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Ver­di will Ta­rif­ver­trag bei Eu­ro­wings - Test­fall für Ta­rif­ein­heit?

Wenn zwei Ge­werk­schaf­ten in ei­nem Be­trieb kon­kur­rie­ren, muss im Kon­flikt­fall fest­ge­stellt wer­den, wel­che die stär­ke­re ist: Bei ei­ner Teil­ge­sell­schaft der Eu­ro­wings könn­te schon im Herbst der ers­te Test­fall für das neue Ta­rif­ein­heits­ge­setz an­ste­hen
Fünf Arbeitnehmer Was pas­siert bei Eu­ro­wings?

16.07.2016. (dpa) - Bei der Luft­han­sa-Toch­ter Eu­ro­wings droht ein Kon­kur­renz­kampf zwi­schen den Ge­werk­schaf­ten Ver­di und Ufo.

Der Kon­flikt könn­te bei wei­te­rer Zu­spit­zung Streiks her­auf­be­schwö­ren und zum ers­ten Test­fall für das neue Ta­rif­ein­heits­ge­setz wer­den.

Ih­re Ge­werk­schaft ha­be die Ge­schäfts­füh­rung der Flug­ge­sell­schaft Eu­ro­wings GmbH in Düs­sel­dorf schon vor Wo­chen zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Flug­be­glei­ter auf­ge­for­dert, er­klär­te Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Chris­ti­ne Beh­le am Frei­tag.

Die Ar­beit­ge­ber hät­ten je­doch mit ei­ner Hin­hal­te­tak­tik re­agiert.

Statt­des­sen ver­han­delt die vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund un­ab­hän­gi­ge Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo über ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag und den Be­stand­schutz für die bis­he­ri­gen Mit­ar­bei­ter. Es sei be­reits in ei­ner Ta­rif­ver­ein­ba­rung fest­ge­hal­ten, dass die­se zur Luft­han­sa-Mut­ter wech­seln könn­ten und auch bei ei­nem Ver­bleib kei­ne Nach­tei­le er­lei­den, sag­te der Ufo-Ta­rif­ex­per­te Ni­coley Baublies der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Für neue Mit­ar­bei­ter soll bis Sep­tem­ber ein Ta­rif­ver­trag nach Bil­lig­flie­ger-Maß­stä­ben aus­ge­ar­bei­tet wer­den. Seit 2008 hat aus­schließ­lich Ufo bei der Luft­han­sa-Toch­ter neue Ta­rif­ver­trä­ge für die Flug­be­glei­ter ab­ge­schlos­sen.

"Ufo will Ein­grif­fe in die Ar­beit­neh­mer­rech­te ta­ri­fie­ren, oh­ne die Mehr­heit der Be­leg­schaft hin­ter sich zu ha­ben", er­klär­te Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Beh­le. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­be sich bei Eu­ro­wings die Mehr­heits­si­tua­ti­on zu­guns­ten von Ver­di ver­scho­ben, was man im Fal­le ei­nes Kon­flikts auch no­ta­ri­ell fest­stel­len las­sen wol­le. Die­ser Schritt wür­de nach dem Ta­rif­ein­heits­ge­setz not­wen­dig, wenn ei­ne der Ge­werk­schaf­ten zu ei­nem Ar­beits­kampf auf­ruft. Nur die im Be­trieb mit­glie­der­stär­ke­re Ge­werk­schaft dürf­te über den Ta­rif­ver­trag ver­han­deln und strei­ken. Auch Ufo be­an­sprucht für sich, bei Eu­ro­wings mehr Mit­glie­der zu ha­ben als die Kon­kur­renz. "Wir se­hen das ganz ent­spannt", mein­te Baublies, der das Vor­ge­hen wäh­rend der Sch­lich­tung bei der Kon­zern­mut­ter Luft­han­sa ver­ab­re­det hat­te.

Bei Eu­ro­wings wä­re im Fall ei­nes Streiks nur ein klei­ne­rer Teil der Flot­te be­trof­fen, weil von der Eu­ro­wings GmbH nur 23 der mehr als 90 Flie­ger selbst be­trie­ben wer­den. Die üb­ri­gen Ma­schi­nen und Be­sat­zun­gen stam­men von an­de­ren Ge­sell­schaf­ten mit Ger­manwings an der Spit­ze. Dort gel­ten an­de­re Ta­rif­ver­trä­ge.

Die Eu­ro­wings GmbH zeig­te sich in ei­ner Stel­lung­nah­me zu Ge­sprä­chen mit Ver­di über die Ta­rif­be­din­gun­gen für das Ka­bi­nen­per­so­nal be­reit. Ers­te Son­die­rungs­ge­sprä­che hät­ten be­reits statt­ge­fun­den und soll­ten ab Mit­te Au­gust fort­ge­setzt wer­den. "Al­ler­dings hat Eu­ro­wings be­ste­hen­de Ta­rif­ver­trä­ge mit der Un­ab­hän­gi­gen Flug­be­glei­ter Or­ga­ni­sa­ti­on (UFO) und will die Ta­rif­ein­heit im Un­ter­neh­men wah­ren", er­klär­te ein Spre­cher.

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Letzte Überarbeitung: 3. Dezember 2016

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