HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/358

Ver­la­ge­rung von Sprin­ter-Pro­duk­ti­on: IG Me­tall kri­ti­siert "Ta­bu­bruch"

Mit "Sprin­ter"-Trans­por­tern ver­dient Daim­ler viel Geld - auch in den USA: Dass dort jetzt ein neu­es Werk ge­plant ist und da­für in Düs­sel­dorf Jobs weg­fal­len sol­len, em­pört die Ar­beit­neh­mer
Werkstatt, Reifenwechsel Wird es ei­ne Ver­la­ge­rung von Düs­sel­dorf nach Ame­ri­ka ge­ben?

25.10.2014. (dpa) - Die IG Me­tall und Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter des Au­to­bau­ers Daim­ler pro­tes­tie­ren mit schar­fen Wor­ten ge­gen die ge­plan­te Ver­la­ge­rung ei­nes Teils der Sprin­ter-Pro­duk­ti­on von Düs­sel­dorf nach Nord­ame­ri­ka.

Ein mas­si­ver Ar­beits­platz­ab­bau mit dem Ziel ei­ner Ver­la­ge­rung in ei­nen an­de­ren Wirt­schafts­raum sei ein Ta­bu­bruch und ab­so­lu­tes No­vum bei Daim­ler, sag­te der NRW-Chef der IG Me­tall, Knut Gies­ler, am Frei­tag in Düs­sel­dorf.

Ge­werk­schaft und Be­triebs­rat be­fürch­ten den Weg­fall von 1800 Jobs in Düs­sel­dorf.

Ins­ge­samt sind dort bei Daim­ler 6500 Men­schen be­schäf­tigt.

Der Au­to­kon­zern hat­te am Diens­tag (21.10.) an­ge­kün­digt, in Nord­ame­ri­ka ein zu­sätz­li­ches Werk für die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on des Trans­por­ters zu bau­en. Der Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel steht et­wa 2016 an. Zu­gleich be­schloss das Un­ter­neh­men In­ves­ti­tio­nen von 300 Mil­lio­nen Eu­ro für den be­ste­hen­den Stand­ort in Düs­sel­dorf - das welt­weit größ­te Trans­por­ter­werk von Daim­ler. Neue In­ves­ti­ti­ons­ver­spre­chen reich­ten aber bei wei­tem nicht, sag­te Gies­ler. "Für uns zählt je­der Ar­beits­platz."

Der Düs­sel­dor­fer Be­triebs­rat und die Fir­men­lei­tung ver­han­deln der­zeit über die Zu­kunft des Wer­kes. Ei­ne Lö­sung sol­le "in den nächs­ten Wo­chen, auf je­den Fall in die­sem Jahr" ge­fun­den wer­den, sag­te ein Daim­ler-Spre­cher. Bis­her ge­be es noch kei­ne Ent­schei­dung zu den Aus­wir­kun­gen beim Per­so­nal. Bei Daim­ler sind be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen bis En­de 2016 aus­ge­schlos­sen.

Die USA zäh­len mit 23 000 ver­kauf­ten Sprin­tern im ver­gan­ge­nen Jahr zu den wich­tigs­ten Märk­ten für Daim­ler. Um ho­he US-Ein­fuhr­zöl­le zu um­ge­hen, müs­sen in Düs­sel­dorf pro­du­zier­te Trans­por­ter bis­her di­rekt nach der Her­stel­lung de­mon­tiert, in Ein­zel­tei­len ex­por­tiert und in den USA wie­der zu­sam­men­ge­baut wer­den. Das kos­tet nicht nur viel Geld, son­dern sorgt auch für lan­ge Lie­fer­zei­ten. Wenn das neue Werk lau­fe, wür­den Au­tos für die USA na­tür­lich auch dort pro­du­ziert, sag­te der Daim­ler-Spre­cher.

Be­reits En­de Sep­tem­ber hat­ten im Sprin­ter­werk Tau­sen­de Be­schäf­tig­te aus Pro­test ge­gen die Plä­ne für St­un­den die Ar­beit nie­der­ge­legt. Die Be­leg­schaft zeig­te sich wei­ter kampf­be­reit: "So sträf­lich darf man mit den Men­schen bei Daim­ler nicht um­ge­hen", sag­te der Düs­sel­dor­fer Be­triebs­rats­chef Tho­mas Weil­bier. "Über al­les wird noch ver­han­delt. Aber die Ge­duld der Be­leg­schaft ist da­bei nicht un­end­lich."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de