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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/011

Ver­di weist Vor­wurf der über­mä­ßi­gen Streik­freu­de zu­rück

Die Ge­werk­schaft Ver­di streikt häu­fi­ger als frü­her: Da­hin­ter ste­he aber kei­ne neue Tak­tik, sagt die Vi­ze-Vor­sit­zen­de An­drea Koc­sis. Man re­agie­re le­dig­lich auf die Ta­rif­flucht der Ar­beit­ge­ber
War­um wird mehr ge­streikt?

10.01.2017. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di hat den Vor­wurf zu­rück­ge­wie­sen, sie sei be­son­ders streik­freu­dig.

Die zu­neh­men­de Zahl der Ar­beits­kämp­fe er­ge­be sich eher aus der im­mer noch an­hal­ten­den Flucht der Un­ter­neh­men aus den Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den und der Ta­rif­bin­dung, sag­te die Vi­ze-Vor­sit­zen­de An­drea Koc­sis am Mon­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Für Ver­di ent­ste­he aus der sin­ken­den Ta­rif­bin­dung die Not­wen­dig­keit, "im Häu­ser­kampf" für im­mer mehr ein­zel­ne Be­trie­be ei­nen Haus­ta­rif­ver­trag ab­zu­schlie­ßen.

Bei­spie­le sei­en im Ge­sund­heits­we­sen oder bei Spe­di­tio­nen zu fin­den.

Das ar­beit­ge­ber­na­he In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) hat­te Ver­di in ei­ner Stu­die "ex­pan­si­ve Ta­rif­po­li­tik" vor­ge­hal­ten. Koc­sis wies die IW-Ein­schät­zung zu­rück, wo­nach die Ge­werk­schaft ih­re fi­nan­zi­el­len Mit­tel für Ar­beits­kämp­fe ver­drei­facht ha­be. Ge­naue­re In­for­ma­tio­nen zur Streik­kas­se woll­te sie aber nicht ge­ben.

"Es ist viel klein­tei­li­ger ge­wor­den", be­schrieb Koc­sis die Ta­ri­fland­schaft. Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver­hand­le in über 1.000 Be­ru­fen und ha­be mehr als 20.000 lau­fen­de Ta­rif­ver­trä­ge. "Dar­aus kann leicht der fal­sche Ein­druck ent­ste­hen, dass Ver­di im Ver­gleich zu an­de­ren Ge­werk­schaf­ten streik­freu­di­ger sei." Die gro­ße Mehr­heit der Ab­schlüs­se wer­de aber nach re­gu­lä­ren Ver­hand­lun­gen und oh­ne Streiks er­zielt.

Aus­nah­men wie et­wa bei den Er­zie­he­rin­nen oder der Deut­schen Post sei­en auf un­ter­schied­li­che Grün­de zu­rück­zu­füh­ren. So ha­be Ver­di bei der For­de­rung nach ei­ner ta­rif­li­chen Hö­her­grup­pie­rung der Er­zie­he­rin­nen ei­ne ge­sell­schaft­li­che De­bat­te um den Stel­len­wert der so­zia­len Be­ru­fe auf­ge­nom­men. In dem lan­gen Ta­rif­kon­flikt bei der Deut­schen Post sei es hin­ge­gen um die Ab­wehr von Nach­tei­len für die Be­schäf­tig­ten ge­gan­gen, die in Bil­lig­töch­ter mit schlech­te­ren Ta­rif­be­din­gun­gen aus­ge­la­gert wer­den soll­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 10. Januar 2017

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