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16/271a Volks­wir­te: Ar­beits­markt trotz Flücht­lin­gen und Brex­it-Vo­tums ro­bust

Trotz Som­mer­pau­se zeigt sich der Job­markt in Deutsch­land aus Ex­per­ten­sicht ro­bust: Die Aus­wir­kun­gen des Brex­it-Vo­tums sei­en ge­rin­ger als be­fürch­tet, und auch die Flücht­lin­ge kom­men erst mit Ver­zö­ge­rung am Ar­beits­markt an
Fünf Arbeitnehmer Wie sieht es auf dem Job­markt aus?

27.08.2016. (dpa) - Die La­ge auf dem Ar­beits­markt in Deutsch­land hat sich im Au­gust aus Ex­per­ten­sicht wei­ter ver­bes­sert.

Zwar ha­be die Zahl der Er­werbs­lo­sen im Ver­gleich zum Vor­mo­nat leicht zu­ge­nom­men, die üb­li­che Som­mer­flau­te ma­che sich in die­sem Jahr je­doch we­ni­ger stark be­merk­bar als in den Vor­jah­ren, pro­gnos­ti­zier­ten Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Rech­ne man die sai­son­üb­li­chen Schwan­kun­gen her­aus, sei die Zahl der Job­su­cher so­gar leicht zu­rück ge­gan­gen - wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) an die­sem Mitt­woch (31. Au­gust) ver­öf­fent­li­chen.

Nach Be­rech­nun­gen der Fach­leu­te wa­ren im Au­gust 2,683 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit. Das wä­ren et­wa 22.000 mehr als im Ju­li, aber rund 110.000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr. In der Som­mer­pau­se zö­gern man­che Un­ter­neh­men mit Ein­stel­lun­gen. Dies führt zur Jah­res­mit­te re­gel­mä­ßig zu stei­gen­den Job­su­cher­zah­len.

All­mäh­lich macht sich die wach­sen­de Zahl von Flücht­lin­gen auch auf dem Ar­beits­markt be­merk­bar. "Die Aus­wir­kun­gen sind der­zeit aber ge­rin­ger, als man das noch vor ei­nem hal­ben Jahr er­war­tet hat", sag­te Al­li­anz-Öko­nom Rolf Schnei­der. Denn vie­le Zu­wan­de­rer steck­ten der­zeit noch in Wei­ter­bil­dungs-, Sprach- oder Qua­li­fi­zie­rungs­kur­sen. Da­her wer­de der Ef­fekt auf den Ar­beits­markt ver­mut­lich erst im kom­men­den Jahr wirk­lich sicht­bar. Fe­lix Schrö­ter vom Münch­ner Ifo In­sti­tut wies aber dar­auf hin: "Wenn man sich die Un­ter­be­schäf­ti­gung an­schaut, sieht man schon seit März ei­nen mo­nat­li­chen An­stieg durch die Flücht­lings­mi­gra­ti­on." Die Un­ter­be­schäf­ti­gung um­fasst ne­ben Ar­beits­lo­sen auch Job­su­cher in Fort­bil­dungs- und Trai­nings­kur­sen.

Aus Sicht der Volks­wir­te ist der Ar­beits­markt ro­bust: "Der Stel­len­auf­bau ist im­mer noch grö­ßer als das An­ge­bot neu­er Ar­beits­kräf­te", sag­te Ste­fan Ki­par von der Bay­ern­LB. So­lan­ge das so sei, blei­be der Ar­beits­markt in der zwei­ten Jah­res­hälf­te stark. Neu ge­schaf­fe­ne Stel­len wür­den al­ler­dings nur sel­ten mit Flücht­lin­gen be­setzt: "Die meis­ten Men­schen wer­den hier nicht pro­blem­los Jobs an­neh­men kön­nen." Da­für fehl­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen und Ab­schlüs­se.

Ein Ri­si­ko ist Schrö­ters An­sicht nach die wei­te­re Ent­wick­lung in der Tür­kei und die Fra­ge, wie das Land sich mit Blick auf den Flücht­lings-Pakt mit der EU in den nächs­ten ein bis zwei Jah­ren ver­hält. Las­se das Land Mi­gran­ten wie­der un­ge­hin­dert wei­ter­rei­sen, "hät­te das wahr­schein­lich grö­ße­re Aus­wir­kun­gen auf den deut­schen Ar­beits­markt".

Beim The­ma Brex­it sind die Öko­no­men wie­der zu­ver­sicht­li­cher als im Vor­mo­nat. Es ge­be zwar noch im­mer Un­si­cher­hei­ten über die künf­ti­gen Han­dels­be­zie­hun­gen, wenn Groß­bri­tan­ni­en aus der EU aus­tritt. Dies zei­ge sich un­ter an­de­rem am jüngs­ten Ifo-In­dex. Schnei­der er­war­tet da­her "leicht dämp­fen­de Ef­fek­te auf das Wirt­schafts­wachs­tum in zwei­ten Halb­jahr" und ei­ne eher sta­gnie­ren­de als sin­ken­de sai­son­be­rei­nig­te Ar­beits­lo­sen­zahl. Und Hei­ko Pe­ters von der Deut­schen Bank hält es für mög­lich, dass sich die Un­ter­neh­men im nächs­ten Jahr bei Ein­stel­lun­gen eher zu­rück­hal­ten.

Meh­re­re Öko­no­men hal­ten die Aus­wir­kun­gen aber für eher über­schau­bar. "Die Brex­it-An­kün­di­gung scheint kei­ner­lei un­mit­tel­ba­ren wirt­schaft­li­chen Ef­fek­te zu ha­ben", sag­te Schrö­ter. Auch Ki­par hält die Ri­si­ken für ge­ring. Jörg Zeu­ner von der KfW-Ban­ken­grup­pe sag­te: "Wir ge­hen da­von aus, dass es auf dem Ar­beits­markt nicht sicht­bar sein wird."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. November 2016

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