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Ver­mitt­ler sol­len Streit bei Mey­er Werft ent­schär­fen

Der Schiff­bau­er aus Pa­pen­burg steht we­gen der ge­plan­ten Kün­di­gung des Be­triebs­rats­chefs in der Kri­tik. Nun sol­len zwei Sch­lich­ter in dem Kon­flikt ver­mit­teln: Der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Ru­dolf Hi­ckel und der Di­rek­tor des Ar­beits­ge­rich­tes Pforz­heim, Hans Wei­sche­del sol­len als Me­dia­to­ren ein­ge­setzt wer­den.
Sitzung des Betriebsrats, Betriebsratsversammlung Kann der Streit ge­schlich­tet wer­den?

01.10.2015. (dpa) - Zwei Ver­mitt­ler sol­len den Streit zwi­schen der Pa­pen­bur­ger Mey­er Werft und ih­rem Be­triebs­rat ent­schär­fen. Der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Ru­dolf Hi­ckel von der Uni­ver­si­tät Bre­men soll auf Vor­schlag des Be­triebs­ra­tes tä­tig wer­den. «Das wird kein ein­fa­cher Job, aber ich fin­de ihn sehr wich­tig», sag­te Hi­ckel am Don­ners­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Der For­schungs­lei­ter Fi­nanz­po­li­tik am In­sti­tut Ar­beit und Wirt­schaft (IAW) hat be­reits Er­fah­run­gen bei zwei frü­he­ren Sch­lich­tun­gen für die Me­tall- und Elek­tro- so­wie für die Stahl­in­dus­trie ge­sam­melt.

Auf der an­de­ren Sei­te will die Werft­lei­tung den Di­rek­tor des Ar­beits­ge­rich­tes Pforz­heim, Hans Wei­sche­del, als Me­dia­tor ein­schal­ten. Die frü­her üb­li­che So­zi­al­part­ner­schaft mit dem Be­triebs­rat sol­le wie­der nor­ma­li­siert wer­den, sag­te Werft­spre­cher Gün­ther Kol­be in Pa­pen­burg. Ähn­lich äu­ßer­te sich Hi­ckel in Bre­men.

Das Un­ter­neh­men steht der­zeit we­gen der Ver­le­gung der Dach­ge­sell­schaft nach Lu­xem­burg in der Kri­tik. Zu­dem sind Be­triebs­rat und die Ge­werk­schaft IG Me­tall em­pört über die ge­plan­te Kün­di­gung des Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den Ibra­him Er­gin. Er soll jun­ge Be­schäf­tig­te ge­nö­tigt ha­ben, in die IG Me­tall ein­zu­tre­ten, so der Vor­wurf der Werft­lei­tung. Er­gin be­strei­tet dies.

Die Un­ter­neh­mens­plä­ne zum Um­zug nach Lu­xem­burg hat­te Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) noch im Ju­li scharf kri­ti­siert. Spä­ter schränk­te er ein, die Ver­la­ge­rung des Fir­men­sit­zes wer­de kei­ne ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf Nie­der­sach­sen und das Steu­er­auf­kom­men ha­ben. Auch sei oh­ne die Schaf­fung ei­nes Auf­sichts­ra­tes die Mit­be­stim­mung bei der Werft in ih­rer bis­he­ri­gen Form ge­si­chert.

Lies hat­te am Mitt­woch Op­po­si­ti­ons­kri­tik we­gen an­geb­lich feh­len­der Un­ter­stüt­zung für die Pa­pen­bur­ger Mey­er Werft mit mehr als 3000 Be­schäf­tig­ten zu­rück­ge­wie­sen. Das Land ha­be das Un­ter­neh­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit Mil­lio­nen­be­trä­gen un­ter­stützt und wol­le dies auch wei­ter­hin tun, sag­te der Mi­nis­ter.

Dem­nach be­kam die Werft seit 2010 För­de­run­gen für In­no­va­ti­ons­pro­jek­te in Hö­he von 72,87 Mil­lio­nen Eu­ro, die sich Bund und Land teil­ten. Für das Jahr 2015 stell­te das Land fünf Mil­lio­nen Eu­ro im Haus­halt für In­no­va­tio­nen im Schiff­bau be­reit. Die­ser Be­trag ist nach An­ga­ben von Lies bis auf ei­nen ge­rin­gen Rest auf­ge­braucht - fast aus­schließ­lich für Pro­jek­te der Mey­er Werft.

Un­ter­des­sen nann­te die Werft Ein­zel­hei­ten ih­res ers­ten Neu­bau­auf­tra­ges für die bri­ti­sche Ree­de­rei Sa­ga Crui­ses. Das 34 Me­ter lan­ge Kreuz­fahrt­schiff soll im Som­mer 2019 ab­ge­lie­fert wer­den. Da­ne­ben gibt es die Op­ti­on für ei­nen wei­te­ren Neu­bau An­fang 2021. Für den Bau will die Werft ein der­zeit un­ge­nutz­tes Dock re­ak­ti­vie­ren.

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Letzte Überarbeitung: 5. Oktober 2015

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