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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/141

Vie­le Ar­beit­neh­mer müs­sen stän­dig ab­ruf­be­reit sein

Wis­sen­schaft­ler kri­ti­sie­ren nach Aus­wer­tung des Ar­beits­zeit­re­ports Deutsch­land 2016 den ho­hen An­teil an Be­schäf­ti­gen auf Ab­ruf und die Zahl der Über­stun­den.
Handy und Autoschlüssel

24.05.2017. (dpa/wie) - Aus dem Ar­beits­zeit­re­port Deutsch­land 2016 geht her­vor, dass sie­ben Pro­zent der Be­schäf­tig­ten auf Ab­ruf ar­bei­ten. Das ist laut Frank Bren­scheidt von der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin zu viel. "Ich hät­te mir da kein Pro­zent ge­wünscht", sag­te er auf ei­ner Fach­ta­gung der rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­re­gie­rung zum The­ma Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beit in Lud­wigs­ha­fen.

Ins­be­son­de­re die An­kün­di­gungs­zei­ten hält Bren­scheidt für pre­kär. Et­wa die Hälf­te der Be­trof­fe­nen er­fah­re erst am sel­ben Tag oder ei­nen Tag zu­vor von ih­rem Ein­satz. "Dann kann man ja im Prin­zip sein Le­ben nicht mehr pla­nen", kri­ti­sier­te der Ar­beits­wis­sen­schaft­ler. Dies sei auch nicht mit den An­kün­di­gungs­fris­ten des Teil­zeit­be­fris­tungs­ge­set­zes ver­ein­bar.

Be­son­ders be­trof­fen sei­en Ar­beit­neh­mer in der Lo­gis­tik­bran­che und in Un­ter­neh­men oh­ne Ver­tre­ter­re­ge­lun­gen, wo die An­ge­stell­ten kurz­fris­tig ein­sprin­gen müss­ten, wenn ein Kol­le­ge aus­fällt. Bei­spiels­wei­se in Pfle­ge­be­ru­fen wür­den sich die Be­schäf­tig­ten häu­fig ver­ant­wort­lich füh­len und die Pla­nung ih­rer ei­ge­nen Frei­zeit hin­ten an­stel­len.

Ob die Zahl der Ar­beit­neh­mer mit Ab­ruf­be­reit­schaft zu- oder ab­nimmt, kön­ne nicht nach­voll­zo­gen wer­den, da bei der letz­ten Er­he­bung im Jahr 2003 an­de­re Be­fra­gungs­me­tho­den und -in­stru­men­te ge­nutzt wur­den. "Da feh­len Ver­gleichs­zah­len", so Bren­scheidt.

"Die An­zahl der Über­stun­den fand ich auch schon ziem­lich über­ra­schend", er­klär­te der Ex­per­te. Da­durch kä­men zum Teil re­la­tiv ho­he Wo­chen­ar­beits­stun­den zu­sam­men. Ar­beits­wis­sen­schaft­lich sei es hier­bei wich­tig, die ho­hen Be­las­tun­gen durch bal­di­ge Ent­las­tun­gen aus­zu­glei­chen.

Um der Ar­beit auf Ab­ruf und Über­stun­den ent­ge­gen­zu­wir­ken, emp­fiehlt Bren­scheidt ei­ne "ge­sun­de Per­so­nal­de­cke" und bes­se­re Pla­nung. "Vie­le Sa­chen sind ar­beits­or­ga­ni­sa­to­risch ei­gent­lich gut zu lö­sen." Au­ßer­dem kön­ne die Pla­nungs­si­cher­heit der Ar­beit­neh­mer auch bei Ab­ruf­ar­beit durch ver­nünf­ti­ge Vor­lauf­zei­ten ver­bes­sert wer­den.


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Letzte Überarbeitung: 7. März 2018

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