ost­see-Ka­nals in Bruns­büt­tel be­streikt wer­den.

Der Schiffs­ver­kehr an der Bruns­bütt­ler Schleu­se kam nach An­ga­ben der Was­ser­schutz­po­li­zei vom Sonn­tag fast voll­stän­dig zum Er­lie­gen. Die Ree­de­rei­en wa­ren über den Streik in­for­miert und lei­te­ten ih­re Schif­fe auf die 400 Ki­lo­me­ter län­ge­re Rou­te rund um Dä­ne­mark. Auch Kreuz­fahrt­schif­fe muss­ten auf die reiz­vol­le Fahrt durch den Nord-Ost­see-Ka­nal ver­zich­ten, wie der Sen­der NDR 1 Wel­le Nord be­rich­te­te.

"Wenn die Ree­der nicht re­agie­ren wür­den, wä­re der Ka­nal so voll, dass man tro­cke­nen Fu­ßes von ei­ner auf die an­de­re Sei­te kom­men wür­de", sag­te ein Spre­cher der Was­ser­schutz­po­li­zei.

Ver­di hat we­gen der ge­plan­ten Um­struk­tu­rie­rung der Was­ser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung zum Ar­beits­kampf auf­ge­ru­fen. Die Ge­werk­schaft fürch­tet durch die ge­plan­te Re­form den Ab­bau von bis zu 3000 der ins­ge­samt 12 000 Ar­beits­plät­ze. Wenn Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Pe­ter Ram­sau­er (CSU) nicht aus St­ein sei, "dann ist un­ser Si­gnal in Ber­lin an­ge­kom­men", sag­te Pen­ke. Die Ge­werk­schaft for­de­re Ta­rif­ge­sprä­che.

Ram­sau­ers bis­he­ri­ges Ver­hal­ten sei "so igno­rant, dass ei­nem der Mund of­fen­ste­hen bleibt", sag­te der Ver­di-Spre­cher. Kri­tik aus Po­li­tik und Wirt­schaft, der Streik wür­de das Ver­trau­ern der Ree­der in die Zu­ver­läs­sig­keit des Nord-Ost­see-Ka­nals er­schüt­tern, wies Pen­ke zu­rück. Schlim­mer sei­en de­fek­te Schleu­sen­to­re, die we­gen zu ge­rin­gen In­ves­ti­tio­nen in die Ost-West-Ver­bin­dung den Be­trieb häu­fig ver­zö­gern wür­den. Der Streik soll noch bis Frei­tag an­dau­ern.

Schles­wig-Hol­steins Lan­des­re­gie­rung hat­te am Frei­tag ein schnel­les En­de des Streiks an den Schleu­sen des Nord-Ost­see-Ka­nals ge­for­dert. Mi­nis­ter­prä­si­dent Tors­ten Al­big (SPD) ap­pel­lier­te an die Be­tei­lig­ten, die Ver­hand­lun­gen wie­der auf­zu­neh­men. "Wenn der Nord-Ost­see-Ka­nal nicht funk­tio­niert, dann funk­tio­niert das gan­ze Land nicht", mahn­te Al­big.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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