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Volks­wir­te: Ar­beits­lo­sig­keit sinkt im Ju­ni auf rund 2,61 Mil­lio­nen

Er­werbs­lo­sen­zah­len so nied­rig wie sel­ten zu­vor - der deut­sche Ar­beits­markt zeigt sich nach Ein­schät­zung von Volks­wir­ten auch im Ju­ni ro­bust: Trotz des bri­ti­schen Brex­it-Vo­tums sind die Aus­sich­ten auch wei­ter­hin gut
Fünf Arbeitnehmer Wie wird sich der deut­sche Job­markt ent­wi­ckeln?

30.06.2016. (dpa) - Vol­le Auf­trags­bü­cher der Un­ter­neh­men und Sai­son­ef­fek­te ha­ben die Zahl der Ar­beits­lo­sen nach Ex­per­ten­ein­schät­zung im Ju­ni er­neut sin­ken las­sen.

Ins­ge­samt sei­en in dem Mo­nat rund 2,61 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit ge­we­sen; das wä­ren rund 55.000 we­ni­ger als im Mai und rund 100.000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr, be­rich­te­ten Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner dpa-Um­fra­ge.

Vie­le Un­ter­neh­men, vor al­lem in Dienst­leis­tungs­bran­chen, such­ten wei­ter nach Mit­ar­bei­tern.

Zu­dem ha­be der Ar­beits­markt von den Nach­we­hen des all­jähr­li­chen Früh­jahrs­auf­schwungs pro­fi­tiert, be­rich­te­ten die Öko­no­men. Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len für Ju­ni will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) an die­sem Don­ners­tag ver­öf­fent­li­chen. Da­bei dürf­te auch das bri­ti­sche Brex­it-Vo­tum zur Spra­che kom­men.

Die Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken ge­hen mehr­heit­lich da­von aus, dass der ge­plan­te EU-Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens ei­nen Schat­ten auf den deut­schen Job­markt wer­fen könn­te. Ge­ra­de in der von Groß­bri­tan­ni­en ab­hän­gi­gen Ex­port­in­dus­trie könn­ten künf­tig ge­plan­te Stel­len un­be­setzt blei­ben und da­mit den seit Jah­ren an­hal­ten­den Be­schäf­ti­gungs­auf­bau brem­sen, er­klär­ten die Öko­no­men in ei­ner dpa-Um­fra­ge.

"Das ist für die deut­sche Kon­junk­tur ein klar ne­ga­ti­ves Si­gnal", mein­te et­wa DZ-Bank Volks­wirt Mi­cha­el Hol­stein. Wie stark sich der Brex­it auf den Ar­beits­markt aus­wir­ken wer­de, hän­ge da­von ab, ob er sich in Groß­bri­tan­ni­en zur Wirt­schafts­kri­se aus­wach­sen und wie stark dar­un­ter die deut­sche Wirt­schaft lei­den wer­de. Für Rolf Schnei­der von der Al­li­anz hat der Brex­it ei­ne kon­junk­tur­dämp­fen­de Wir­kung. Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld glaubt da­ge­gen: "Prin­zi­pi­ell wird die deut­sche Wirt­schaft den Brex­it weg­ste­cken".

Der­zeit zeigt sich der deut­sche Ar­beits­markt - ge­mes­sen am gro­ßen Stel­len­an­ge­bot - nach An­ga­ben der Bun­des­agen­tur für Ar­beit al­ler­dings noch ro­bust. Vor al­lem mit dem Flücht­lings­ma­nage­ment ent­stün­den wei­ter neue Stel­len, un­ter an­de­rem in öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen, bei Si­cher­heits­diens­ten, Bau­un­ter­neh­men und Sprach­schu­len, be­rich­te­te die Bun­des­agen­tur für Ar­beit am Mitt­woch.

Ins­ge­samt sei der An­stieg der Ar­beits­kräf­te­nach­fra­ge aber vor­erst zum Still­stand ge­kom­men. Der mo­nat­lich von der BA er­mit­tel­te Stel­len­in­dex BA-X ver­harr­te im Ju­ni mit 216 Punk­ten auf dem Ni­veau vom Mai, be­rich­te­te die Nürn­ber­ger Be­hör­de. Da­mit lie­ge die Zahl der of­fe­nen Stel­len aber wei­ter so hoch wie nie seit Ein­füh­rung des In­di­ka­tors vor elf Jah­ren. Die Bun­des­be­hör­de führt dies un­ter an­de­rem auf die gu­te wirt­schaft­li­che La­ge zu­rück.

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Letzte Überarbeitung: 30. November 2016

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