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Ver­kauf der Schle­cker-Toch­ter ih­r­Platz ge­plant

In­sol­venz­ver­wal­ter be­stä­tigt den Ver­kauf der Schle­cker-Toch­ter an ei­nen Mün­che­ner In­ves­tor - für die Schle­cker-Mit­ar­bei­ter geht das Tau­zie­hen wei­ter
Zwei Firmenschilder, eines durchgestrichen In­ha­ber­wech­sel bei ih­r­Platz steht be­vor
11.05.2012 (dpa/lby) - Bei der Ret­tung der in­sol­ven­ten Dro­ge­rie­ket­te Schle­cker rückt ei­ne Pa­ket­lö­sung in im­mer wei­te­re Fer­ne. Der Münch­ner In­ves­tor Du­bag be­stä­tig­te am Don­ners­tag In­ter­es­se an ei­ner Über­nah­me der in­sol­ven­ten Schle­cker-Toch­ter Ihr­Platz. "Ich be­stä­ti­ge Ge­sprä­che mit der In­sol­venz­ver­wal­tung", sag­te Du­bag-Vor­stand Mi­cha­el Schu­mann am Don­ners­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Die "Wirt­schafts­wo­che" und die "Stutt­gar­ter Nach­rich­ten" hat­ten be­rich­tet, dass sich Du­bag und In­sol­venz­ver­wal­ter Wer­ner Schnei­der "han­dels­ei­nig" sei­en. Der­weil be­müht sich Ver­di um ei­ne An­nä­he­rung im Streit mit der Schle­cker-In­sol­venz­ver­wal­tung um ei­nen Sa­nie­rungs­bei­trag der Be­leg­schaft.

Zu ei­nem mög­li­chen Ihr­Platz-Ver­kauf an Du­bag teil­te In­sol­venz­ver­wal­ter Schnei­der mit: "Wie den Me­di­en zu ent­neh­men war, be­steht von In­ves­to­r­en­sei­te her auch In­ter­es­se an ei­ner Ein­zel­über­nah­me von Ihr­Platz." Der Ein­zel­ver­kauf sei schon im­mer ei­ne mög­li­che Op­ti­on ge­we­sen. "Bei ei­nem fi­na­len Ab­schluss wer­den wir zeit­nah kom­mu­ni­zie­ren", teil­te Schnei­der mit. Bis da­hin sei er aber wei­ter an ei­nem Pa­ket­ver­kauf der in­sol­ven­ten Dro­ge­rie­ket­te und sei­ner Toch­ter Ihr­Platz in­ter­es­siert.

So­wohl Schle­cker-In­sol­venz­ver­wal­ter Arndt Geit­witz als auch Schnei­der hat­ten zwar im­mer wie­der be­tont, dass sie ei­ne Pa­ket­lö­sung für die Schle­cker-Grup­pe fa­vo­ri­sie­ren. Sie hat­ten aber auch ei­nen Ein­zel­ver­kauf nie aus­ge­schlos­sen.

Neue Be­we­gung gibt es auch im Aus­lands­ge­schäft von Schle­cker. Nach dem Ver­kauf des tsche­chi­schen Fi­li­al­net­zes an das Han­dels­un­ter­neh­men P.K. Sol­vent (PKS), ste­he nun das Ge­schäft in Frank­reich - die Toch­ter­fir­ma Schle­cker SNC - "kurz vor dem Ver­trags­ab­schluss", be­stä­tig­te ein Spre­cher des In­sol­venz­ver­wal­ters ei­nen Be­richt der "Stutt­gar­ter Nach­rich­ten". Ge­plant sei auch der Ver­kauf der Nie­der­las­sung in Po­len. Der se­pa­ra­te Ver­kauf die­ser drei Ge­schäf­te sei be­reits vom al­ten Schle­cker-Ma­nage­ment an­ge­sto­ßen wor­den, hieß es wei­ter.

Die Aus­lands­fir­men von Schle­cker sind nicht in­sol­vent. Der Er­lös aus dem Ver­kauf fließt aber in die In­sol­venz­mas­se in Deutsch­land mit ein, weil die Aus­lands­ge­sell­schaf­ten eben­falls An­ton Schle­cker ge­hö­ren und er mit sei­nem Ver­mö­gen haf­tet.

Die Toch­ter­fir­ma Ihr­Platz hat­te zu­sam­men mit der Mut­ter im Ja­nu­ar In­sol­venz an­ge­mel­det. Ein­kauf und Lo­gis­tik wur­den bis­her zu­sam­men mit Schle­cker ge­führt und müss­ten bei ei­ner Über­nah­me durch Du­bag neu ge­re­gelt wer­den. Für ei­ne Über­nah­me der in­sol­ven­ten Fir­ma wä­re auch ei­ne Zu­stim­mung der Gläu­bi­ger not­wen­dig.

Du­bag will den Be­rich­ten zu­fol­ge die Os­na­brü­cker Dro­ge­rie­ket­te zu 100 Pro­zent und mit al­len 480 Fi­lia­len über­neh­men. Auch ein Ab­bau der Be­leg­schaft - et­wa 4.700 Mit­ar­bei­ter - sei dem­nach nicht ge­plant. Die Münch­ner Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Du­bag ist nach ei­ge­nen An­ga­ben auf den Er­werb und die Neu­po­si­tio­nie­rung von Un­ter­neh­men in Son­der­si­tua­tio­nen spe­zia­li­siert.

Die Su­che nach ei­nem In­ves­tor für Schle­cker ge­stal­tet sich in­des wei­ter schwie­rig. In­sol­venz­ver­wal­ter Gei­witz spricht der­zeit mit der Ge­werk­schaft Ver­di über ei­nen Sa­nie­rungs­bei­trag der Be­leg­schaft. Ver­di be­müh­te sich am Don­ners­tag um ei­ne An­nä­he­rung in die­ser Fra­ge: Um Gei­witz Hand­lungs­spiel­räu­me zu ver­schaf­fen, sol­len die Schle­cker-Mit­ar­bei­ter vor­erst auf jetzt fäl­li­ges Ur­laubs­geld und ei­ne an­ste­hen­de Lohn­er­hö­hung ver­zich­ten. Da­zu will Ver­di aber erst ein­mal al­le bei der Ge­werk­schaft or­ga­ni­sier­ten Schle­cker-Mit­ar­bei­ter be­fra­gen. Wenn das durch ist, wer­den die Zah­lun­gen bis Au­gust auf­ge­scho­ben.

Gei­witz' Ver­hand­lun­gen mit In­ves­to­ren wer­den in­des von zahl­rei­chen Kla­gen frü­he­rer Schle­cker-Mit­ar­bei­ter be­las­tet, die sich vor Ge­richt ge­gen ih­re Kün­di­gun­gen weh­ren. Die Zahl der Kün­di­gungs­schutz­kla­gen ist so hoch, dass es po­ten­zi­el­le In­ves­to­ren ab­schre­cken könn­te. Gei­witz ist im Mo­ment mit drei von fünf Be­wer­ben in "ver­tief­ten Ver­hand­lun­gen".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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